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Funkverbot Hunde erschnüffeln Handys im Knast

Neue Waffe gegen unerlaubte Knastkommunikation: In zwei US-Staaten richten Vollzugsbeamte Spürhunde auf Handys ab. Bei Versuchen erschnüffeln die Tiere sogar in Fernsehern versteckte Handys - Fehlerquote: weniger als 20 Prozent.

Neben Drogen sind Mobiltelefone die wertvollste Schmuggelware in Gefängnissen. In den Vereinigten Staaten setzten Wärter nun Handy-Spürhunde ein. Nach ersten Erfolgen von Handy-Schnüfflern im US-Bundesstaat Virginia werden jetzt nach einem Bericht der "Washington Post" auch in Maryland Hunde speziell auf Mobiltelefone abgerichtet.

Knast: Deutsche Gefängnisse müssen Handy-Verbote mit Suchaktionen durchsetzten - in zwei US-Staaten lassen die Wärter Hunde Telefone wittern
DPA

Knast: Deutsche Gefängnisse müssen Handy-Verbote mit Suchaktionen durchsetzten - in zwei US-Staaten lassen die Wärter Hunde Telefone wittern

Die ersten drei dieser neuen Wunderwaffen gegen unerlaubte Knastkommunikation wurden Journalisten vorgeführt. Dabei gelang es den Tieren fast jedes Mal, die versteckten Telefone innerhalb von 30 Sekunden aufzuspüren - lediglich in einem von sechs Versuchen versagte die feine Hundenase. Sprich: Weniger als ein Fünftel der versteckten Mobiltelefone blieb unentdeckt.

Wirklich erstaunlich ist allerdings, dass die Hunde recht zuverlässig Handys von anderen elektronischen Geräten unterscheiden können. Bei der Vorführung der Gefängnisverwaltung von Maryland ließen sich die Tiere jedenfalls von TV-Geräten und Videorekordern nicht irritieren. Dem belgischen Schäferhund "Alba" gelang es sogar, ein Handy, das in einem Fernseher versteckt war, zielsicher aufzuspüren - obwohl in der Zelle noch zwei weitere, saubere TV-Geräte standen.

Laut Peter Anderson, dem für die Ausbildung der Handy-Spürhunde in Maryland verantwortlichen Beamten, sind Mobiltelefone keine leichte Aufgabe für die Tiere: "Marihuana zu erkennen ist wesentlich einfacher", erklärte Anderson gegenüber der "Washington Post". Wie die Hunde speziell Handys erkennen, und vor allem, wie sie die Telefone von anderen elektronischen Geräten unterscheiden, kann sich Anderson aber bisher nicht erklären.

Trotzdem geht der Justizvollzugsbeamte davon aus, dass sich speziell auf Telefone abgerichtete Hunde in Gefängnissen überall auf der Welt etablieren werden.

Als erster Handy-Spürhund gilt übrigens Springer-Spaniel "Murphy", der bereits 2006 in Großbritannien hinter Gittern auf Telefonpirsch war. Murphys Erfolge haben dann zu den Versuchen in Virginia geführt, die wiederum die aktuellen Tests in Maryland inspirierten.

Sascha Koesch / Fee Magdanz / Robert Stadler

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