Was der Anbieter Twe2 dem Angebot voraus hat, auf dem er Huckepack fährt, ist vor allem eines: ein Geschäftsmodell. Denn bisher nutzen Schätzungen zufolge zwar rund sechs Millionen Menschen weltweit den Dienst Twitter, Einkünfte erzielt das Unternehmen daraus aber nicht. Es wird nichts bezahlt, Werbung gibt es auch nicht, der Geldbedarf wird bisher aus Risikokapital-Investments bestritten. Irgendwann soll irgendwie die wachsende Popularität des Dienstes in Umsatz verwandelt werden.
Twe2: Der Dienst ist ein Trittbrettfahrer des Twitter-Erfolges - und bietet den Twitter-Nutzern in Europa einen Service, den sie direkt von Twitter nicht bekommen
Die Betreiber versprechen, damit keinen Schindluder treiben zu wollen, was zumindest zeigefreudige Nutzer, die in Sachen Datenschutz weitgehend schmerzfrei sind, beruhigen mag.
Die technische Infrastruktur hinter Twe2 ist nicht ohne. Genutzt werden die Server des britischen Hosters melbourne und die SMS-Schnittstellen des Gratis-SMS-Anbieters Wadja. Im Grunde passiert also nicht mehr, als dass Twe2 eine Schnittstelle zwischen dem Wadja-Dienst und Twitter etabliert: Mit dem Zugang zu den Twitter-Accounts der angemeldeten Nutzer lassen sich die dort einlaufenden Nachrichten an Wadja durchreichen und "versimsen".
SMS-Service für den ganzen Rest der Welt
Dabei haben sich die Betreiber eine Menge vorgenommen. Nicht nur Deutschland und der Rest Europas steht auf der Liste der bereits versorgten Länder, sondern zahlreiche weitere in Asien, der Karibik, Südamerika und Afrika. Das sieht schon ziemlich vollständig aus, soll aber fortlaufend erweitert werden. Schon jetzt finden sich dort Natiönchen, die mehr Buchstaben im Namen als Twitter-Nutzer haben dürften.
Wie auch immer: In Europa dürfte der Service die Attraktivität des Twitter-Dienstes erheblich steigern. Wenn es funktioniert, verdient, wenn schon nicht Twitter selbst, zumindest jemand anderes einmal ein wenig Geld damit.
pat
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