Wegen einer Panne konnten knapp 40 Millionen T-Mobile-Kunden am Dienstag von 16 bis ungefähr 21 Uhr weder telefonieren, simsen noch im Web surfen. Eine Entschädigung steht den Kunden nicht zu. Die vertraglichen Geschäftsbedingungen von T-Mobile sähen bei solchen Störungen grundsätzlich keine Entschädigungen vor, sagte Unternehmenssprecherin Marion Kessing.
Störung im T-Mobile-Netz: Ein Software-Fehler war die Ursache
Auf Anfragen zu Ursachen der Panne und dem Krisenmanagement von SPIEGEL ONLINE antwortete T-Mobile am Mittwoch nicht. Welche "Wiedergutmachungs-Geste" für Kunden geplant ist, die ohnehin für eine SMS-Flatrate zahlen, erklärte der Konzern auch nicht.
Das SMS-Trösterchen an die Kundschaft ist für den Konzern eine preiswerte Geste: SMS-Dienste sind hoch profitabel, weil sie die Mobilfunkbetreiber kaum etwas kosten. Zumindest bei normalem Nutzungsverhalten: In den Vereinigten Staaten haben es zwei T-Mobile-Kunden geschafft, in einem Monat 217.000 Kurzmitteilungen zu verschicken - zusammen schafften sie 6000 Nachrichten am Tag. Die 40 Millionen deutschen T-Mobile-Kunden könnten somit - entsprechendes SMS-Training vorausgesetzt - rein rechnerisch am Sonntag 120 Milliarden Kurzmitteilungen verschicken.
Rekordversuch: ein teurer Spaß
Die US-Rekord-Anwärter hatten allerdings bei ihrem Dauer-SMS-Versuch Ärger mit T-Mobile bekommen: Mehr als 26.000 US-Dollar verlangt der Mobilfunkbetreiber von einem der beiden. Der 29-jährige Nick Andes hatte sich beim Dauer-SMS-Senden auf seinen Flatrate-Tarif verlassen hatte. Die Rechnung kam in einem Paket. Allein das Porto dafür betrug laut US-Medienberichten 27 Dollar.
Denn T-Mobile listete akkurat alle einzelnen Verbindungen auf - der Papierstapel soll so dick wie zwei Telefonbücher gewesen sein. Mögliche Erklärung: Wie Andes dem regionalen Fernsehsender WSB-TV sagte, habe T-Mobile ihm mitgeteilt, dass die Flatrate aus technischen Gründen auf 100.000 SMS pro Monat begrenzt sei. Dieses Limit sei zuvor nie ein Problem gewesen, da bislang kein Kunde derart schreibwütig gewesen sei.
lis/AP/dpa
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