Von Matthias Kremp
Vorerst wird es das Gerät exklusiv nur beim US-Mobilfunkunternehmen Sprint geben. Das allerdings auch nur in Kombination mit einem Zweijahres-Mobilfunkvertrag. Allerdings ist der Deal auf 90 Tage beschränkt. Danach soll es das Centro auch bei anderen Anbietern geben. Als Zielgruppe hat Palm Anwender ausgemacht, die von einem Standard-Handy auf ein Smartphone aufrüsten wollen, ohne dabei viel Geld zu investieren.
Das neue Modell wird nicht nur preislich unterhalb der etablierten "Treo"-Serie liegen, sondern auch das kleinste und leichteste Smartphone der Firma werden. Während der Centro optisch dem Treo 500v ähnelt, der ab November exklusiv bei Vodafone zu haben sein wird, werkelt in seinem Inneren komplett andere Technik.
So dient dem Centro das hauseigene Palm OS als Betriebssystem während der neue Treo auf Microsofts Windows Mobile 6 basiert. Den Arbeitsspeicher gibt der Hersteller mit 64 Megabyte an. Reicht das nicht aus, kann mittels microSD-Speicherkarten nachgerüstet werden. Natürlich ist auch eine Digicam integriert. Die dürfte mit 1,3 Megapixel-Auflösung aber gerade mal für Schnappschüsse reichen.
Für schnelle Netzverbindungen beherrscht das Centro den US-3G-Standard CDMA, der etwa mit dem hiesigen UMTS vergleichbar ist. Passend dazu wird das Gerät mit vorinstalliertem Webbrowser, Mail-Software und Google Maps ausgeliefert.
Damit, und mit seinen multimedialen Fähigkeiten, ähnelt das Centro ein wenig dem ungleich teureren iPhone. Palm-Chef Ed Colligan will es aber nicht als eine Attacke gegen Apple gewertet sehen. "Dies ist kein iPhone-Killer" sagte Colligan bei der Vorstellung des Geräts in New York. Allerdings könne man sich sehr wohl vorstellen, dass es einige Leute gibt, die zwar von iPhone begeistert sind, aber nicht das Geld haben, knapp 400 Dollar für ein Handy auszugeben.
Der Preis sei keine einmalige Werbeaktion. Vielmehr sei es der Preis, zu dem man das Centro verkaufen wolle, antwortete Colligan auf die Frage, zu welchem Preis das Gerät nach Ablauf der exklusiven Verkaufsphase bei Sprint angeboten werden soll.
Die Vorstellung des Centro folgt bei Palm auf eine Reihe von Fehlschlägen. So wurde der erst im Mai vorgestellte Foleo, eine Art Mini-Notebook für Smartphones, von der Presse heftig kritisiert. Wenige Monate später verkündete Palm, den Foleo vorerst nicht zur Marktreife entwickeln zu wollen. Stattdessen sollen nun alle Kräfte auf die Entwicklung neuer Produkte und vor allem auf eine neue, Linux-basierte Version des Palm OS, konzentriert werden. Das Centro dürfte also nur ein Zwischenschritt auf dem Weg hin zu den ersten Linux-Palms sein.
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