Von Matthias Kremp
Das Google-Handy kommt nicht von Google. Es stammt aus Taiwan, genauer gesagt von HTC, einem Hersteller, der vor allem wegen einiger Mobiltelefone bekannt ist, deren Namen mit dem englischen Begriff "Touch" beginnen. Die basieren allesamt auf Microsofts Windows-Mobile-System, das HTC mit einer hübschen Optik veredelt. Bei dem HTC-Gerät, das vermutlich am Dienstag in New York offiziell vorgestellt werden soll, wird das kaum nötig sein.
Das ganz unbescheiden auf den Namen "Dream" getaufte Google-Handy wird von Haus aus mit einer ansprechenden modernen Oberfläche versehen sein. Wie die aussehen wird, daraus haben Google-Entwickler keinen Hehl gemacht. Zuletzt wurde das nahezu fertige System vor wenigen Tagen auf einer Entwicklerkonferenz in London gezeigt. Die Bilder lassen kaum einen Zweifel offen: Android wird Spaß machen, vielleicht ebenso wie das iPhone - wenn man es sich leisten kann.
Denn der Preis für das Android-Handy wird vom " Wall Street Journal" mit 199 Dollar angegeben. Damit wäre es genau so teuer wie das iPhone. Ebenso wie das Apple-Handy wird dieses Angebot allerdings nur in Verbindung mit einem Zweijahres-Mobilfunkvertrag gelten. Wie hoch die Kosten hierfür sein werden und ob es einen spezielle Google-Tarif geben wird, darüber kann man derzeit nur spekulieren. Der billigste Tarif von T-Mobile-USA kostet derzeit 30 Dollar - inklusive 300 Gesprächsminuten, aber ohne Datennutzung. Der billigste Tarif mit 1000 Gesprächsminuten und unbegrenzter Datennutzung schlägt mit 70 Dollar zu Buche - so viel kostet in den USA auch ein günstiger iPhone-Tarif.
Wann kommt es wirklich?
Aber muss man sich darüber überhaupt schon Gedanken machen? Nur weil T-Mobile am Dienstag ein Android-Handy vorstellt, heißt das noch nicht, dass man solche Geräte danach auch kaufen kann. Für uns Europäer gilt ohnehin die Einschränkung, dass wir wieder einmal Kunden zweiter Klasse sind. Zunächst, da scheinen sich Google, T-Mobile und HTC einig, soll der US-Markt befriedigt werden. Später erst die anderen.
Auch die Amerikaner werden sich wohl noch gedulden müssen. Die "New York Times" vermutet, dass das Dream erst im Oktober tatsächlich in den Handel kommen wird. Und selbst dann wird es möglicherweise noch für eine ganze Weile das einzige Google-Handy bleiben. Zudem da China Mobile seinen für die zweite Jahreshälfte geplanten Verkaufsbeginn eines Android-Geräts verschoben hat, wie " Newsfactor" berichtet. Andere Hersteller als HTC, die sich, wie beispielsweise Motorola, dem Google-System verschrieben haben, halten sich mit Ankündigungen zurück.
Tastatur plus Touchscreen
Dabei hat das von Google mitentwickelte und jederman zugänglich gemachte Mobiltelefon-Betriebssystem Android ganz sicher das Zeug, viele Freunde zu finden. Jetzt, in der beginnenden Vorweihnachtszeit, wäre der ideale Zeitpunkt, um sich gleich mit mehreren Modellen ein dickes Stück vom Smartphone-Kuchen zu sichern. Die notwendigen Zutaten bringen Android und offenbar auch HTCs Dream-Handy mit.
Technisch wird es das Google-Handy mit dem iPhone aufnehmen können: Einige Details konnte man bereits aus einem Dokument der US-Telekommunikationsbehörde FCC (Federal Communications Commission) entnehmen. Demnach wird es neben den Mobilfunkstandards GSM und GPRS auch schnelle Datenübertragung per EDGE und UMTS unterstützen. Außerdem kann es sich mit W-Lans verbinden, verfügt über ein Bluetooth-Modul und findet seine Position per GPS selbst heraus.
Die Steuerung allerdings dürfte sich deutlich von Apples Touchscreen-Prinzipien unterscheiden. Nicht umsonst wird das Gerät zusätzlich zu seinem berührungsempfindlichen Display über einen sogenannten Jog-Ball zur Cursor-Steuerung verfügen. Zudem sind angebliche Fotos des HTC Dream aufgetaucht, die eine Ausschiebetastatur zeigen. Das ist sicher nicht so innovativ wie Apples virtuelle Bildschirmtastatur, dürfte vielen Anwendern aber viel sympathischer, weil greifbarer sein.
Android wird schnell
Beim Vertrieb passender Software wiederum folgt das Android-Handy dem iPhone-Prinzip auf dem Fuße. Genau wie Apple will auch Google einen Online-Shop mit Programmen für Android-Telefone einrichten. Und genau wie beim iPhone soll die dort angebotene Software nicht nur via PC, sondern auch am Handy selbst, per W-Lan, geladen werden können. Dafür, dass dieser Shop vom Start weg gut gefüllt ist, hat Google frühzeitig gesorgt. Mit Preisgeldern in Höhe von zehn Millionen Dollar wurden Programmierer animiert, innovative Software für ein Handy zu schreiben, das es bis heute noch gar nicht gibt.
| HTC Dream: Die Daten des iPhone-Herausforderers | |
| HTC Dream | |
| Maße | 117 x 55 x 16 mm |
| Gewicht | 159 Gramm |
| Standby (lt. Hersteller) | k.A. |
| Sprechzeit (lt. Hersteller) | k.A. |
| Datenfunktionen | GRPS, EDGE, UMTS, HSDPA |
| GSM | Quadband |
| Bluetooth | Ja |
| USB | Ja |
| W-Lan | Ja |
| Digtalkamera | 3,1 Megapixel |
| Eingebauter Speicher | 64 MB |
| Audioformate | MP3, AAC, AAC+, WMA, MPEG4, WAV, MIDI, REAL AUDIO, OGG |
| Videoformate | H.264, 3GPP, MPEG4 |
| Sonstiges | GPS, SD-Karte, SMS, MMS |
| Preis | 199 Dollar |
Ausschlaggebend für den Erfolg des Google-Handys dürfte letztlich sein, wie schnell das Gerät am Ende ist und ob es sich ebenso leicht und zügig bedienen lässt wie das iPhone (zumindest seit dem letzte Software-Update). In dieser Hinsicht darf man optimistisch sein. Joel Espelien, Vizechef der Firma PacketVideo, deren Multimedia-Software auf dem Google-Handy laufen wird, hat sich dazu gegenüber " Forbes" geäußert . Android sei schnell, sagte er. So schnell, dass es jeden Geschwindigkeitstest gewinnen würde, auch gegen das iPhone.
Mindestens eine Sache aber wird das Google-Handy dem Apple-Fon voraus haben: Am Montag nämlich hat Google eine Mobilfunkversion seines Google-Maps-Aufsatzes Street View veröffentlicht. Die soll auf Mobilgeräten funktionieren, die Java-Programme unterstützen. Das iPhone freilich ist eines der wenigen Geräte, die das nicht tun.
Bei Google-Handys gehört Java zur Grundausstattung.
Auf anderen Social Networks posten:
Die Thematik verbesserungen lassen wir mal besser aussen vor. Nach einem gutem einwöchigen Test eines IPhones bleibt nur ein vernichendes Urteil übrig : Ungenügend. Stiftbedingung - wunderbar - zum SMS Schreiben eine Qual [...] mehr...
wirkl. apple fans beten nicht alles an, sie kritisieren und verbessern... das macht apple und osX ja so anders... auf mac foren wird sehr lebhaft kritisiert... wer etwas anderes behauptet hat leider keinen plan... und zu [...] mehr...
wer hat das den seit 10 jahren auf dem markt, mit multi-touch??? das wage ich mal anzuzweifeln... LOL... und iphone osX ist das innovative, nicht das iphone selbst, aber das haben viele noch nicht kapiert.... windows mobile, [...] mehr...
ich stimme dem teilweise zu, aber ein bericht muss nicht nur kritisch sein ,wobei kritik wichtig ist, wenn es kritikpunkte gibt...! das wichtige ist auch die positiven punkte der allgemeinheit zu präsentieren... und beim [...] mehr...
das das ding 3x so dick, mit ausgeklapptem keyboard total unhandlich ist, erwähnt mal wieder niemand... LOL.... android ist ne gute sache, aber HTC und die anderen haben und werden es nicht kapieren.... deswegen wird das iphone [...] mehr...
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