Andere Industriezweige sind in puncto Umweltverträglichkeit längst weiter und haben den Schub der Finanzierungswelle für ökologische Projekte unter Rot-Grün als Ausgangsbasis für florierende Geschäftszweige genutzt. Hybrid-Antriebe, Solar- und Wind-Energie und selbst Kosmetik haben sich diesem Trend angepasst.
Auch unter den Lebensmittel-Discountern hat sich im letzten Jahr ein Trend breit gemacht, der Öko- und Fair-Trade-Lebensmitteln zu ungeahnter Popularität verholfen hat - inzwischen boomt das Geschäft mit ökologisch korrekter Nahrung auch jenseits der spezialisierten Supermarktketten.
Greenpeace untersucht zwar regelmäßig die verschiedenen Handy-Hersteller im Hinblick auf die Benutzung giftiger Chemikalien in der Produktion; mit dem Münchner Provider Talkgreenerwird nun aber eine neue Runde des ökologischen Telefonierens eingeläutet - oder wenigstens das Bewusstsein für das Thema angesprochen, denn am Prozess des Telefonierens ändert sich nichts.
Ähnlich wie Tschibo oder Aldi arbeitet Talkgreener als MVNO (Mobile Virtual Network Operator) und nutzt das Netz von Vodafone. Aber während man beim Kauf von Fair-Trade- und Öko-Lebensmitteln direkt dafür sorgt, Lebensbedingungen an der Stelle zu verändern, an der eben diese Produkte entstehen, verschiebt der Handyprovider die Investition in die persönliche Öko-Bilanz rund um den Globus.
Grüne Tarife für die Mobilfunk-Welt
Der Service verspricht für jeden Kunden einen Baum in Borneo zu pflanzen und fünf Prozent der Gesprächseinnahmen an eine Organisation eigener Wahl zu überweisen. Als Einführungs-Marketing-Kampagne verschickt Talkgreener in den nächsten Wochen zudem 50 Millionen Recycling-Umschläge für alte Telefone. Talkgreener ist nämlich eine Tochterfirma von Greener Solutions, bereits seit über fünf Jahren als Handyrecycler bekannt, außerdem Betreiber von Services wie schlafhandys.de, bei dem Erlöse aus dem Handy-Recycling dem deutschen Kinderhilfswerk zu Gute kommen. Die Firma hat zudem diverse Recycling-Aktionen von Vodafone durchgeführt.
Neben zwei Mobilfunktarifen bietet Talkgreener auch einen Festnetztarif an, dessen Preisgestaltung sich durchaus mit anderen Discounter-Tarifen messen kann - bis auf die ansonsten in diesem Bereich unübliche Monatsgrundgebühr. Für alle, die gerne etwas für ihr Umweltgewissen tun möchten, dürfte Talkgreener durchaus eine Option sein.
Wer aber lieber direkter entscheiden möchte, wie das eigene Geld arbeitet, der wird wohl weiter beim Einkauf auf bewussteren Konsum achten - denn dort ist die Kette der involvierten Veränderungen doch einleuchtender.
Sascha Koesch/Fee Magdanz/Robert Stadler
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