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18.10.2008
 

iPhone-Spiel

Magier streitet mit Brauerei ums iBeer

Mit Software, die den Bewegungsmelder und andere iPhone-Funktionen geschickt nutzt, wird das Apple-Handy zum Partygag. Taschenspielertricks wie das "iBeer" sind dabei auch kommerziell interessant, weshalb jetzt vor Gericht um die Erlöse einer Biersimulation gestritten wird.

Kann noch irgendjemand über iPhone-Biersimulationen lachen? Vor ein paar Monaten war der virtuelle Schluck "iBeer" noch für Schenkelklopfer gut - um die Einnahmen aus dem Verkauf der Programme streiten nun ein US-Zauberkünstler und ein Brauereikonzern.

Ausgedacht hat sich das iBeer der Zauberkünstler Steve Sheraton, der seine Software auch als Zaubertrick versteht. Und weil iBeer demnach Teil seiner Profession ist, verschenkt Sheraton das kleine Trickprogramm auch nicht. Statt dessen lässt er es von der in Las Vegas beheimateten Firma Hottrix vermarkten, der Download des Tricks schlägt in Apples App Store beispielsweise mit 2,99 Dollar zu Buche.

Der virtuelle Biertrick für Partyspaßvögel hat sich laut Hottrix zunächst blendend verkauft. Und auch die Software-Spielereien, die Sheraton nach dem gleichen Schema kreierte, erfreuen sich demnach einiger Beliebtheit.

Zum großen Ärger des geschäftstüchtigen Zauberkünstlers veröffentlichte vor einigen Monaten eine Großbrauerei eine eigene Variante des iBeer-Tricks. Die Coors-Marke Carling ließ die Software grob nachbauen und verschenkte sie anschließend unter dem Titel "iPint" zu Werbezwecken. "Das tut mir richtig weh," erklärte Sheraton jetzt dazu der australischen Zeitung " Sydney Morning Herald": "Als Magier weiß ich einfach, dass das nicht richtig ist. Zauberkünstler beanspruchen eigentlich kein Copyright auf ihre Tricks. In Magierkreisen ist man aber unten durch, wenn man Tricks plump kopiert."

Aber der Magier fühlt sich nicht nur in seiner Berufsauffassung verletzt. Sein Vermarkter Hottrix verklagt vielmehr den Braukonzern Coors auf satte 12,5 Millionen Dollar Schadensersatz.

Diese Summe sei schließlich dem rechtmäßigen Urheber durch mehr als sechs Millionen Downloads des iPint an Gewinn entgangen. Zudem sei die Zahl der iBeer-Downloads mit dem Auftauchen der Gratiskonkurrenz signifikant zurückgegangen.

Dabei kann iPint laut Zauberkünstler Sheraton seiner Software eigentlich nicht das Wasser reichen: "iBeer bietet eine Menge cooler Funktionen. Es ist außerdem viel realistischer als iPint."

Sascha Koesch / Fee Magdanz / Robert Stadler

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