Entwickler von Handy-Software sind heutzutage meist hochspezialisierte Firmen. Bevor sie mit ihrer Arbeit loslegen können, müssen sie sich auf die Programmierrichtlinien und Spezifika des jeweiligen Herstellers einrichten. Haben sie das einmal getan, bleiben sie meist auch dabei, weil es zu aufwendig wäre, sich noch einmal in ein anderes System einzuarbeiten. Dementsprechend entscheiden sich die meisten Entwickler für ...
1. Kompatibilität
Bislang pflegt jeder Handy-Hersteller sein eigenes Betriebssystem. Das hat zur Folge, dass oft Unterschiedliches und vor allem zueinander vollkommen Inkompatibles dabei herauskommt - sogar wenn die Zutaten identisch sind. Das beste Beispiel bietet das Symbian OS, bei dem sich etliche Firmen bedienen. Dennoch sind Symbian-Telefone alles andere als kompatibel. Wer also ein Programm für das Symbian-Handy Nokia N95 schreibt, kann diese Software noch lange nicht auf einem Sony Ericsson P1 laufen lassen.
Mit Android soll das anders werden. Die neue Plattform soll dafür sorgen, dass Applikationen auch über die Grenzen einzelner Hersteller oder gar Geräte hinaus kompatibel sind. Damit erschließen sich den Entwicklern völlig neue Märkte. Eine einmal geschriebene Software könnte auf allen Android-basierten Geräten funktionieren, egal aus welchem Hause sie kommen. Als einzige Einschränkung gelten spezielle Hardware-Anforderungen, etwa wenn eine Software einen GPS-Empfänger voraussetzt.
Diese Kompatibilität erhöht natürlich die Absatzchancen. Schließlich lässt sich eine Android-Software an die Kunden verschiedener Handy-Hersteller verkaufen - oder verschenken. Gleichzeitig wird auf diese Weise die Bindung der Anwender an eine bestimmte Software erhöht. Wer ein Programm liebgewonnen hat, wird beim nächsten Handy-Kauf einfach wieder ein Android-basiertes Modell wählen und die Software vom alten auf das neue Gerät übertragen.
2. Parallel-Verarbeitung
Linux, auf dem Android fußt, ist ein echtes Multitasking-Betriebssystem. Es kann mehrere Prozesse parallel zueinander ausführen, ohne dass diese sich gegenseitig stören. Stürzt ein Programm ab, läuft der Rest des Systems weiter. Unter anderem aus diesen Gründen hat sich Palm entschlossen, das in die Jahre gekommene Palm-OS-Betriebssystem auf Linux umzustellen.
Zudem soll Android auch Mehrkern-Prozessoren unterstützen. Damit steht Handy-Herstellern künftig der Weg offen, Geräte zu entwickeln, die wesentlich leistungsfähiger sind als bisher. Vor allem aber dürften künftige Mobiltelefone mit Mehrkern-CPU weit besser als aktuelle Modelle in der Lage sein, mehrere Programme nebeneinander ablaufen zu lassen, ohne dass es dabei zu Verlangsamungen kommt.
3. Der Linux-Bonus
Linux ist seit jeher das Lieblings-Betriebssystem vieler Programmierer. Seine Vorteile: Man kann es leicht an die persönlichen Bedürfnisse anpassen, bis in seine tiefsten Tiefen hinein steuern und bei Bedarf überflüssige Teile über Bord werfen oder neue hinzuschreiben. Zudem gibt es im Internet einen reichhaltigen Fundus an Programmen und Werkzeugen, um Linux um neue Funktionen zu erweitern.
Dazu gehören auch Sicherheitsfunktionen. Denn während die Linux-Plattform bislang kaum Ziel von Virenangriffen oder anderer Schadsoftware war, könnten Millionen Linux-basierter Mobiltelefone wie eine Einladung für Hacker wirken. Große Sorgen muss man sich dennoch nicht machen. Denn mit vergleichsweise geringem Aufwand lässt sich auch ein Mobil-Linux relativ gut gegen derartige Angriffe abdichten.
Wie das geht, macht der Software-Hersteller Montavista mit seinem Mobilinux 5.0 vor. In das wurde eine Mini-Version von SELinux (Security-Enhanced Linux) integriert. Diese Software sorgt dafür, dass beispielsweise das Betriebssystem und die Einstellungen des Handys nicht ohne Einverständnis des Anwenders verändert werden können. Eindringlinge haben so kaum eine Chance, sich auf einem solchen Gerät einzunisten.
4. Mehr Entwickler
Ab kommender Woche will Google das Android-Entwickler-Paket (SDK) kostenlos zum Herunterladen anbieten. Damit hat selbst jeder Hobbyprogrammierer die Möglichkeit, eigene Programme für die künftige Mobil-Plattform zu schreiben. Auf diese Weise dürfte das System vom Start weg eine riesige Auswahl kostenloser und teils wohl auch kostenpflichtiger Programme bieten..
Genau dieser Aspekt hat schon Microsoft zum Erfolg verholfen. Schließlich gibt es für kein anderes Betriebssystem eine vergleichbar große Auswahl unterschiedlicher Programme wie für Microsofts Windows.
Und mit etwas Glück werden die für Android angebotenen Programme sogar von besonders hoher Qualität sein. Genug Zeit, sie zu optimieren, haben die Entwickler. Die ersten Android-Handys sollen schließlich erst in der zweiten Jahreshälfte 2008 auf den Markt kommen - und selbst das ist kein Versprechen, sondern nur eine Absichtserklärung.
mak
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Soviel ich verstanden habe, liegt der Schwerpunkt des neuen Betriebssystems ja auf der Internetnutzung. Ich vermute, dass Google vor allem die mobile Verbreitung und Darstellung seiner Suchmaschine verbesssern will, [...] mehr...
Zu diesem Thema gibt es schon ein anderes SPIEGEL Forum: Jetzt auf Linux umsteigen? Ob dieses Forum weiterhilft ist eine andere Frage, da dort regelrechte Glaubenskriege ausgetragen werden. Aber was ich schon dort gesagt habe, [...] mehr...
Das Handy an sich als Telefon ist auch ok. Wenn ich irgendwo hin muß, nehme ich es mit. Nur würde mir im Traum nicht dabei einfallen, damit oder mit einem Mobil-PC ins Netz zu gehen. Ständig auf so'n winzigen Monitor zu starren. [...] mehr...
Ehm, ja natürlich! Weil ich eben nicht wie sie in altherbrachten Schranken denke, die mir seit Kindheit eingetrichtert wurden und ich irgendwann so gefressen hatte bis ich tatsächlich glaubte das wäre die Wahrheit oder der [...] mehr...
Na DoubleU beruhigen Sie sich mal wieder, is nicht gut fürs Herz.... Ich verstehe diese enorme Aufregung wegen der Werbung absolut nicht. Im Gegenteil, ich mag Werbung in einer bestimmten Art und Weise, denn wenn man mal [...] mehr...
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