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02.08.2007
 

EU-Kommission

Studie lobt Roaming-Preise bei T-Mobile

Von Konrad Lischka

In einem Zwischenbericht untersucht die EU-Kommission die Umsetzung ihrer neuen Roaming-Vorschriften. Ergebnis: Die billigsten Tarife gibt es in Großbritannien, in Deutschland liegt bei den geprüften Anbietern T-Mobile vorn. Verbraucherschützer finden die Preise aber noch zu hoch.

Die EU-Kommission lobt die europäischen Mobilfunkanbieter in einem jetzt veröffentlichten Zwischenbericht: Die große Mehrheit der Mobilfunkbetreiber habe die EU-Roaming-Verordnung befolgt und biete einen Eurotarif an. Die Obergrenze beim EU-Tarif sind 49 Cent je Minute für im Ausland geführte Gespräche und 24 Cent für dort empfangene Anrufe.

Handy-Gespräche: Im EU-Ausland dieses Sommer günstiger
DPA

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Einige Anbieter unterbieten diese Regel deutlich, zum Beispiel der britische Anbieter "3" mit dem niedrigsten Eurotarif (31,5 / 12,6 Cent).

Basis des EU-Zwischenberichts ist ein an 95 Mobilfunkbetreiber verschickter Fragebogen – 74 Unternehmen haben der EU-Kommission bislang geantwortet. Die Ergebnisse sind auf einer EU-Website einzusehen. Demnach liegt in Deutschland T-Mobile vorn: Dort ist der Standard-Tarif fürs EU-Romaing minimal günstiger als bei den Konkurrenten Vodafone und E-Plus, außerdem gelte der Tarif bei T-Mobile eher (ab 1.7.) als bei Vodafone (ab 29.7) und E-Plus (ab 1.8).

Bei der ersten, heute um 12 Uhr veröffentlichten Version des Bericht gab die EU-Kommission an, der deusche Anbieter O2 habe den Fragebogen nicht beantwortet. Nach entsprechenden Anfragen von SPIEGEL ONLINE bei O2 aktualisierte die EU-Kommission ihre Website. Ein O2-Sprecher erklärte: "Wir haben die Informationen fristgerecht eingereicht." Offenbar war dieses Schreiben nicht beachtet worden.

EU-Zwischenbericht: Roaming Gebühren deutscher Mobilfunkanbieter
Anbieter Angebot unterbreitet Angebot bei Wahl aktiv ab Preis für abgehende Anrufe im EU-Ausland Preis für empfangene Anrufe im EU-Ausland
E-Plus im Juli 31. August 49 Cent 24 Cent
O2 30. Juli 30. August 48,74 Cent 23,53 Cent
T-Mobile 1. Juli 1. Juli 48,73 Cent 23,52 Cent
Vodafone 29. Juni 29. Juli 49 Cent 24 Cent
Quelle: Zwischenbericht der EU-Kommission/eigene Recherchen

Der Zwischenbericht berücksichtigt allerdings nicht besondere Euro-Tarife der Mobilfunkanbieter, die Kunden eigens hinzubuchen müssen. Außerdem ignoriert die Kommission die Tarife deutscher Service-Provider ohne eigenes Netz wie zum Beispiel Mobilcom, debitel oder Talkline. Außerdem sind Detailinformationen überholt. So hat zum Beispiel E-Plus Ende Juli den Aktivierungstermin für die neuen, günstigeren Tarife vom 1. auf den 31. August verschoben. Begründung: "Komplexität der notwendigen Anpassungen und Änderungen innerhalb der Systeme". Im EU-Bericht ist noch der ursprüngliche Termin genannt.

Insgesamt ist die europaweite Umsetzung der Tarife keine große Überraschung: Die meisten Anbieter orientierten sich so nah es geht an der vorgegebenen Obergrenze. Ausnahme ist der Anbieter "3", der in Großbritannien, Irland und Österreich mit Kampfpreisen die Konkurrenz deutlich unterbietet.

EU-Kommission insgesamt zufrieden

Dennoch sieht die EU-Telekommunikations-Kommissarin Viviane Reding die Entwicklung positiv. Sie lobt in einer offiziellen Stellungnahme, dass "viele Betreiber den neuen Eurotarif bereits zu Beginn der Urlaubssaison angeboten haben." Bis Ende Juli musste die Mobilfunk-Firmen ihren Kunden einen Eurotarif anbieten, zu dem man kostenlos wechseln kann. Die Aktivierung muss spätestens zum 30. August möglich sein. Kunden, die nicht ausdrücklich diesen oder einen anderen Euro-Tarif wählen, müssen von ihren Anbieter ab 1. Oktober automatisch auf den Standard-Eurotarif umgestellt werden.

Verbraucherschützer: Tarife noch zu hoch

Verbraucherschützer loben die EU-Verordnung einerseits als wichtigen ersten Schritt. Andererseits kritisieren sie die Höhe der Gebühren. Der Tarif-Experte Levi Nietvelt von der Europäischen Verbraucher-Organisation BEUC sagte der Nachrichtenagentur dpa: "Die Kosten liegen bei 10 bis 14 Cent für die Anbieter." Da 49 beziehungsweise 24 Cent zu verlangen, sei hoch.

Nachtrag: In der ersten Fassung dieses Artikels wurde die um 12 Uhr veröffentlichte Fassung des EU-Zwischenberichts zitiert, in dem die EU-Kommission dem deutschen Anbieter O2 vorwarf, die Anfrage nicht beantwortet zu haben. Die EU-Kommission hat inzwischen ihren Bericht überarbeitet, entsprechend wurde dieser Aritkel aktualisiert.

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