Dienstag, 1. Dezember 2009

Netzwelt



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03.07.2009
 

Sommer der Smartphones

Nokia N97 - Finnen-Handy mit Extras

Von Matthias Kremp

Die Zutaten stimmen: Nokias N97 hat einen Touchscreen, eine gute Kamera, reichlich Multimedia-Schnickschnack und Online-Funktionen. Ist dies der lang erwartetet iPhone-Killer? SPIEGEL ONLINE hat das finnische Highend-Handy getestet.

Um das gleich klarzustellen: Nokias N97 ist kein iPhone-Killer. Muss es auch nicht sein, denn diese Vokabel haben die Finnen nie verwendet. Stattdessen haben sie sich reichlich Zeit damit gelassen, Touchscreen-Technik in ihre Highend-Multimedia-Handys zu integrieren - zumindest ein wenig.

Dabei haben Nokias Entwickler vieles richtig und einiges besser gemacht als Apples Ingenieure, als sie das neue Multimedia-Handy entwarfen: Bei identischer Bilddiagonale hat das N97 eine höhere Auflösung als Apples Handy und die Kamera mehr Megapixel, der 32 GB große Speicher lässt sich mit microSD-Karten noch erweitern und eine echte Tastatur gibt es auch.

Einen so schönen, schnellen und einfach zu nutzenden Touchscreen, wie ihn Apples Handy hat, gibt es dagegen nicht. Nokias berührungsempfindlicher Bildschirm arbeitet nach einem anderen Prinzip als Apples. Und das merkt man sofort. Wo beim iPhone eine sanfte Berührung reicht, muss man beim N97 schon fast zupacken, zumindest mit Nachdruck drücken. Multitouch, also die Bedienung mit mehreren Finger zugleich, beherrscht das Nokia überhaupt nicht. Eine Gestensteuerung, etwa um Bilder oder Webseiten zu vergrößern oder zu drehen, gibt es folglich auch nicht.

Dafür gibt es eine komplette QWERTZ-Tastatur, die sich unter dem Bildschirm hervorklappen lässt. Die taugt zwar bei weitem nicht zum Zehn-Finger-Tippen, ist aber gut genug, um darauf mit zwei Fingern auch längere Mails bequem schreiben zu können. Sehr schön gelöst: Ist die Tastatur hervorgeschoben, wird das Display um 30 Grad nach oben geschwenkt, macht das Multimedia-Handy zum Mini-Notebook.

Dem eigentlich sehr bunten Thema Unterhaltung widmet sich Nokia ausgesprochen pragmatisch. Der MP3-Player etwa beschränkt sich darauf, die nötigsten Kontrollen - Vor, Zurück, Play, Pause - bereitzustellen. Der Videoplayer liefert einfach eine Liste der vorliegende Videoclips, die man per Fingerdruck abspielen kann. Das ist schlicht, aber mehr braucht man unterm Strich auch nicht. Besonders aufregend ist diese Art, multimediale Inhalte zu präsentieren, allerdings auch nicht.

Mit Nachschub an Musik soll man sich natürlich aus Nokias Ovi Store versorgen, die notwendige Software ist auf dem Handy vorinstalliert. Man kann sich aber auch in anderen Online-Shops wie Amazon oder dem iTunes Store mit Musik versorgen, was vor allem dann sinnvoll ist, wenn man sich nicht mit dem Kopierschutzmechanismus herumplagen möchte, mit dem Nokia seine Musik versieht.

Auf dem Bildschirm geht es persönlich zu

Was sich auf dem Bildschirm tut, kann man nach Lust und Laune selbst bestimmen - so lange es sich mit den mitgelieferten Mini-Programmen, sogenannten Widgets, realisieren lässt. Nokia sieht darin eine der Kernfunktionen des N97, hebt diese Fähigkeit in seiner Werbung deutlich hervor. Mehr als ein Dutzend Widgets werden beim Kauf mitgeliefert, jeweils fünf solcher Progrämmchen passen auf den Bildschirm. Das Angebot reicht von einem Amazon-Programm über eine Facebook-Applikation bis zu Nachrichtentickern.

Weitere Widgets sollen mit der Zeit folgen, verspricht Nokia. Alles andere wäre auch ein unverständliches Versäumnis. Nicht nur, weil Widgets feine Möglichkeiten bieten, kontinuierlich via Web informiert zu bleiben, sondern vor allem, weil einige der mitgelieferten Widgets die gebotenen Möglichkeiten nicht einmal ansatzweise ausnutzen. So wie das Player-Widget, das einfach eine Art Kurzwahltaste zum Aufruf der Mediensammlung ist, erst wenn man dort etwa einen Musiktitel aufgerufen hat, wird auch auf dem Hauptbildschirm dessen Cover-Art, Vor-, Zurück, und eine Play/Pause-Taste anzeigt.

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