Von Matthias Kremp
Kunden und Konkurrenten protestieren schon länger gegen die iPhone-Konditionen in Deutschland - doch jetzt wird es für die Kooperationspartner Apple und T-Mobile ernst. Denn Vodafone und Debitel gehen juristisch gegen den speziellen Mobilfunkvertrag vor, der Kunden an beide Firmen bindet. Womöglich kippt in Deutschland das gesamte Exklusiv-System für Apples Designhandy: T-Mobile hat für Mittwoch eine Entscheidung angekündigt, inwieweit die Konditionen verändert werden.
Vodafone hatte gegen den Rivalen T-Mobile gestern am Hamburger Landgericht eine einstweilige Verfügung erwirkt - man wolle klären, "ob diese Koppelgeschäfte erlaubt sind", sagte Vodafone-Chef Friedrich Joussen. Heute legte Mobilfunkvermarkter Debitel noch eins drauf und gab bekannt, dass man schon im Oktober bei der Bundesnetzagentur Beschwerde eingelegt habe: Die Bindung des Apple-Geräts an einen T-Mobile-Vertrag sei ein Lizenzverstoß. Die Lizenzbestimmungen für Mobilfunkanbieter sähen eindeutig vor, dass Kunden der Wechsel zu anderen Anbietern ermöglicht werden muss.
Hohes Ordnungsgeld droht
T-Mobile hat nach der einstweiligen Verfügung aus Hamburg bis Mittwochvormittag Zeit, mehrere Anforderungen des Gerichts umzusetzen. Sonst droht ein Ordnungsgeld für jedes verkaufte Gerät - das dem Gerichtsbeschluss zufolge theoretisch bis zu 250.000 Euro pro Handy betragen kann. Das iPhone darf der Entscheidung der Richter zufolge nicht mehr ausschließlich gekoppelt an einen Zwei-Jahres-Vertrag von T-Mobile angeboten werden. Außerdem dürfe es nicht länger mit einer Sperre für andere Netze (Sim-Lock) versehen werden.
T-Mobile will gegen den Gerichtsbeschluss Widerspruch einlegen. Konzernsprecher kündigten allerdings heute Nachmittag veränderte Konditionen für das iPhone an. Entscheidungem dazu werde das Unternehmen am Mittwoch fällen. Das bisherige Vertriebsmodell könne verändert werden. Möglicherweise werde das Apple-Handy künftig auch ohne Vertragsbindung und Netzsperre angeboten. Die neuen Konditionen würden zunächst bis zu einem neuen Gerichtstermin in etwa zwei Wochen gelten. Der Verkauf des Telefons gehe aber uneingeschränkt weiter.
Die bisherigen iPhone-Zwangsverträge laufen zwei Jahre, sind nicht kündbar und an spezielle iPhone-Tarife gebunden. Auch nach der Ablauf der Vertragsbindung soll die Netzbindung Bestand haben. So will T-Mobile mit dem Apple-Handy zahlungskräftige Kunden gewinnen. Das lässt sich der Konzern einiges kosten. Angeblich muss das Unternehmen ein Drittel der mit iPhones erwirtschafteten Umsätze an Apple abtreten - was allerdings keine beiden Firmen bisher bestätigt hat.
Auch Vodafone bietet ein exklusives Handy an
Ursprünglich hatte auch Vodafone versucht, den Apple-Deal abzuschließen. "Wir haben selber lange mit Apple wegen des Vertriebs des iPhone verhandelt - uns dann aber bewusst dagegen entschieden, denn Apple hat Auflagen gemacht, die wir nicht tragen wollten", sagt Vodafone-Pressechef Jens Kürten gegenüber SPIEGEL ONLINE. Mit der nun angestrengten Klage wolle man T-Mobile nicht aufhalten. "Wir fechten auch nicht den Exklusivvertrieb an, sondern nur die Verkaufsbedingungen", sagt Vodafone-Pressechef Jens Kürten SPIEGEL ONLINE.
Das leuchtet ein - schließlich scheint auch Vodafone daran gelegen zu sein, besondere Mobiltelefone exklusiv unter eigener Flagge anzubieten. Das Samsung Qbowl, welches der Konzern wohl nicht zufällig zeitgleich mit dem iPhone auf den Markt brachte, dürfte ein Testballon dafür sein. Wie das iPhone bei T-Mobile, ist das Qbowl ausschließlich bei Vodafone zu haben, und das auch noch zu demselben Preis: 399 Euro.
Allerdings gibt es einen gewaltigen Unterschied zwischen den konkurrierenden Angeboten. Kürten: "Wir koppeln den Verkauf das Qbowl nicht an Zwangstarife." Zwar bietet Vodafone für das Gerät auch spezielle Tarife mit Datenflatrate an, man kann es aber auch mit beliebigen anderen Tarifen kombinieren oder ganz ohne Vertrag erwerben. Da es ohne Sim-Lock verkauft wird, ist das Gerät auch für Kunden anderer Betreiber attraktiv. Mit der Klage wolle Vodafone nun "die Bedingungen gerichtlich überprüfen lassen, die T-Mobile an den Verkauf des iPhone koppelt", sagt Kürten. Eine Entscheidung des Landgerichts Hamburg sähe man als bindend an, auch wenn sie in weiteren Instanzen angefochten werden könnte.
T-Mobile verteidigt bisheriges Preissystem
T-Mobile hatte vor seiner Ankündigung neuer iPhone-Konditionen am Nachmittag noch mitgeteilt, mit allen juristischen Mitteln gegen die einstweilige Verfügung vorgehen zu wollen. Man prüfe "Schadenersatzforderungen in maximaler Höhe". Unternehmenssprecher Philip Humm nannte das bisherige Vertriebsmodell "richtig, weil nur unsere Kunden in den Genuss von exklusiven Features und maßgeschneiderten Tarifen kommen". Sie böten durch ihre Kombination aus Datenflatrate sowie Inklusivminuten und -SMS "eine Ersparnis von bis zu 40 Prozent gegenüber einzelnen Tarifkomponenten."
Die Annahme ist nicht falsch, dass iPhone am besten im T-Mobile-Netz funktionieren. Schließlich verfügt nur T-Mobile über ein flächendeckendes Edge-Netz, welches das iPhone für seinen leidlich schnellen Internet-Zugang braucht. Die übrigen Anbieter haben keine solche Netze oder bauen sie gerade auf.
Die einzigen weiteren iPhone-Funktionen, auf die man verzichten muss, wenn man das Gerät außerhalb von T-Mobile betreibt, dürften für die meisten Anwender verschmerzbar sein. Es sind erstens der Anrufbeantworter "Visual Voicemail", der das Abhören von Sprachnachrichten in beliebiger Reihenfolge erlaubt, und zweitens Apples mobiler Musik-Laden Wifi Music Store.
Wer darauf verzichten kann und das iPhone vornehmlich zum Telefonieren und für die eine oder andere SMS nutzt, könnte das Apple-Designstück problemlos auch mit Billigtarifen in anderen Netzen betreiben. Ob man das zukünftig auch darf, darüber müssen nun die Richter entscheiden.
Richtungsentscheidung für die Branche
Alle Netzanbieter und Handyhersteller warten gespannt auf die Beschlüsse zum iPhone - denn an ihnen wird sich die Zukunft des neuen Vertriebsmodells entscheiden, das mit Apples Designhandy getestet wird. Dieses Modell ist für Netzanbieter und Handyhersteller gleichermaßen attraktiv: Erstere hoffen darauf, endlich die Subventionen für Neu-Handys sparen zu können; Letztere setzen auf zusätzliche Einnahmen - durch eine Beteiligung am Umsatz, den ihre Geräte generieren.
Dass allein das Geschäft mit der Hardware nicht mehr ausreicht, hat Weltmarktführer Nokia schon vor Monaten klargestellt. Das Unternehmen will sich künftig stärker als Diensteanbieter ausrichten, plant, sich über die Online-Plattform Ovi zu vermarkten.
Vodafone hingegen wird auch in Zukunft seine eigene Online Plattform "live" vermarkten wollen. Das Interesse am iPhone scheint bei dem Konzern gänzlich erloschen. Apples Handy solle man auch in Zukunft bei T-Mobile kaufen, sagt Vodafone-Pressesprecher Kürten: "Wir wollen das iPhone in Deutschland nicht vertreiben. Das macht T-Mobile, und das wird auch so bleiben."
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hatte gestern das iphone von einem arbeitskollegen gehabt, sehr nett- dennoch schwerer als ich dachte...menüführung&co etwas gewöhnungsbedürftig. alles in allem dennoch ein nettes teil, schade das der auftakt eines so [...] mehr...
Ich habe selber einen Handyladen in CH. Vodaphoneprodukte werden von mir boykotiert und nur auf ausdrücklichen Wunsch eines Kunden verkauft. Ich nenne Handys von V kastriert, denn die meisten haben Einschränkungen (Software und [...] mehr...
[QUOTE=SNA;1704632]Doch, meines! Und das bietet noch Exchange Online Kalender synchronisierung, GPS, UMTS, tausende von Spielen (Windows Mobile), Bluetooth Stereo, MMS und, und, und... ach ja, es ist preiswerter. [Quote [...] mehr...
Doch, meines! Und das bietet noch Exchange Online Kalender synchronisierung, GPS, UMTS, tausende von Spielen (Windows Mobile), Bluetooth Stereo, MMS und, und, und... ach ja, es ist preiswerter. [...] mehr...
--------------------------------------------------------- Das iPhone, das momentan (und wahrscheinlich auch in Zukunft) auch als entsperrtes Gerät zu kaufen ist, bietet viele Möglichkeiten, die der Kunde erst kennenlernt, wenn [...] mehr...
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