Seit 2006 gibt die Umweltschutzorganisation Greenpeace eine Rangliste der Elektronik-Hersteller heraus, den "Guide to Greener Electronics". Die Bewertung der Unternehmen basiert dabei auf Kriterien wie der Vermeidung bestimmter Schadstoffe, der Recycling-Rate, Selbstverpflichtungen der Firmen oder der Öffentlichkeitsarbeit zum Thema.
Nokia-Konzept für ein Recycling-Handy: Noch ist es Science Fiction
Nokia hat zuletzt durch diese Aktion auf sich aufmerksam gemacht: In Malaysia können Handy-Nutzer ihre gebrauchten Geräte - auch die anderer Hersteller - zukünftig in eigens aufgestellten Automaten zum Recycling abgeben. Damit reagiert der Konzern auf die Ergebnisse einer breit angelegten Erhebung zum Umgang mit gebrauchten Handys. Diese hatte unter anderem ergeben, dass nur kümmerliche drei Prozent aller Befragten ihre gebrauchten Handys gezielt dem Recycling zuführen.
Mit den "Integrated Nokia Kiosk" genannten Automaten sollen Konsumenten jetzt vermehrt zum Recycling ermuntert werden. Dabei spielt vor allem die Sichtbarkeit der Geräte eine Rolle, weil viele Nutzer schlicht nicht wissen, wo sie ihr altes Telefon abgeben können. Ein weiterer Faktor ist die Garantie, dass die abgelieferten Handys tatsächlich nach dem Stand der Technik recycelt werden. Zuletzt steht das "Integrated" im Namen für eine weitere Funktion der Automaten: Diese dienen nämlich auch als unkomplizierte Abgabestelle für defekte Handys, für die noch die Herstellergarantie gilt.
Sony-Ericsson hat das "GreenHeart Phone" angekündigt. Dahinter verbirgt sich ein Handy mit grünen Traumwerten: Angefangen von der reduzierten Verpackung über einen extrem geringen Energieverbrauch von 3,5 Milliwatt im Standby bis hin zum Bioplastik-Gehäuse und Keypads aus Recycling-Kunststoff. Der Haken am GreenHeart-Handy ist allerdings, dass es sich nur um Design-Konzept handelt, dessen Elemente irgendwann in die regulären Produkte einfließen könnten. Angesichts des vollmundigen Namens betreibt Sony-Ericsson hier also eher Greenwashing.
Anders ist die Rücknahme-Garantie einzuordnen, die der Konzern zeitgleich mit dem Öko-Konzept-Handy verkündete. Mit der Garantie versichert Sony-Ericsson, die eigenen Geräte rund um den Globus an Sammelstellen entgegenzunehmen, um sie nach dem Stand der Umwelttechnik optimal zu verwerten.
Die Ankündigung soll bis 2009 umgesetzt werden und dürfte auch Greenpeace freuen: In der vorigen Auflage des "Guide to Greener Electronics" wurde Sony-Ericsson nämlich insbesondere für sein schwaches Recycling-Programm gerügt.
Sascha Koesch / Fee Magdanz / Robert Stadler
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