Fahrgäste der Grazer Verkehrsbetriebe sind dazu angehalten, ihre Handys in den Lautlos-Modus zu schalten, keine Anrufe anzunehmen oder zu tätigen. "Mit Rücksicht auf andere Fahrgäste besteht in den Fahrzeugen das Gebot, mit Mobiltelefonen das Telefonieren zu unterlassen und nur die zusätzlichen Funktionen des Handys im Lautlos-Modus zu nutzen," heißt es dazu in den Beförderungsrichtlinien.
Mobilfunk-Nutzer: Ein Mann telefoniert in Wien mit dem Handy - in Österreichs Hauptstadt ist das noch erlaubt
Dass es jetzt nur "Gebot" wurde, können die Handy-Befürworter als Erfolg verbuchen, denn so droht hartnäckigen Quasselstrippen nicht wirklich eine Strafe. Im schlimmsten Fall können sie jetzt dazu angehalten werden, den Bus oder die Tram zu verlassen. Eine richtige Handhabe gegen renitentes Telefonieren haben die Grazer Fahrer und Kontrolleure aber auch mit der neuen Regelung nicht.
Ein Reporter der Tageszeitung "Die Presse" meldet am ersten Verbotstag aus Grazer Bahnen massive Verstöße gegen die neue Regelung: "Schülergruppen in den Straßenbahnlinien 3 und 6 benutzen ihre Handys sogar demonstrativ laut. Ohne Folgen."
Bürgermeister Nagl sieht seinen Vorstoß trotzdem als Erfolg. Er ließ es sich jedenfalls nicht nehmen, persönlich einige Straßenbahnen mit Aufklebern zu versehen, auf denen über einem durchgestrichenen Handy die Aufforderung "lautlos" zu lesen ist. Nagl bezeichnete das Gebot gegenüber dem "ORF" als "gutes und deutliches Signal", auch wenn "die Nation, die Stadt gespalten" seien.
Mit der dramatischen Formulierung von einer "Spaltung der Nation" in der Handy-Frage bezieht sich der Grazer Bürgermeister auf die dem Bann vorangegangene Diskussion. Darin hatte beispielsweise die Lobbygruppe "Forum Mobilkommunikation" von einem drohenden "Einschnitt in die Freiheit" gesprochen: "Das Handy darf (...) nicht zum Sündenbock werden, denn Kommunikation ist ein Grundrecht", erklärte der Geschäftsführer des Forums, Maximilian Maier.
Immerhin ist Lobbyist Maier jetzt mit der Kompromissformel "Gebot statt Verbot" einverstanden. Er gesteht zudem ein, dass mobile Telefonate nerven können, weshalb "Handykompetenz" statt Handy-Hemmungslosigkeit gefragt sei.
Und wenn man das Pathos der Wortmeldungen abzieht, könnten die Österreicher mit ihrem Gebot dazu eine geradezu vorbildliche Lösung gefunden haben. Denn die Grazer Regelung dürfte darauf hinauslaufen, dass sich der durchschnittliche Fahrgast beim Telefonieren zurückhalten wird - und zwar ohne die gesellschaftlichen Regeln mit einem weiteren Verbot restriktiver zu machen.
Sascha Koesch / Fee Magdanz / Robert Stadler
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Wenn mich ein lauter Handytelefonierer stört (Lokal, ICE usw.) gehe ich hin und sage folgendes: "Entschuldigung, können sie etwas lauter sprechen, dass ist so interessant was sie da erzählen und ich habe nicht alles [...] mehr...
Das sehe ich ähnlich. Das einzige Problem, das ich manchmal mit Handynutzern im Bus habe, ist, dass diese häufig recht laut sprechen (evtl. um trotz Hintergrundgeräusche am anderen Ende der "Leitung" noch verstanden zu [...] mehr...
dieses fortwährende gedudel und gequatsche kann einen wirklich auf den nerv gehen, auch ich hab ein menschenrecht mir nicht andauernd den blödsinn der anderen anhören zu müssen, der oder die soll zuhause quatschen und die [...] mehr...
Was ist an Telefonaten in der Öffentlichkeit so schlimm? Welchen Unterschied macht es zum Beispiel, ob jemand sich am Telefon unterhält und mit seinem Begleiter in voller Lautstärke plaudert? Wollen wir das dann als nächstes ver- [...] mehr...
Eine wunderbare Aktion! Ich hoffe inständig, daß auch in Deutschlands öffentlichem Raum - der inzwischen wie eine öffentliche Telefonzelle anmutet - den Überall-Telefonierern eine "Handykompetenz" vermittelt werden [...] mehr...
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