Dabei könnte der Storm ein tolles Telefon sein. Telefonieren nämlich funktioniert damit hervorragend. Die Sprachqualität ist klasse und die Freisprechfunktion taugt sogar fürs Auto, wenn man eine Halterung für den Blackberry hat. Vor allem aber macht der Storm als Multimedia-Player eine gute Figur. Videos beispielsweise kommen auf dem brillanten Display im Querformat wunderbar rüber. Musik lässt sich in etlichen Formaten, darunter MP3, AAC und WMA, abspielen - solange sie nicht kopiergeschützt ist.
Und auch eine Navigationsfunktion fehlt nicht. Die kann man wahlweise mit Google Maps oder mit Blackberrys eigener Kartensoftware nutzen. Letztere hat den Vorteil, dass sie eine recht brauchbare Navigationsfunktion bietet, ein echtes Navi durchaus ersetzen kann.
Gaaaaanz laaaangsam schwenken
Die integrierte Digicam allerdings wird eine richtige Kamera so schnell nicht ersetzen können. Weit besser als die Durchschnittskost der Kamerahandys ist sie aber allemal. Daran hat vor allem der Autofokus seinen Anteil, der Motive zuverlässig und schnell scharfstellt. Zwischen dem Druck auf den Auslöser und der Belichtung des Foto-Chips vergehen dann aber doch manchmal Sekunden, die das sonst positive Bild etwas trüben.
Geschwindigkeit aber ist ohnehin keine Stärke des Storm. Der Aufruf von Programmen, das Vergrößern von Web-Seiten und die Navigation durch die Menüs dauern einfach zu lange. Fast unerträglich träge ist der Beschleunigungssensor. Wie bei einigen Handys und Kameras soll er den Bildschirminhalt drehen, je nachdem, ob man das Gerät hochkant oder horizontal hält. Das tut er auch zumeist. Allerdings mit einer Verzögerung, die oft mehrere Sekunden dauert.
Mit oder ohne Vertrag?
Über Speicherplatz muss man sich als Storm-Anwender dagegen keine Sorgen machen. Eingebaut ist rund ein Gigabyte, genug für Hunderte Fotos, Songs, ein paar Videos und enorm viele Adressen und Telefonnummern. Sollte das nicht reichen, steckt man einfach noch eine microSD-Speicherkarte ein. Die gibt es seit kurzem mit Kapazitäten von bis zu 16 Gigabyte. Bei Vodafone kann man den Storm gleich mit einer solch üppigen Karte bestellen, muss dafür einen günstigen Aufpreis von 30 Euro einkalkulieren.
Womit wir bei den Preisen wären. Derzeit gibt es den Blackberry Storm exklusiv bei Vodafone. Je nach Vertrag, den man beim Kauf abschließt, werden zwischen einem und 200 Euro für das Handy fällig. In Verbindung mit dem Vertrag Superflat summieren sich die Gesamtkosten über den Vertragszeitraum von zwei Jahren auf 975 Euro. Darin enthalten sind der Storm, der Mobilfunkvertrag, ein Datenvertrag und die von Vodafone geforderte Anschlussgebühr. Alternativ kann man den neuen Blackberry auch ohne Vertrag bekommen, zahlt einmalig 480 Euro.
Flaute
Ein iPhone-Killer ist der Storm nicht. Möglich, dass Hersteller RIM die gröbsten Schnitzer per Software-Update ausmerzt und dabei auch noch die Geschwindigkeit verbessert, doch vorerst bleibt der Sturm aus. Mehr als ein laues Lüftchen kann der Touchscreen-Blackberry nicht erzeugen - auch wenn sein Name anderes verspricht.
Wer einen wirklich guten Blackberry als E-Mail-Handy mit Multimediafunktionen haben will, sollte lieber einen Blick auf den erst vor einer Woche eingeführten Curve 8900 werfen. Der hat im Gegensatz zum Storm sogar W-Lan an Bord, ist kleiner und viel leichter als sein großer Touchscreen-Bruder.
Vor allem aber hat er, was ein echter Blackberry offenbar eben doch noch braucht: eine richtige Tastatur.
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