Von Matthias Kremp
Das neue iPhone wird billiger als das alte - aber nicht für alle. Bestandskunden, die bereits ein iPhone der ersten Generation besitzen, müssen einen Aufpreis berappen. Pro Monat, den der Alt-Vertrag eigentlich noch laufen würde, verlangt T-Mobile eine Ablöse von 15 Euro. Die Grundvoraussetzung, um überhaupt in den Genuss eines solchen Upgrades zu kommen, ist dass der bisherige Vertrag seit mindestens sechs Monaten läuft. Je nachdem, ob man also iPhone-Kunde der ersten Stunde ist oder sich gerade erst zum Jahreswechsel ein iPhone gekauft hat, muss man zusätzlich zum Preis des neuen Geräts zwischen 240 und 270 Euro zahlen.
Das Angebot sorgt unter upgrade-willigen iPhone-Besitzern für reichlich Unmut, wie etliche Zuschriften an SPIEGEL ONLINE zeigen. "Ich bin entsetzt über die Zehn-Euro-Strafsteuer für iPhone-Käufer der ersten Stunde", beklagt sich beispielsweise ein Leserbriefschreiber. Als Viel-Telefonierer und iPhone-Erstkunde hätte er erwartet, dass man ihm "das neue 3G-Modell gegen eine symbolische Summe anbieten würde." Eine Erwartungshaltung mit der er nicht allein dasteht.
SPIEGEL-ONLINE-Leser Tjark Aden etwa empfindet die Kosten der Vertragsverlängerung als "Strafgebühr" die ihm T-Mobile "aufdrückt obwohl dem Unternehmen keinerlei Kosten bzw. Verluste entstehen". Ein weiterer Leser ist schon einen Schritt weiter, rechnet vor, dass er "624 Euro für das Vergnügen" zahlen musste, "neun Monate als so genannter Early Adaptor mit dem ersten iPhone telefoniert zu haben", wenn er sich jetzt für eine Upgrade entscheidet. Die Monatsgebühren seines 89-Euro-Vertrags hat er dabei noch nicht berücksichtigt. Für ihn ist das Upgrade-Angebot "eine unglaubliche Unverschämtheit". Er fühlt sich, als hätte er "die Markteinführung des iPhones in Deutschland subventioniert".
Glückliche Briten
Im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE bezeichnet T-Mobile-Sprecher Alexander von Schmettow die harsche Kritik an der Upgrade-Regelung als "in hohem Maße unangebracht". Schließlich, so von Schmettow, sei "dieses Angebot in der deutschen Mobilfunkbranche ein echtes Privileg. Für andere Kunden mit Laufzeitvertrag gibt es keinen vergleichbaren Upgrade-Prozess". Dieses Privileg ist man bei T-Mobile aber offenbar gerne zu gewähren bereit, weil iPhone-Anwender vergleichsweise hochpreisige Verträge abschließen und ihr Handy intensiv nutzen. Von Schmettow bezeichnet die iPhone-Nutzer als "besonders attraktive Kunden" für den Konzern.
Demnach müsste das britische Mobilfunkunternehmen O2 seine Kunden als geradezu unwiderstehlich beschreiben. Apples britischer Mobilfunkpartner nämlich bietet seinen iPhone-Bestandskunden ein vollkommen kostenloses Upgrade auf das iPhone 3G an. Alles was man als Kunde akzeptieren muss, ist eine Vertragsverlängerung um 18 Monate.
Damit nicht genug, bekommen Anwender, die sich für einen der beiden teureren O2-iPhone-Tarife (57 bzw. 95 Euro monatlich, siehe Tariftabelle unten) verpflichtet haben, das neue 8GB-Modell kostenlos. Nutzer der günstigeren Tarifoptionen (38 bzw. 44 Euro monatlich) müssen für ein 8GB-iPhone 3G 125 Euro berappen.
| Britische O2-Tarife für das UMTS-iPhone | ||||
| S | M | L | XL | |
| monatlicher Grundpreis (in Euro umgerechnet) |
37 | 44 | 56 | 94 |
| Preis 8 GB UMTS-iPhone (in Euro umgerechnet) |
124 | 124 | 0 | 0 |
| Preis 16 GB UMTS-iPhone (in Euro umgerechnet) |
200 | 200 | 74 | 0 |
| Inklusivminuten monatlich | 75 | 600 | 1200 | 3000 |
| Inklusiv-SMS, monatlich | 125 | 500 | 500 | 500 |
| UMTS-Datenflatrate | inklusiv | inklusiv | inklusiv | inklusiv |
| Vertragslaufzeit (Monate) | 18 | 18 | 18 | 18 |
| Gesamtpreis 8GB-Modell (Gerätepreis plus 18 x Grundgebühr) |
790 | 916 | 1.008 | 1.692 |
| Quelle: O2 | ||||
iPhone allerorten
Das britische Unternehmen bietet auch Weiterverwendungsmöglichkeiten für das durch ein solches Upgrade nutzlos gewordene iPhone der ersten Generation an. Schenkt man das Gerät beispielsweise Freunden oder Familienmitgliedern, die bereits O2-Kunden sind, kann der Beschenkte seinen laufenden Vertrag in einen iPhone-Vertrag umwandeln. Und auch für Wenignutzer, die sich nicht an einen Mobilfunkvertrag binden wollen, will O2 eine Lösung anbieten. Mit sogenannten Pay & Go-Guthabenkarten sollen sich alle Funktionen des Apple-Handys nutzungsabhängig und ohne Vertragsbindung verwenden lassen.
Von derartig attraktiven Angeboten ist T-Mobile noch meilenweit entfernt. Immerhin aber gibt es Gerüchte, wonach die Telekom-Tochter auch schon Pläne für ein Prepaid-iPhone in der Schublade hat. Die werden aber wohl erst dann hervorgeholt, wenn der Hype um das neue Gerät sich gelegt hat.
In der Zwischenzeit gilt es, so viele Neukunden wie möglich vertraglich zu binden. Um dafür bessere Voraussetzungen als bisher zu schaffen, sollen offenbar mehr Verkaufsstellen geschaffen werden. Wie in den letzten Tagen bekannt wurde, wird das iPhone 3G nicht mehr, wie sein Vorgänger, ausschließlich über die Shops von T-Mobile angeboten. Stattdessen wird man es künftig auch bei der Apple-Handelskette Gravis, bei debitel sowie in den Saturn- und Media Märkten der Metro-Gruppe kaufen können. Zu welchen Konditionen die Geräte dort angeboten werden, ist bislang noch unklar. Es gilt allerdings als sicher, dass die neuen iPhone-Händler ausschließlich die auf das iPhone zugeschnittenen Complete-Verträge von T-Mobile unter eigener Flagge anbieten werden.
iPhone ohne Vertragsbindung
War es beim ersten iPhone noch vergleichsweise einfach, sich ein Gerät aus den USA zu besorgen und hier mit Spezialsoftware freizuschalten, will Apple diesen Graumarkt künftig offenbar austrocknen. So soll das iPhone 3G in den USA nur noch mit sofortiger Aktivierung verkauft werden. Wer also ein Apple-Handy im AT&T- oder Apple-Store kauft, muss dort auch sofort einen Vertrag unterschreiben, seine Kreditkarte verifizieren und das Gerät online aktivieren lassen.
Trotzdem wird es weiterhin die Möglichkeit geben, iPhones ohne Vertragsbindung zu kaufen - billig wird das allerdings nicht. So hat AT&T angekündigt, das 8GB-Modell für 599 Dollar (379 Euro) und das 16GB-Modell für 699 Dollar (442 Euro) vertragsfrei anzubieten. Ein ähnliches Angebot hat auch die Schweizer Swisscomm veröffentlicht. Dort soll das iPhone 3G ohne Vertrag 519 beziehungsweise 619 Schweizer Franken (322 Euro/384 Euro) kosten.
Die Netzsperre wird fallen
Ein Freibrief zur Nutzung des neuen Handys wie, wo und mit welchem Provider man will, sind diese Angebote aber nicht. Wie ein AT&T-Sprecher gegenüber der Nachrichtenagentur AP erklärte, sind auch die vertragsfreien iPhone mit einem sogenannten Netlock versehen, funktionieren also nur im Netz von AT&T. Dasselbe dürfte für alle anderen iPhones gelten, die ohne Vertragsbindung angeboten werden.
Ob und wie lange diese Netzsperre aber tatsächlich wirksam sein wird, bleibt abzuwarten. Sicher ist, dass etliche iPhone-Hacker sich schon jetzt darauf vorbereiten, auch das iPhone 3G von jeglichen Fesseln zu befreien. Ob sie dafür Tage oder Wochen brauchen werden ist unklar. Darüber, dass sie es schaffen werden, herrscht allerdings kaum Zweifel.
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Tja, und ich habe noch mal die mir am 5.12. zugesandte Werbung angsehen, von der aus ich online bestellt habe. Da steht nichts entsprechendes drin. Entsprechende Klauseln sind also wohl überraschend und hinfällig. mehr...
Wer hätte das von so einer tollen, kunden- und serviceorientierten, günstigen, zuverlässigen und schnellen Firma wie der deutschen Telekom gedacht. Man könnte ja meinen, dass die ihre Kunden abzockt? Wer mit dieser Firma [...] mehr...
Ich hab mich grad an diverse Kündigungswellen von ISDN-Flatrate Anbietern damals erinnert. Wäre es nicht theoretisch möglich ein Programm zu schreiben, das den ganzen Tag unnütze Daten runterlädt. Selbst bei Drosselung auf GPRS [...] mehr...
Zunächst mal ein Frage: Dieses Thema geht doch eigentlich nur die Erstkäufer etwas an. Warum fühlt sich nur jeder nicht-iPhone-Besitzer berufen irgendwelche Kommentare abzugeben, die auch noch fast immer negativ gegenüber dem [...] mehr...
Nun, in dem Fall hat T-Mobile verschiedene Verträge heraus gegeben, denn in meinem Vertrag steht das weder in der Leistungsbeschreibung, noch in den Geschäftsbedingungen. Warten wir mal ab, ich bin ganz sicher dass in wenigen [...] mehr...
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