Von Konrad Lischka und Matthias Kremp
Wer ein gebrauchtes iPhone ohne den damit verbundenen Vertrag gekauft hat, besitzt zunächst nicht viel mehr als einen hübschen Briefbeschwerer. Denn offiziell läuft ohne einen von T-Mobiles iPhone-Verträgen gar nichts. Doch seit das Apple-Handy im Handel ist, mühen sich Hacker damit ab, das Gerät auch ohne Vertrag zum Laufen zu bringen.
Anfangs war das noch mit Lötarbeiten verbunden, später machten programmierbare SIM-Kartenadapter die Freischaltung leichter, mittlerweile aber braucht man nur noch eine Software, um das Apple-Handy vollständig zu entsperren. Mehrere Programmierer und Programmierergruppen kämpfen dabei um die Gunst der iPhone-Besitzer und bieten ausgesprochen unterschiedliche Lösungen an.
Vollkommen unnötig ist es aber auf jeden Fall, sich einem der kommerziellen Anbieter anzuvertrauen, die Freischaltsoftware im Netz anpreisen. Alles was man benötigt, um sein iPhone zu entsperren, gibt es kostenlos.
Viereinhalb Minuten bis zur Freiheit
So zum Beispiel das Pwnage Tool vom iPhone Dev Team. Diese Software soll sogar schon in der Lage sein, die künftige iPhone-Software-Version 2.0 freizuschalten. Allerdings ist sie etwas umständlich zu bedienen. Deutlich einfacher ist iPlus zu handhaben. Allerdings ist dessen Web-Seite nur schwer erreichbar.
Als zuverlässig und äußerst simpel hat sich dagegen ZiPhone erweisen. Das Programm ermöglicht es, ein iPhone mit nur einem Mausklick freizuschalten. Der eigentliche Entsperrvorgang läuft vollkommen automatisch ab und ist nach etwa viereinhalb Minuten abgeschlossen. Überdies ist die Software auch iPhone-Besitzern zu empfehlen, die ihr Handy mit einem T-Mobile-Vertrag betreiben.
Bald kommt die Software-Version 2.0
Denn das Programm kann, wie auch die meisten anderen Entsperr-Tools, das iPhone nicht nur komplett freischalten, sondern auf Wunsch auch nur einen sogenannten Jailbreak durchführen. Der ermöglicht es, kostenlose Zusatzsoftware auf dem Gerät zu installieren. Ein entsprechendes Installationsprogramm wird dabei auf das Gerät aufgespielt. Alle übrigen Sicherungen, die Apple eingebaut hat, bleiben bei dieser Methode erhalten.
Alle Methoden, das iPhone zu entsperren, haben aber einen Haken: Sobald man die iPhone-Betriebssoftware aktualisiert, werden sie überschrieben, das Apple-Handy wieder gesperrt. Das dürfte auch der Fall sein, wenn Apple, vermutlich am 9. Juni, das lang ersehnte Software-Update auf Version 2.0 freigibt. Allerdings behaupten etliche Hacker, auch diese Version bald freischalten zu können.
Wer also tatsächlich ein per Software-Hack freigeschaltetes iPhone benutzen will, sollte auch den sportlichen Ehrgeiz mitbringen, sich regelmäßig über Updates für "seine" Entsperr-Software zu informieren.
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Netzwelt | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Mobil | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH