Sonntag, 22. November 2009

Netzwelt



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08.02.2008
 

Hightech-Handy

Nokia entschlüpfen Geheimdaten

Von Matthias Kremp

Das war wohl nicht geplant: Auf der Web-Seite von Nokia-Deutschland tauchten in der Nacht zum Freitag technische Daten für ein zukünftiges Handy-Modell auf. Kaum wurde der Fehler publik, entfernte das Unternehmen die Daten wieder - zu spät.

Frühaufsteher wissen mehr. Das galt zumindest für den Freitagmorgen. Zur Unzeit für Langschläfer machte in Blogs und auf Handy-Web-Seiten eine Nachricht die Runde, die Mobilfunk-Fans in Entzücken versetzte. Wohl durch ein Versehen war auf den Web-Seiten der deutschen Nokia-Dependance das komplette Datenblatt eines "Nokia N96" aufgetaucht. Offiziell jedoch gibt es dieses Gerät noch gar nicht, es soll vermutlich erst kommende Woche auf der Handy-Messe Mobile World Congress in Barcelona vorgestellt werden.

Dass ein solches Gerät kommen würde, war lange abzusehen. Vor ziemlich genau einem Jahr hatten die Finnen in Barcelona das N95 gezeigt, ein Hightech-Mobiltelefon, das mehr kann als irgendein anderes Handy. Es beherrscht den schnellen Datenfunk per UMTS und HSDPA, verbindet sich mit W-Lan-Netzwerken, hat eine Fünf-Megapixel-Kamera und sogar ein GPS-Modul für Navigation und Geotagging eingebaut.

Darüber, dass diese eierlegende Wollmilchsau einen Nachfolger bekommen müsste, war in Foren und auf Web-Seiten schon vielfach spekuliert worden. Teilweise tauchten sogar Schnappschüsse angeblicher Prototypen auf, die das neue Gerät als Slider-Handy mit Aufschiebtastatur zeigten.

Mehr Speicher, mehr Fernsehen, mehr Internet

Nun aber ist die Katze aus dem Sack. Bis zum letzten Detail waren die technischen Daten des Neulings auf der Nokia-Seite zu lesen. Klare Erkenntnis: Das neue Überflieger-Handy wird noch umfassender ausgestattet sein als das N95. Die auffälligste Neuerung ist ein integrierter DVB-H-Empfänger für das mobile Handy-Fernsehen.

Der interne Speicher wird auf 16 Gigabyte aufgestockt, kann mithilfe einer Mikro-SD-Karte weiter auf bis zu 24 Gigabyte aufgebohrt werden. Bisher gab es das N95 mit maximal acht Gigabyte. Das Display wurde nur wenig größer, bietet dieselbe Auflösung (240 mal 320 Pixel) wie bisher. Auch die Kamera wurde offenbar nicht verändert. Der vorinstallierte Webbrowser wurde um die Fähigkeit ergänzt Flash-Filme anzuzeigen. Ebenso ist das Ende 2007 vorgestellte Nokia Internet Radio eingebaut.

Die Rückholaktion kam zu spät

Die aufgemotzte Ausstattung hat allerdings ihren Preis. Denn für das N96 gibt Nokia nur noch eine Sprechzeit von bis zu 220 Minuten in GSM-Netzen an. Der Vorgänger schaffte mit demselben Akku noch bis zu 390 Minuten Dauerplapperei. Dafür ist das N96 trotz der neuen Funktionen kaum größer geworden als das N95. Nur fünf Gramm muss man zusätzlich tragen, in Länge und Breite hat es um wenige Millimeter zugelegt, ist dafür aber auch nur noch 18 Millimeter flach.

Noch sind all diese Daten freilich nicht offiziell. Denn schon am frühen Freitagmorgen wurde die Seite zum N96 von Nokias Webmaster wieder vom Netz genommen. Da war es allerdings längst zu spät, die Daten längst im Umlauf - und das Netz vergisst nichts, was man ihm einmal anvertraut hat.

Nokia mochte sich zu den Gerüchten und den offenbar versehentlich entschlüpften Daten auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE nicht äußern. Man kommentiere keine Gerüchte und spreche grundsätzlich nur über bereits angekündigte Produkte. Ein Mobiltelefon mit der Bezeichnung N96 zählt nicht dazu, zumindest noch nicht. Denn schon am kommenden Montagvormittag will Nokia in Barcelona neue Modelle ankündigen. Wer würde sich da wundern, wenn nicht auch ein Nachfolger für das N95 dabei wäre?

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