Auf dem Mount Everest wird der Handy-Empfang immer besser, aber unter Wasser sind die üblichen Kommunikationstechniken kaum zu gebrauchen: Kabel können zwar unter Wasser verlegt werden, allerdings sind Anschlussbuchsen für vorbeischwimmende Taucher kaum praktikabel. Funktechniken versagen in den Meeren, weil sich die verwendeten hochfrequenten Wellen unter Wasser fast nicht ausbreiten.
Taucher vor der malaysischen Insel Sipadan: Eine israelische Firma versprich Schmalband-SMS für Taucher
Vergleichsweise niedrigfrequente Schallwellen breiten sich dagegen im Wasser sehr gut aus, leider sind sie für den digitalen Datenfunk äußerst ungeeignet. Bislang bedeutete das: Funkverbindungen unter Wasser waren praktisch unmöglich.
Aber dank der sprunghaften Weiterentwicklung der Übertragungstechnik scheint jetzt auch diese Barriere ins Wanken zu geraten: Inzwischen gelingt der Datenfunk im Schallwellenbereich (knapp außerhalb unseres Hörspektrums), auch wenn die Leistung vergleichsweise lächerlich wirkt. Auf der Bootsausstellung in Düsseldorf zeigen gleich mehrere Anbieter praxistaugliche Funksystem für Taucher, wobei die israelische Firma "Underwater Technology Center" (UTC) das Feld anführt.
Das UTC-System "Underwater Digital Interface" (UDI) im Armbanduhrformat verspricht zunächst den sicheren Austausch von Textnachrichten mit dem Tauchschiff und anderen Tauchern im Umkreis von einem Kilometer.
Das Gerät soll auf einer Frequenz bis zu 14 Taucher verbinden, mittels großer Knöpfe kann man vorher geschriebene Nachrichten versenden, ein SOS-Signal absetzten, die eigene Position oder die von anderen Tauchern in Not bestimmen.
"Sichere Kommunikation" bedeutet dabei, dass der Empfang einer Nachricht auch bestätigt wird, was in Notlagen extrem hilfreich ist. Zudem können sich die Taucher auch gegenseitig orten und sich so bei Bedarf ohne Verzögerung zur Hilfe kommen.
Um richtige SMS handelt sich bei den Textnachrichten allerdings nicht, deren Eingabe unter Wasser ohnehin ziemlich mühselig wäre. Die Texte müssen vielmehr vor dem Tauchgang per Computer auf alle UDIs übertragen werden.
Warum diese Beschränkung nötig ist, zeigt ein Blick auf die Übertragungsraten, mit denen das System arbeitet: Die Daten zuckeln mit maximal 500 Bit pro Sekunde durchs Wasser, also rund einhundert mal langsamer als bei einer Internet-Verbindung per Telefoneinwahl. Trotzdem ist der Unterwasserfunk für Taucher bahnbrechend, weil er Möglichkeiten eröffnet, die mit der Zeichensprache undenkbar waren.
Sascha Koesch / Fee Magdanz / Robert Stadler
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