Handy-Messe Mobile World Congress Mobilfunk mit mehr Megapixeln
Von Matthias Kremp
Gigahertz- und Lego-Handys, Acht-Megapixel-Mobiltelefone und neue Online-Dienste: Auf dem Mobile World Congress stellt die Branche ihre Pläne für 2009 vor. SPIEGEL ONLINE hat schon jetzt zusammengetragen, welche Neuheiten zu erwarten sind.
Am kommenden Montag ist es wieder soweit: Im spanischen Barcelona beginnt die wichtigste Handy-Messe des Jahres, der Mobile World Congress. Vier Tage lang zeigen Hersteller und Entwickler, welche Ideen sie ausbrüten, welche neuen Funktionen sie sich ausgedacht haben und welchen Designtrends die nächste Handy-Generation folgen wird.

Toshiba TG01: Auf der Website "Pocketlint" sind bereits Fotos von Toshibas Gigahertz-Handy zu sehen
Das Highlight der Messe - oder zumindest ein Highlight der Messe - könnte ausgerechnet von Toshiba kommen. In Deutschland ist das japanische Unternehmen eher als Notebook-Hersteller bekannt, führt als Handy-Anbieter bestenfalls ein Nischendasein.
Das könnte sich in diesem Frühjahr ändern. Denn in Barcelona will Toshiba das Windows-Mobile-Handy TG01 vorstellen, berichtet
"Pocketlint" und erklärt das Handy zum potentiellen iPhone-Konkurrenten. Britischen Toshiba-Managern zufolge werde das Telefon "die mobile Unterhaltungswelt revolutionieren". Mit anderen Worten: Da hat Toshiba sich ganz schön was vorgenommen.
Aber bisher sieht es so aus, als könnte das neue Mobiltelefon tatsächlich einige Pluspunkte für sich verbuchen. Das legen nicht nur die technischen Daten, sondern vor allem die Bilder nahe, die "Pocketlint" ins Netz gestellt hat. Auf den ersten Blick gefällt darauf der mehr als zehn Zentimeter breite Bildschirm, dessen Auflösung mit 800 x 480 Bildpunkten weit über den üblichen Standards liegt.
Noch wichtiger dürfte allerdings der Prozessor des Handys sein. Im TG01 setzt Toshiba erstmals einen neuen Chip namens Snapdragon ein. Der von Qualcomm entwickelte Handy-Antrieb erreicht eine Taktfrequenz von 1 GHz, ist damit der bisher schnellste Handy-Chip - und soll dabei auch noch außerordentlich genügsam mit dem Akkustrom umgehen. Vor allem aber soll er dafür sorgen, dass das TG01 beispielsweise Filme im Format DivX abspielen kann.
Und auch sonst fehlt es dem Gerät offenbar an nichts, was heutige Handys hip macht. So ist ein Beschleunigungssensor ebenso integriert wie ein GPS-Empfänger, HSDPA, W-Lan und Bluetooth.
Was nicht jedermann zu Begeisterungsstürmen animieren dürfte, ist, dass im TG01 Windows Mobile 6.1 läuft, ein Betriebssystem, dass nicht gerade für einfache Bedienung und Multimedia steht. Dem Microsoft-System hat Toshiba allerdings eine ausgesprochen bunte Benutzeroberfläche voller 3D-Animationen übergestülpt, so dass man vom Unterbau kaum noch etwas mitbekommt.
Mobile Breitbandformate
Universal Mobile Telecommunications System - wird oft als Mobilfunkstandard der dritten Generation (3G) bezeichnet, da er deutlich höhere Datenübertragungsraten als sein Vorgänger GSM ermöglicht. Deutsche UMTS-Netze schaffen üblicherweise eine Bandbreite von 384 Kbit/s für die Datenübertragung vom Mobilfunkmast zum Endgerät. Reguläre DSL-Anschlüsse bieten heute üblicherweise 1024 Kbit/s. (
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High Speed Downlink Packet Access - setzt auf UMTS auf, erzielt aber deutlich höhere Übertragungsraten bei der Übertragung vom Mobilfunkmast zum Endgerät. Die praktisch erreichbare Datenrate liegt zurzeit bei 1,4 Mbit/s. Durch technologische Verbesserungen soll sie allmählich auf 5,1 Mbit/s steigen. (
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General Packet Radio Service - dieser Standard zerlegt Daten beim Sender in einzelne Pakete, überträgt sie gestückelt und setzt sie beim Empfänger wieder zusammen. Durch Bündelung mehrerer Übertragungskanäle ist theoretisch eine Übertragungsrate von bis zu 171,2 Kbit/s möglich. Im praktischen Betrieb sind es meist 55,6 Kbit/s - so langsam waren Modems in den Zeiten vor DSL. (
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Enhanced Data Rates for GSM Evolution - Technik zur Erhöhung der Übertragungsrate von Daten in GSM-Mobilfunknetzen. Durch effizientere Modulationsverfahren sollen in der Summe bis zu 384 Kbit/s erreicht werden - das ist UMTS-Geschwindigkeit. Edge wurde bisher in 75 Ländern eingeführt. (
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Die WiMax-Technologie umfasst mehrere Standards zu Datenübertragung auf verschiedenen Funkfrequenzen. Manche WiMax-Standards brauchen eine Sichtverbindung zwischen Sender und Empfänger, bei anderen können die Signale auch Mauern durchdringen. Bei Tests soll WiMax schon Datentransferraten von mehr als hundert Mbit/s erreicht haben. Hermann Lipfert, Experte für Drahtlosnetze beim Münchner Institut für Rundfunktechnik (IRT), schätzt, dass in einer regulären WiMax-Funkzelle Tranferraten von 50 Mbit/s realistisch sind - unter idealen Bedingungen und bei Anwendung aller derzeit zur Verfügung stehenden technischen Tricks. Diese Bandbreite müssten sich dann wie bei UMTS alle Nutzer teilen, die in der jeweiligen Funkzelle online sind. (
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Der DVB-T-Standard regelt die Verbreitung digitaler Fernsehsignale per Funk. Der DVB-Standard ist zwar auch dafür ausgelegt, Internetinhalte zu übertragen - in den Frequenzbereich eines einzigen analogen Fernsehkanals (etwa sieben MHz) passen aber gerade mal 13 Mbit pro Sekunde hinein. Wenn an einer einzigen Sendestation also 20 Nutzer hängen, die gleichzeitig etwa einen Dateidownload versuchen, wird es schon eng - die Datenrate für jeden Nutzer läge unter einem Mbit/s, also niedriger als die der günstigsten DSL-Verbindungen, die derzeit im Angebot sind. "Die größte Gefahr für diese Technik ist, von der Gegenwart überholt zu werden", sagt Sven Hansen von der Computerzeitschrift "c't". Überträgt man die Inhalte über DVB, geht das auch nur in eine Richtung - wie beim Fernsehen eben. Der Rückkanal muss dann auf anderem Wege hergestellt werden, etwa über eine herkömmliche Telefonleitung. Mausklicks im Browser gingen bei dieser Methode über die Telefonleitung zum Provider, die angeforderten Seiten würden dann von der DVB-Sendestation zurück zum Empfänger gefunkt. Das ist umständlich - und langsam. (
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Long Term Evolution ist der Name, den eine Reihe von Mobilfunkunternehmen einem weiteren Standard der vierten Mobilfunkgeneration gegeben haben. LTE ist im Grunde eine Weiterentwicklung von UMTS - braucht aber gänzlich neue Hardware, einschließlich neuer Sendestationen. LTE konkurriert mit dem WiMax-Standard um die Marktführerschaft im mobilen Internet der Zukunft - zwischen den beiden Standards wird möglicherweise ein neuer Formatkrieg ausbrechen. LTE ist nach Einschätzung von Experten gegenüber WiMax allerdings etwa zwei Jahre im Rückstand, was die technologische Entwicklung angeht. (
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Wann das Gerät in den Handel kommen wird, ist noch offen. Irgendwann im Sommer soll es soweit sein, genauer mochte man sich bei Toshiba nicht festlegen.
Musikhandys, Downloadshops und Multimegapixel-Kamera-Phones: Lesen Sie auf den folgenden Seiten, welche Neuheiten auf der Handy-Messe zu sehen sein werden.
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