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23.11.2008
 

2-D-Barcodes

Mein T-Shirt, mein Link

Mit dem Aufkommen von 2-D-Barcodes und dem Boom der Foto-Handys erlebt die Idee von T-Shirts als Link ins Web Auftrieb: Im Idealfall muss der aufgedruckte Code nur mit dem Handy fotografiert werden, um auf die eigene MySpace-Seite zu führen.

Die Profilseiten sozialer Netzwerke wie MySpace oder Facebook sind heute für viele Menschen wichtige, wenn nicht das wichtigste Instrument der Selbstdarstellung. Allerdings haben die oft aufwendig erstellten Profilseiten den Nachteil, dass sie von Menschen, denen man in der Realität begegnet, nicht ohne weiteres gefunden werden. Die Idee, auf der Kleidung einen Link zur eigenen Seite zu plazieren, scheint daher naheliegend und erfolgversprechend.

Das Konzept, einen persönlichen Link sichtbar auf der Kleidung zu tragen, ist auch nicht neu. Die Etablierung entsprechender Systeme gelang bislang aber nicht, in erster Linie weil sie schlicht zu umständlich waren. Mit dem Aufkommen der sogenannten 2-D-Barcodes und dem Boom von Foto-Handys erhält die Idee vom verlinkten T-Shirt aber erneut Auftrieb. Denn damit ist das "Anklicken" von Textil-Links denkbar einfach geworden: Man muss nur noch ein halbwegs scharfes Foto vom 2-D-Barcode schießen, der Rest läuft im Idealfall automatisch ab.

T-Code

Auf die Kombination von 2-D-Barcodes und Foto-Handys setzt beispielsweise die Firma W-41. Auf der W-41-Website kann man bedruckte T-Shirts, Sweatshirts und Jacken erstehen, auf die gut sichtbar sogenannte Shotcodes gedruckt wurden.

Dabei handelt es sich um einen kreisrunden 2-D-Barcode, in dem ringförmig ein grobes Pixelmuster in Schwarz und Weiß angeordnet ist. Jedes T-Shirt von W-41 ist mit einem individuellen Shotcode bedruckt, der einen Link zur W-41-Site darstellt. Dort kann der Träger des Link-Shirts einstellen, wohin sein Barcode führen soll, und natürlich lassen sich diese Einstellungen auch jederzeit ändern.

Um den Shotcode anzuklicken, braucht man allerdings eine passende Software. Diese kann man gratis aufs Handy oder den PC herunterladen und so im Zweifelsfall direkt zur verlinkten Seite gelangen, jedenfalls wenn man ein Handy mit Internet-Zugang besitzt. Weniger gut ausgerüstete Menschen müssen das Foto auf einen Rechner mit der Shotcode-Software kopieren.

Standard-Wirrwarr

Zum Fotografieren des 2-D-Barcodes auf einem W-41-Kleidungsstück muss man sich dem Träger bis auf wenige Meter nähern, weil der Code-Kreis mit rund zehn Zentimetern Durchmessern sonst nicht lesbar ist. Daher stellt sich natürlich die Frage, warum man die Person nicht direkt anspricht. Aber auch jenseits dieser sozialen Komponente stehen der Etablierung der MySpace-Links auf dem Rücken noch Hürden entgegen, allen voran das Standard-Wirrwarr bei den 2-D-Barcodes.

Die Weiterentwicklung der Strichgrafik des klassischen Barcodes zum Pixelmosaik der 2-D-Codes wurde generell von Nachfrage nach mehr Speicherplatz ausgelöst. Dabei ist das Grundprinzip aber so einfach, dass es von zahllosen Firmen aufgegriffen wurde, weshalb es heute rund 70 verschiedene 2-D-Barcode-Systeme gibt.

Die meisten werden nur in geschlossenen Logistiksystemen eingesetzt, darüber hinaus konkurrieren aber immer noch rund ein Dutzend verschiedener Systeme um die Anwendungen in der Werbung oder eben auf T-Shirts. Und da jeder 2-D-Code eine spezielle Software zum Dekodieren der Grafiken benötigt, muss sich das Anbieterfeld wohl noch deutlich lichten, bevor das Konzept massenkompatibel werden kann.

Neben dem ShotCode, den W-41 verwendet, liegen dabei QR-Code und BeeTagg gut im Rennen. Der Erstgenannte hat sich nämlich in Japan praktisch als Standard etabliert, während die BeeTaggs damit punktet, dass zwischen den Pixeln ein Platz für Firmenlogos vorgesehen ist.

Sascha Koesch / Fee Magdanz / Robert Stadler

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