Von Matthias Kremp
Schneller, flacher, schöner: So soll das neue iPhone werden. Mindestens 16 Gigabyte Speicher werde es mitbringen. Eine neue Bildschirmtechnologie soll eine flachere Bauweise ermöglichen. Vor allem aber, soll es endlich fit für Mobilfunk der Dritten Generation, also den schnellen UMTS-Datenfunk sein, da sind sich die Gerüchteköche sicher. Ursprünglich wurde Mitte des Jahres mit der Neuvorstellung gerechnet. Nun aber sprießen allerorten Gerüchte, das Gerät könne schon sehr bald, möglicherweise in den nächsten Wochen, auf den Markt kommen.
Auslöser waren Berichte über Lieferschwierigkeiten in den New Yorker Apple Stores. In allen drei Läden im Big Apple waren keine Apple-Handys mehr lieferbar. Etwa zeitgleich wurde die Lieferzeit in Apples Online-Shop auf fünf bis sieben Werktage hoch gesetzt. Journalisten machten eigene Stichproben und stellten fest: Das iPhone war tatsächlich in vielen US-Apple-Stores ausverkauft oder nur noch in kleinen Stückzahlen vorhanden.
Solche Knappheiten, das wissen Beobachter aus Erfahrung, deuten bei Apple oft auf baldige Neuvorstellungen hin. Das Verfahren ist stets gleich: Apple stellt Nachlieferungen ein, um möglichst viel Lagerware los zu werden, bevor die neuen Produkte eingeführt werden. Die logische Schlussfolgerung aus der iPhone-Knappheit lautete also: Ein neues Modell steht vor der Tür.
Als sich dann auch noch der Analyst Ken Dulaney zu Wort meldete und behauptete, Apple habe bei seinem asiatischen Zulieferer wohl schon zehn Millionen der neuen UMTS-iPhones bestellt, war die Sache eigentlich klar: Das aktuelle iPhone ist ein Auslaufmodell, die Ablösung steht bereits in den Startlöchern, der Ausverkauf hat begonnen, alles wird gut.
Von wegen.
Denn ganz so einfach ist das nicht mit dem neuen iPhone. Dass es kommen wird, ist klar. Dass es UMTS oder gar HSDPA an Bord haben wird, ebenfalls. Alles andere aber bleibt reine Spekulation - und dafür gibt es handfeste Argumente.
Der Trick mit der Lagerware
Zunächst einmal hat Apple gerade erst das iPhone-Entwicklerkit (SDK) veröffentlicht, eine Software, die es Programmierern ermöglichen soll, eigene Anwendungen für das Apple-Handy zu entwickeln. Im Entwicklerkit enthalten und Grundlage dafür, dass solche Programme überhaupt laufen, ist die iPhone-Software 2.0. Die wiederum, da kann man sicher sein, dürfte ihrerseits die Grundlage für das UMTS-iPhone bilden. Die Veröffentlichung dieser Software ist von Apple allerdings erst für die nächste Apple-Entwicklerkonferenz geplant - und die wurde für den Juni 2008 angesetzt. Mit einer Veröffentlichung der Hardware, bevor die Software zur Verfügung steht, ist aber kaum zu rechnen.
Stutzig macht auch, dass in Amerikas AT&T-Shops offenbar weiterhin problemlos iPhones zu bekommen sind. Die " New York Times" vermutet hier den eigentlichen Grund für die iPhone-Knappheit. Möglicherweise, so heißt es dort, hat Apple seinem Mobilfunkpartner vertraglich gewisse Lieferkontingente zugesichert, versorgt also AT&T bevorzugt mit Geräten. So würde überdies die Bilanz geschönt. Ein an AT&T geliefertes Handy gilt als verkauft, eines, das im Apple Store auf dem Regal liegt, hingegen als Lagerware.
Apple meldet sich zu Wort
Noch schwerer dürfte freilich wiegen, dass Mobiltelefone in den USA zunächst von der FCC (Federal Communications Commission) zugelassen werden müssen. Diese Behörde aber ist bekannt dafür, dass sie Informationen über Modelle, die bei ihr zur Zulassung vorliegen, gerne und frühzeitig veröffentlicht. Daten über etliche neue Handys sind auf diese Weise vor dem geplanten Zeitpunkt publik geworden. Experten vermuten, dass Apple das erste iPhone nur deshalb schon Monate vor seiner Markteinführung präsentierte, um einer ungeplanten Veröffentlichung durch die FCC vorzubeugen.
Reichlich spät meldete sich zudem Apple-Sprecher Steve Dowling zu Wort. Man arbeite daran, "die iPhone-Vorräte so schnell wie möglich aufzufüllen", sagte Dowling und ergänzte, dass die Apple Stores "weiterhin fast täglich Lieferungen bekommen."
Ist UMTS wirklich besser?
So bald dürfte uns also kein überarbeitetes iPhone ins Haus stehen. Apple gehörte noch nie zu den Firmen, die hektisch neue Produkte auf den Markt werfen. So könnte es sogar soweit kommen, dass das UMTS-iPhone erst im Juni vorgestellt wird, um im August in den Handel zu kommen. Dann aber sollte Apple Europa zumindest gleichberechtigt mit den neuen Geräten versorgen. Denn im Gegensatz zu den USA ist in der "Alten Welt" der Ausbau der UMTS-Netze schon weit fortgeschritten.
Das allerdings auch nur in urbanen Bereichen. T-Mobiles EDGE-Netz hingegen deckt Deutschland schon jetzt fast lückenlos ab. Der Umstieg auf ein UMTS-iPhone würde bei Reisen hierzulande nur umso deutlicher machen, wie groß die Versorgungslücken im UMTS-Netz noch sind. In weiten Teilen der USA hingegen, wo der Ausbau der schnellen Handynetze noch lahmt, würde es keinen Unterschied machen, ob man beispielsweise die neue iPhone-Webseite vom Playboy mit einem künftigen UMTS-iPhone oder einem der jetzt aktuellen Apple-Handys öffnen würde. Die Wartezeit, bis sich die mit Bildern überladene Seite auf den Bildschirm zeigt, wäre auf jeden Fall unerträglich.
Auf anderen Social Networks posten:
hier die auflösung: das iphone ist so besonders wegen der beeindruckenden usability, die man bei keinem anderen gerät findet. mehr...
[QUOTE=Stefan Albrecht;2136790]Ich weiss zwar nicht wie oft Sie SPON lesen aber ich habe bisher eher den Eindruck, als ob SPON alles andere als Miesepetrig gegen das I Phone ist. Und ich kann wirklich nicht nachvollziehen, was an [...] mehr...
Großer Gott sind Sie empfindlich! mehr...
Ich weiss zwar nicht wie oft Sie SPON lesen aber ich habe bisher eher den Eindruck, als ob SPON alles andere als Miesepetrig gegen das I Phone ist. Und ich kann wirklich nicht nachvollziehen, was an diesem Ding so toll sein [...] mehr...
Liebe Anti-Apple-Foristen, ich weiß gar nciht, warum ihr euch so über SPON aufregt!? Die sind doch immer die ersten, die mieseptrig gegen Apple hetzen. Eigentlich müsstet ihr euch doch hier richt aufgehoben fühlen. Naja, [...] mehr...
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Netzwelt | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Mobil | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH