Von Matthias Kremp
Die Freiheit währte nur kurz. Seit dem 21. November musste T-Mobile das iPhone auch ohne Vertragsbindung und Netzsperre anbieten. Nun hat das Landgericht Hamburg entschieden: T-Mobile darf Apples Kulthandy wieder exklusiv vermarkten und muss keine entsperrte Version anbieten. Für die Handybranche in Deutschland könnte das Urteil weitreichende Veränderungen bedeuten.
"Wir sind froh über diesen Ausgang", sagte T-Mobile-Sprecher Rene Bresken der Nachrichtenagentur AP. Der Verkauf vertragsfreier iPhones werde so schnell wie möglich eingestellt. Schnellentschlossene könnten also mit etwas Glück noch ein entsperrtes Apple-Handy ergattern, bevor es sich auch bis zum letzten Mitarbeiter in den Telekom-Shops herumgesprochen hat, wie das Landgericht entschieden hat. Schließlich hatte es offenbar auch einige Tage gedauert, bis alle Mitarbeiter darüber informiert waren, dass man das iPhone auch ohne Vertrag verkaufen müsse.
Dass es das iPhone seit dem 21. November ohne Vertrag und Netzsperre (Sim-Lock) zu kaufen gab, hatten Fans des Apple-Handys dem Mobilfunkunternehmen Vodafone zu verdanken. Per Einstweiliger Verfügung hatte es T-Mobile zu diesem Schritt gezwungen. Die Telekom-Tochter musste schnell reagieren, nahm das entsperrte Modell für 999 Euro ins Angebot - ein Aufpreis von üppigen 600 Euro gegenüber dem iPhone mit T-Mobile-Vertrag.
Weitreichende Folgen
Das Gericht begründete das Urteil zunächst nicht weiter. T-Mobile hatte den Richtern aber in der mündlichen Verhandlung offenbar glaubhaft erklären können, dass es sich beim iPhone eben nicht nur um ein neues Handy, sondern um ein Komplettpaket aus Mobiltelefon, Funktionen, Diensten und Netzen handelt. Dieser Argumentation folgte jetzt offenbar die zuständige Kammer am Landgericht Hamburg, als sie entschied, dass man "einen Verstoß gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb oder gegen das Kartellrecht nicht mehr anzunehmen" vermochte.
Für die Branche könnte das Urteil weitreichende Folgen haben. Schon lange suchen Netzbetreiber, Wiederverkäufer und Handyhersteller nach Möglichkeiten, sich von dem in Deutschland etablierten Modell subventionierter Handys abzuwenden. Das iPhone könnte so tatsächlich, so wie es Vodafone-Chef Joussen ausdrückt, zum Sündenfall für die Mobilfunkbranche werden.
Denn statt das iPhone zu einem offensichtlich subventionierten Preis anzubieten, wird es zum Standardpreis von 399 Euro verkauft - mit Vertrag. T-Mobile profitiert davon, weil das Handy neue Kunden anlockt und über Jahre feste Einnahmen sichert. Apple wird an diesen Einnahmen beteiligt, heißt es. Über die Höhe dieser Beteiligung gibt es nur vage Vermutungen. Von bis zu 30 Prozent ist die Rede.
Das iPhone als Wegbereiter
Nachdem dieses Vertriebsmodell nun quasi den richterlichen Segen bekommen hat, könnte es von anderen Unternehmen kopiert werden. Es wäre nicht das erste Mal, dass Apple einer ganzen Branche einen neuen Trend vorgibt. Statt Handys zu Niedrigstpreisen anzubieten, um Kunden zum Vertragsabschluss zu bewegen, könnte man künftig exklusive Handys mit exklusiven Funktionen zu weit höheren Preisen als bisher üblich anbieten. Die Netzbetreiber würden ihre Subventionen sparen und den Herstellern erschlösse sich angesichts sinkender Handypreise eine neue Einnahmequelle.
Allerdings, so schränkt der Wettbewerbsrechtsexperte Dr. Marco Hartmann-Rüppel ein, lasse sich das neue Vertriebsmodell nur auf einzelne Geräte anwenden. Eine Bindung eines Herstellers an einen Netzanbieter wäre kartellrechtlich angreifbar. So sei es nicht denkbar, dass beispielsweise Marktführer Nokia seine Handys künftig ausschließlich über T-Mobile anbietet. Ein solches Vorgehen würde bedeuten, dass die Unternehmen ihre marktbeherrschende Stellung zum Nachteil der Kunden ausnutzen könnten.
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Das ist doch sehr zu hoffen, dass niemand anderer Schuld ist! Wird vielleicht gehen, es hat ja abgerundete Ecken! Nur was tun, wenn jemand anruft? Wenn man gerade Ihrem Vorschlag (s. oben) gefolgt ist, macht das ja [...] mehr...
Schlechter vergleich. Das iPhone benötigt für eine vollständige Funktion eine bestimmte Infrastruktur die der Provider schaffen muss. Weder gebilligt noch unterstützt sondern nur festgestellt, dass das der Einwand von [...] mehr...
Lieber Mocs, die von Ihnen angeführten Beispiele sind rein spekulativ und damit (noch) realitätsfern. Wenn es solche Angebote aber geben sollte,haben wir immer noch die Wahl...niemand zwingt uns,ein solches Produkt zu kaufen! [...] mehr...
Er besitzt eine sehr klare stimmige Konzeption, exzellentes Design, gute Verarbeitung, ist sehr einfach bedienbar und es gibt einen sehr grossen Zubehörmarkt. Es ist aber für den einzelnen Anbieter immer schwerer auf die [...] mehr...
Hurra - Bahn frei für neue Koppelgeschäfte... "Diese Harman-Kardon-Endstufe läuft nur mit yello-Strom" "Der neue Audi fährt nur mit Treibstoffen aus dem Hause Shell" "Dieser CD-Player spielt nur [...] mehr...
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