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06.11.2007
 

Handy-Hersteller

Sparen mit dem Baukasten-Prinzip

Vom Start weg sind vier Mobiltelefon-Hersteller Googles Handy-Allianz beigetreten. Kein Wunder. Ihnen bietet die neuen Plattform vor allem Kostenvorteile - ohne ihre Freiheiten einzuschränken.

Auf den Hardware-Herstellern lastet ein zunehmender Kostendruck. Aufgrund sinkender Komponentenpreise nimmt gleichzeitig der Anteil der Lizenzkosten des Betriebssystems an den Gesamtherstellungskosten von Handys zu. Zwar liegt er immer noch im einstelligen Prozentbereich, aber dort liegen bei manchen Geräten auch die Gewinnmargen. Schon aus diesem Grund dürfte es attraktiv sein, auf die kostenlose Google-Plattform zu wechseln.

1. Entwicklungskosten

Handyproduktion: Googles Android könnte den Herstellern helfen, bei Entwicklung und Produktion zu sparen
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AP

Handyproduktion: Googles Android könnte den Herstellern helfen, bei Entwicklung und Produktion zu sparen

Vor allem aber wird die von Google geschmiedete Allianz es den Herstellern leichter machen, neue Handys zu entwickeln. Vergleichbares ist im PC-Markt vor Jahren geschehen. Aufgrund der dort von Firmen wie Intel vorangetriebenen Standardisierung, können beispielsweise Mainboard-Produzenten und Grafikkartenhersteller problemlos und schnell Produkte entwickeln, die in jedem PC funktionieren.

Ganz ähnlich soll es künftig auch im Handy-Markt gehen. Da zur Google-Allianz auch Chip-Hersteller wie Qualcomm und Marvell gehören, könnten sich Firmen wie Motorola und HTC künftig noch besser als jetzt neue Produkte wie aus einem Baukasten zusammenstellen. Das geht zwar grundsätzlich auch heute schon, setzt aber erhebliche Anpassungsarbeiten und Modifikationen auf Seiten des Herstellers voraus - und die kosten Zeit und Geld. Mit Googles Android hingegen soll es möglich sein, Handys aus Komponenten zusammenzustellen, die garantiert zueinander und zu Android kompatibel sind. Die Entwicklungszeit würde sich erheblich verkürzen, die Kosten verringern.

2. Materialkosten

Mit Android schafft Google die erste Standard-Plattform für Handys. Wenn dies dazu führt, dass die entsprechenden Bauteile in hohen Stückzahlen produziert werden, führt dies fast zwangsläufig zu günstigen Bauteilpreisen. Vor allem aber ist es möglich, auf Linux basierte Betriebssysteme so zu programmieren, dass sie nur sehr geringe Ansprüche an die Hardware stellen.

Im Fall von Android soll beispielsweise ein 200-Megahertz-Prozessor als Antrieb ausreichen. Das wäre gleichsam kosten- wie auch energiesparend. Zudem benötigen Linux-Systeme, wenn sie gut gemacht sind, vergleichsweise wenig Speicherplatz. Da Speicherchips noch immer relativ teuer sind, kann auch das ein Argument bei der Wahl des Betriebssystems sein. Die Firma Montavista beispielsweise gibt an, dass ihr Mobilinux im Notfall mit nur zwei Megabyte Speicher auskommt und in einer Konfiguration rund 14 Megabyte benötigt. Typische Smartphones hingegen verschlingen locker 80 und mehr Megabyte allein für das Betriebssystem, Apples Mac OS X auf dem iPhone sogar rund 500 Megabyte.

3. Entwicklungszeit

Eines der größten Probleme, mit denen sich die Hersteller abplagen, sind die langen Entwicklungszeiten. Von der Konzeption bis zur Produktionsreife dauert es mindestens ein Jahr - wenn alles gut geht und man keine wirklichen Innovationen plant. Ein viel zu langer Zeitraum, will man aktuelle Trends, sei es technologisch oder vom Design, schnell aufgreifen.

Android könnte den Produzenten helfen, neue Produkte schneller auf den Markt zu bringen, weil zumindest Betriebssystem und Anwendungen einfach aus Googles Handybaukasten genommen werden können.

4. Individualisierung

Doch es geht nicht nur um Kosten und Standards. Denn Android soll so ausgelegt sein, dass es die Hersteller in kein zu enges Korsett schnürt. Sie können immer noch ihr eigenes Design nutzen, dem Gerät ihren individuellen Stempel aufdrücken. So kann das System genutzt werden, um sowohl günstige Einfachst-Handys (mit Internet-Funktionen) zu konstruieren, als auch, um aufwendige Spezial-Modelle zu realisieren.

So können sich Hersteller darauf konzentrieren, ihre ganze Innovationskraft in einzelne Aspekte des Handys zu investieren. Sie können beispielsweise einen besonders hochwertigen Touchscreen entwickeln oder die Audio-Eigenschaften des Geräts optimieren. Die Integration solcher Anpassungen in Android sollte kein Problem darstellen, da das Betriebssystem für Modifikationen offen ist, also beliebig angepasst werden kann.

Das wird vermutlich auch die Benutzeroberfläche betreffen. Wie so etwas aussehen kann, hat HTC mit dem Touchscreen-Handy "Touch" vorgemacht, dem man auf den ersten Blick nicht ansieht, dass es eigentlich auf Windows Mobile basiert. Anders als beim "Touch", bei dem unterhalb der obersten Menüebene der alte Windows-Look durchscheint, könnten die Optik-Anpassungen bei Android jedoch bis auf die unterste Ebene durchgehen. So kann jede Firma an den Standards von Android festhalten und dennoch ihr eigenes Look & Feel durchsetzen. Android-Handys werden also keine langweiligen Einheits-Kästchen werden.

mak

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Die neuesten Beiträge:
07.11.2007 von Eiermann:

Soviel ich verstanden habe, liegt der Schwerpunkt des neuen Betriebssystems ja auf der Internetnutzung. Ich vermute, dass Google vor allem die mobile Verbreitung und Darstellung seiner Suchmaschine verbesssern will, [...] mehr...

07.11.2007 von bico: Open for what?

Zu diesem Thema gibt es schon ein anderes SPIEGEL Forum: Jetzt auf Linux umsteigen? Ob dieses Forum weiterhilft ist eine andere Frage, da dort regelrechte Glaubenskriege ausgetragen werden. Aber was ich schon dort gesagt habe, [...] mehr...

07.11.2007 von WvdV:

Das Handy an sich als Telefon ist auch ok. Wenn ich irgendwo hin muß, nehme ich es mit. Nur würde mir im Traum nicht dabei einfallen, damit oder mit einem Mobil-PC ins Netz zu gehen. Ständig auf so'n winzigen Monitor zu starren. [...] mehr...

07.11.2007 von DoubleU:

Ehm, ja natürlich! Weil ich eben nicht wie sie in altherbrachten Schranken denke, die mir seit Kindheit eingetrichtert wurden und ich irgendwann so gefressen hatte bis ich tatsächlich glaubte das wäre die Wahrheit oder der [...] mehr...

07.11.2007 von grausam:

Na DoubleU beruhigen Sie sich mal wieder, is nicht gut fürs Herz.... Ich verstehe diese enorme Aufregung wegen der Werbung absolut nicht. Im Gegenteil, ich mag Werbung in einer bestimmten Art und Weise, denn wenn man mal [...] mehr...

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