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23.09.2007
 

Handy zur Jeans

Mobile Modemarken

Das Prada-Handy von LG und das Armani-Handy von Samsung zeigen, wie sich Mode- und Technik-Branche näherkommen. Der Jeans-Hersteller Levi's macht mit seinen in Eigenregie gefertigten Handys dagegen den etablierten Herstellern Konkurrenz.

Der Trend ist dieser Tage unverkennbar: Modemarken drängt es zum Handy. Und die Mobilfunkindustrie empfängt die Stil-Spezialisten prinzipiell auch mit offenen Armen, schließlich können beide Branchen voneinander profitieren. Prototypisch für diese Entwicklung ist das Prada-Telefon, das vom Handy-Hersteller LG stammt. Das Beispiel zeigt aber auch, wie tückisch der Markt für Lifestyle-Technik sein kann. Der Prada-Funke wurde nämlich schlicht von Apple die Show gestohlen, dessen iPhone dem LG-Gerät rein äußerlich zum Verwechseln ähnelt.

Handy-Linie zur Jeans (Werbemotiv): Nicht mehr lang Zukunftsmusik

Handy-Linie zur Jeans (Werbemotiv): Nicht mehr lang Zukunftsmusik

Aber trotz dieser PR-Niederlage scheint die Prada-LG-Kooperation direkte Nachahmer zu finden. So verdichten sich gerade die Gerüchte um ein Armani-Handy von Samsung. Und wenn der Schein nicht trügt, dürfte das Gerät auch vom Design dem Vorbild folgen. LG hat für sein nächstes Mode-Handy unterdessen einfach einen großen Couture-Namen verpflichtet: Der britische Modemacher Paul Smith hat für den koreanischen Konzern eigens ein Telefon entworfen.

Dass sich Handys nicht nur über ihre technischen Qualitäten verkaufen, dürfte inzwischen eine Binsenweisheit sein. So konnte Motorola im vergangenen Jahr nicht zuletzt durch ausgefallene Designs den zweiten Platz auf dem globalen Mobiltelefonmarkt erobern.

Nach einer Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Yankee Group rangiert das Design bei den US-Konsumenten an dritter Stelle der kaufentscheidenden Faktoren: Wichtiger sind demnach nur noch der Preis und die einfache Bedienbarkeit. Die Leistungsfähigkeit des Akkus und andere technische Details spielen bei der Auswahl eines neuen Telefons im Vergleich zum Design dagegen eine untergeordnete Rolle.

"Wir reden heute nicht mehr von Telefonen, wie wir es früher taten", erklärte Michael Gartenberg von JupiterResearch der Zeitung "USA Today": "Hier verschmelzen Mode und Technik zu etwas Neuem, für das die Konsumenten bereitwillig zahlen."

Neue Konkurrenz

Wenn der Jeans-Hersteller Levi's im Oktober ein eigenes Handy-Modell auf den Markt bringt, scheint die Traditionsmarke zunächst nur einem breiten Trend zu folgen. Auf den zweiten Blick zeigt sich allerdings, dass Levi's Neuland betritt: nicht durch die Accessoires wie Telefontaschen, auch nicht mit besonders raffinierten Funktionen, sondern durch die Produktion in Eigenregie.

Denn anders als Prada und Armani kooperiert Levi's nicht mit einem Markenhersteller. Mit der Konzeption des Jeans-Handys wurde vielmehr die französische Firma Modelabs beauftragt, die unter anderem schon für den Mobilfunker Virgin Mobile und die Automarke Hummer Mobiltelefone entworfen hat.

Wer das Levi's-Handy produziert, wurde noch nicht bekannt, aber angesichts der durchschnittlichen Spezifikationen kann diese Aufgabe problemlos von einem anonymen Auftragsfertiger in China oder Taiwan erledigt werden. Für die etablierten Handy-Marken stellt das Levi's-Telefon damit eine ernst zunehmende neue Konkurrenz dar - vor allem wenn das Beispiel Schule macht.

Sascha Koesch / Fee Magdanz / Robert Stadler

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