• Drucken
  • Senden
  • Feedback
 

Gratis-Betriebssystem Wie Google den Handy-Markt aufmischen will

2. Teil: Ein Betriebssystem verschenken, einen lukrativen Markt mit Gratis-Produkten aushebeln - was sollte Google davon haben?

Denn der Konzern weiß besser als jeder andere, dass sich allgegenwärtige Präsenz auf einem Markt ganz prächtig vermarkten lässt. Google hofft über eventuelle Lizenzgebühren Geld zu verdienen - aber noch mehr über Dienste, die auf das Google-Phone-Betriebssystem aufgesetzt werden. Wie immer in Googles Welt soll auch diesmal Werbung das Geld einfahren.

In der Welt des mobilen Webs gibt es noch nicht viel Reklame. Doch das wird sich Experten zufolge schon sehr bald ändern. Auf rund 100 Millionen Dollar wird der mobile Werbemarkt in Europa und den USA in diesem Jahr geschätzt. Das US-Marktforschungsunternehmen Opus Research traut dem Mobil-Werbemarkt in einer aktuellen Prognose ein Wachstum von 116 Prozent im Jahr zu - bis er 2012 zu einem Fünf-Milliarden-Dollar-Geschäft herangewachsen sein soll. Ein nicht gerade bescheidener Fünf-Jahres-Plan.

Genau diese Cash-Cow will Google melken. Dafür braucht der Konzern möglichst schnell möglichst viele Handy-Nutzer, die Google-Software nutzen. Und nichts ist so schnell unter die Leute zu bringen wie geschenkte Programme - wenn sie etwas taugen.

Von der Güte der Software hat Google in den vergangenen Wochen anscheinend zahlreiche Firmen überzeugen können. Mehr als 30, vielleicht sogar mehr als 40 werde Google am Montagabend als Partner bekanntgeben können, munkelt man in der Branche. Darunter Branchen-Größen wie NTT DoCoMo, LG Electronics, Intel, Qualcomm, Nvidia, Telefonica, Sprint, Motorola, Samsung und - potentiell pikant - angeblich auch T-Mobile, hierzulande Partner bei der Vermarktung von Apples iPhone.

Will Google Erfolg haben, wird es die Unterstützung von Hardware-Herstellern wie Netzbetreibern brauchen - und beides zeichnet sich ab.

Einheitlicher Standard - oder ganz viele davon?

Denn Google, bisher nicht als Betriebssystem-Entwickler bekannt, wird wohl nicht alle Grundlagen neu erfinden müssen. Die Phone-Software des Konzerns setze auf Linux auf, sagen Branchenkenner - was nur folgerichtig wäre. Damit wäre der offenen Plattform aus dem Hause Google gleich auch die Symphatie vieler Entwickler aus der Open-Source-Szene sicher.

Googles Eintritt in den heftigen Wettbewerb der mobilen Betriebssysteme könnte vor allem für die kleineren Entwickler herbe Folgen haben - Palm zum Beispiel und auch Research in Motion, die mit ihrem Blackberry letztlich eine Insellösung vertreiben.

Und dann gibt es ja noch diese andere neue Größe auf dem Markt, die nicht nur als Hard- und Software-Hersteller Zeichen setzen will - sondern auch Netzbetreiber-Ambitionen nachgesagt werden: Apple.

Das alles macht noch ein ganz anderes Szenario denkbar. Womöglich rückt die Schaffung einheitlicher Standards in weite Ferne - und verschiedene Anbieter binden mit hoch spezialisierten Produkten und Programmen Hardware-Hersteller wie Verbraucher an sich. Viel hängt wohl davon ab, mit welch großem Knalleffekt Google Mitte kommenden Jahres auf den Markt drängen wird.

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Netzwelt
alles aus der Rubrik Mobil

© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Vote

Googles offene Mobilplattform: Wie gut stehen Googles Chancen, den Mobil-Markt aufzurollen?

Vote

Googles offene Mobilplattform: Wie gut stehen Googles Chancen, den Mobil-Markt aufzurollen?







TOP



TOP