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09.06.2008
 

UMTS, GPS, Software-Update

Apple startet Preiskampf mit iPhone 2.0

Von Matthias Kremp

Als Konzernchef Jobs das Gerät präsentierte, toste der Applaus: Apple hat ein rundum erneuertes iPhone mit UMTS, GPS-Modul und vielen neuen Funktionen vorgestellt. Das Modell 2.0 macht alle technische Kritik am Vorgänger vergessen - billiger soll es trotzdem sein.

Das Beste sparte sich Apple-Chef Steve Jobs bis zum Ende auf: den Preis. 199 Dollar soll das neue iPhone-Modell in der Acht-Gigabyte-Ausführung kosten - als halb so viel wie das Vorgängermodell. Die Version mit 16 Gigabyte Speicher, bisher 499 Euro teuer, soll für 299 Dollar angeboten werden. Mit Halbheiten wird man sich dennoch nicht begnügen müssen, denn die Ausstattung übertrifft den Vorgänger bei weitem.

Fast eineinhalb Stunden hatten die mehr als 5000 Anwesenden Software-Entwickler und Journalisten im Moscone Center in San Francisco Software-Demos und Produktankündigungen abwarten müssen - erst dann kam "seine Steveness" zum Kern der Veranstaltung: iPhone 3G soll die neue Version heißen und der Name ist auch Programm.

Ein Jahr nach der Einführung des ersten Modells kommt eine erweiterte Version auf den Markt. Anders als sein Vorgänger kann das neue Modell Mobilfunknetze der dritten Generation, also UMTS und HSDPA, für Datenübertragungen nutzen. Kritiker hatten lange gemäkelt, die EDGE-Anbindung des ersten iPhones sei zu lahm, nicht mehr zeitgemäß.

Positionsbestimmung per GPS

Damit soll es bald vorbei sein. Bis zu achtmal schneller als das Ur-iPhone soll das iPhone 3G-Web-Seiten herunterladen, über UMTS-Netze fast so schnell sein wie in W-Lans. Konkurrenzmodelle von Nokia und Blackberry will Apple in eigenen Tests locker übertrumpft haben.

Apple spendiert dem iPhone 3G auch ein GPS-Modul. Auch diese Funktion stand auf der Wunschliste vieler iPhone-Anwender. Ob oder wie man das iPhone 3G damit als Navigationsgerät nutzen kann - die Antwort darauf blieb Jobs schuldig. Stattdessen verwies er auf Möglichkeiten, die Positionsbestimmung zu nutzen, um ortsbezogene Dienste in Anspruch zu nehmen, so man kann sich also beispielsweise heraussuchen, wo die nächste Pizzeria liegt.

Mobile Breitbandformate

UMTS

Universal Mobile Telecommunications System - wird oft als Mobilfunkstandard der dritten Generation (3G) bezeichnet, da er deutlich höhere Datenübertragungsraten als sein Vorgänger GSM ermöglicht. Deutsche UMTS-Netze schaffen üblicherweise eine Bandbreite von 384 Kbit/s für die Datenübertragung vom Mobilfunkmast zum Endgerät. Reguläre DSL-Anschlüsse bieten heute üblicherweise 1024 Kbit/s. (mehr ...)

HSDPA

GPRS

Edge

WiMax

DVB-T

LTE

Befürchtungen, die Akkulaufzeit könnte unter den neuen Funktionen leiden, entkräftete Jobs. Das neue Gerät werde länger als der Vorgänger durchhalten, bis zu 300 Stunden Standby und 24 Stunden Musikabspielzeit, versprach er. Im GSM-Netz soll es bis zu zehn Stunden Sprechzeit bieten und fünf bis sechs Stunden Web-Browsen per UMTS bieten.

Auf dem Weg zur Mobilfunk-Weltherrschaft?

Auch an Details wurde gefeilt. Der Kopfhöreranschluss ist jetzt weiter außen am Gehäuse angebracht, so dass Standardklinkenstecker hineinpassen und keine Adapterlösungen mehr nötig sind, um Nicht-Apple-Kopfhörer nutzen zu können. Vor allem aber besteht das Gehäuse jetzt aus Plastik, statt wie vorher aus Metall - offensichtlich ein Tribut an die Preisgestaltung.

Am 11. Juli soll das iPhone 3G in 22 Ländern gleichzeitig auf den Markt kommen, auch in Deutschland. Bis zum Jahresende peilt das Unternehmen an, das iPhone 3G in 70 Ländern anzubieten.

Welche Preise Apples exklusiver iPhone-Vertriebspartner T-Mobile für das neue Gerät verlangen wird, ist derzeit noch unklar. Die bisher genannten Dollarpreise bezeichnete Jobs allerdings als Obergrenze. Vermutlich also wird das iPhone 3G inklusive Vertrag noch deutlich günstiger und damit massenmarkttauglich werden. Das ursprünglich angepeilte Ziel von zehn Millionen verkaufter Geräte bis Ende 2008 könnte Apple damit bei weitem übertreffen.

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