Sonntag, 22. November 2009

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25.03.2008
 

Österreich

Kanzler-iPhone erbost Oppositionspartei

Österreichs Kanzler hat ein Problem: Seit Wochen wird Alfred Gusenbauer immer wieder mit einem iPhone am Ohr gesichtet - obwohl es das Handy dort noch gar nicht so lang zu kaufen gibt. Die Opposition wittert einen Rechtsbruch und fordert Aufklärung.

Die rechtspopulistische Oppositionspartei BZÖ (Bündnis Zukunft Österreich) will es jetzt wissen: Woher hat der Bundeskanzler sein iPhone - und warum hatte er schon eins, bevor die Geräte in Österreich überhaupt auf den Markt kamen? Laut der österreichischen Nachrichtenagentur APA vermutet man im BZÖ, dass das Gerät "entweder illegal entsperrt" wurde, oder Gusenbauer (SPÖ) ein "Handy-Upgrade" bekommen habe.

Österreichs Kanzler Alfred Gusenbauer: Telefon "illegal entsperrt?"
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REUTERS

Österreichs Kanzler Alfred Gusenbauer: Telefon "illegal entsperrt?"

Nun will man eine parlamentarische Anfrage zu des Kanzlers Handy anstrengen. Österreichs Presse stürzt sich seit dem Wochenende mit Begeisterung auf das iPhone-Skandälchen - die Boulevardzeitung "Österreich" widmet dem Fall in seiner Onlineausgabe sogar eine Kanzler-mit-Telefon-Bilderstrecke.

Das BZÖ ist die Partei, die sich nach dem Weggang des Rechtspopulisten Jörg Haider aus der FPÖ im Jahr 2005 formierte. BZÖ und FPÖ konkurrieren seitdem um Wählerstimmen.

Dass der Sozialdemokrat Gusenbauer ein iPhone hat, bestätigte inzwischen sein Sprecher Stefan Pöttler. Er habe das Gerät im Februar zum Geburtstag bekommen. In Österreich eingeführt wurden iPhones aber erst Mitte März. Das BZÖ weiß außerdem, dass Gusenbauers Gerät "wegen einer technischen Ländersperre aller in den USA gekauften Versionen dieses Telefons in Österreich völlig unbrauchbar" gewesen sein müsste. Wie Gusenbauer diese Sperre umgehen konnte, wollte Pöttler nicht sagen. Man könne mit dem iPhone ja auch über ausländische Anbieter telefonieren. Und überhaupt sei das Ganze eine Privatangelegenheit. Die parlamentarische Anfrage werde unbeantwortet bleiben.

Dem BZÖ reicht das nicht, man will es genau wissen: "Haben Sie während Ihres Joggens im Central Park einen Abstecher in den Apple Shop unternommen, um das iPhone zu erwerben?", fragt die Oppositionspartei der APA zufolge. Zudem will man wissen, ob das Gerät mit Steuermitteln bezahlt wurde, ob es womöglich aufgrund von besonderer Herstellerkulanz so früh den Weg in des Kanzlers Tasche fand. Dass es sich bei dem Tamtam in erster Linie um Parteipolitik handelt, lässt sich schon an dem unfreiwillig komischen Tonfall ablesen, mit dem das BZÖ sich des Themas annimmt: "Gusenbauer sollte lieber endlich einmal das Ohr am Bürger haben und nicht am sündteuren illegalen iPhone".

cis

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