Montag, 23. November 2009

Netzwelt



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22.03.2007
 

Design-Freiheit

Kuschel-Handys und Raucher-Telefone

Weil das Innenleben von Handys immer billiger wird, können Designer immer ausgefallenere Entwürfe realisieren. Die schrägsten Kreationen: ein Kissen zum Telefonieren und ein Handy im Format einer Zigarettenpackung.

In 2006 wurden weltweit rund eine Milliarde Handys verkauft. Und damit nicht genug: für die kommenden Jahre sieht die Branche zweistelligen Wachstumsraten entgegen. Dieser anhaltende Boom der Mobilfunkindustrie sorgt unter anderem dafür, dass die Kosten für Komponenten und Herstellung rasant sinken. Darüber können sich nicht nur die Konsumenten, sondern auch Designer freuen. Standardisierte, billige Einzelteile erlauben immer öfter die Realisierung außergewöhnlicher Entwürfe - und sei es nur als Kleinstserie.

Urban Tool "perCushion": Intimität und Wärme der analogen Kommunikation

Urban Tool "perCushion": Intimität und Wärme der analogen Kommunikation

Wie weit sich ein "Telefon" dabei von seinem klassischen Erscheinungsbild entfernen kann, zeigt das "perCushion". Das Kissen zum Kuscheln und Telefonieren kommt vom Wiener Unternehmen Urban Tool, das auf der Cebit durch ein maßgeschneidertes "iPod-Leibchen" von sich Reden machte. Mit dem perCushion kann man ein per Bluetooth verbundenes Handy bedienen. Das funktioniert ganz ähnlich wie eine Freisprechanlage im Auto. Laut Urban Tool soll das funkende Kissen Gesprächen mit Freunden wieder etwas von der Intimität und Wärme zurückgeben, die der altmodischen, analogen Kommunikation zu Eigen war.

Doppelte Gesundheitsgefahr

Aus China, dem Land der notorischen Raucher, kommt unterdessen der aktuelle Gegenentwurf zum Kuscheltelefon: Ein Handy im Format und Design einer Zigarettenschachtel. Hierzulande würde so etwas wohl als doppelte Gesundheitsgefährdung betrachtet. Der Grund: das als "XYW 3838" bezeichnete Modell ist keineswegs nur als Täuschung zu verstehen. Das kommunikative Kästchen dient neben seiner Handyfunktion tatsächlich als Zigaretten-Etui und bietet Platz für sieben Glimmstengel.

Dem Webzine "Gearfuse" zufolge ist das GSM-Telefon unter anderem mit einem MP3-Player, einer Digicam und einem Slot für SD-Cards ausgestattet. Inklusive Geschenkverpackung kostet das Kippen-Handy rund 140 Euro, eine Packung Zigaretten der imitierten Marke "Chonghwa" inklusive.

Selbstanruf-Anhänger

Entsprechend den gestiegenen Chancen für die Realisierung von ausgefallenen Telefon-Entwürfen, nehmen sich natürlich auch immer mehr Nachwuchsdesigner des Themas an. Passend zum Zigaretten-Handy etwa, hat der Chinese Lv Zhongfang ein Streichholzschachtel-Handy entworfen. Echte Zünder sind in darin zwar nicht untergebracht, dafür wird durch das vertraute Aufschieben der Schachtel die Tastatur freigelegt.

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Daneben hat Lv Zhongfang auch ein Gadget namens "I call me" entworfen, mit dem sich das winzige Streichholzschachtel-Handy schnell wiederfinden lässt: Drückt man auf den Knopf des Geräts im Schlüsselanhänger-Format läutet das Mini-Handy.

Sascha Koesch / Fee Magdanz / Robert Stadler

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