Akku-Problem Handy-Explosion tötet 20-Jährigen

Der Tod kam plötzlich: In China ist ein junger Mann offenbar durch die Explosion seines Mobiltelefons getötet worden. Die Tragödie ist kein Einzelfall. Bereits mehrfach starben Menschen oder wurden verletzt, als ihre Handys detonierten. Als Ursache wird meist der Akku gesehen.


Berichten chinesischer Medien zufolge hatte der Mann sich gerade einen neuen Akku für sein Handy gekauft, den Stromspeicher sofort aufgeladen und in sein Mobiltelefon eingesetzt. Kurz nachdem er das Telefon in seine Brusttasche gesteckt hatte, habe sich die Explosion ereignete. Eine Frau, die in einem angrenzenden Geschäft in einer Einkaufsstraße im südchinesischen Guangzhou arbeitete, erklärte Journalisten, sie habe einen lauten Knall gehört. Daraufhin sei sie sofort in den benachbarte Lenovo-Laden gelaufen.

Verschmolzenes Handy: Dieses Gerät sollte 2007 die tatsächliche Todesursache eines koreanische Arbeiters verschleiern
REUTERS

Verschmolzenes Handy: Dieses Gerät sollte 2007 die tatsächliche Todesursache eines koreanische Arbeiters verschleiern

Dort habe sie den 20-Jährigen bereits am Boden liegen sehen. Durch die Explosion war eine Halsarterie des Mannes verletzt worden, eine Blutlache breitete sich schnell über den Boden aus. Als Todesursache wird daher auch nicht die Explosion selbst, sondern der hohe Blutverlust angenommen. Von welchen Herstellern Handy und Akku stammten, ist nicht bekannt.

Ähnliche Fälle haben Asien in den vergangenen Jahren bereits öfters beschäftigt. So starb im November 2007 ein Arbeiter in der südkoreanischen Provinz Chungcheong angeblich an den Folgen einer Handy-Explosion. Ärzte vermuteten damals, der Druck der Explosion habe Herz und Lunge derart geschädigt, dass es zum Tod kam. Später stellte sich heraus, dass der Mann tatsächlich von einem Kollegen mit einem Baufahrtzeug angefahren worden war. Der fingierte Handyunfall sollte das echte Unglück nur vertuschen.

Kein Einzelfall

Einige Monate zuvor war ein Schweißer im chinesischen Shuangcheng gestorben, nachdem sein Handy explodiert war. Wie im aktuellen Fall war die Explosion hier aber nicht die unmittelbare Todesursache. Vielmehr wurde dem Mann durch die Druckwelle eine Rippe gebrochen, die sich in sein Herz bohrte. Obwohl der Schweißer noch notärztlich versorgt wurde, erlag er den Verletzungen.

Eine chinesische Tageszeitung berichtet in ihrer Online-Ausgabe von mindestens fünf ähnlich gelagerten Fällen, die sich seit 2002 ereignet haben.

Als Ursache solcher Handy-Explosionen werden immer wieder Billig-Akkus vermutet. In Europa wurden 2003 mehrere Fälle explodierender Handy-Akkus gemeldet. Damals wurden minderwertige Kopien von Marken-Akkus als Unfallursache identifiziert. Handy-Hersteller wie Nokia kennzeichnen ihre Original-Akkus seither mit Hologramm-Aufklebern.

Um derartige Unfälle zu vermeiden, gilt es einige simple Sicherheitsregeln zu beachten:

  • Verwenden Sie am besten nur Akkus und Ladegeräte vom jeweiligen Handy-Hersteller. Als Alternative können Produkte von Markenfirmen dienen. Von Billig-Akkus, wie sie etwa in Online-Auktionshäusern und auf Flohmärkten angeboten werden, sollte man die Finger lassen.

  • Schützen Sie Handy und Akku vor großer Hitze. Hohe Temperaturen können unkontrollierbare Kettenreaktionen im Akku auslösen, sogar zum Brand führen. Legen Sie das Handy beim Kochen, Bügeln oder Schweißen also lieber zur Seite.

  • Schützen Sie Handy und Akku vor Feuchtigkeit. Zwar kann man sie wieder trocknen, doch mögliche Korrosionseffekte können zu Fehlfunktionen führen.

  • Behandeln sie Akkus sorgsam. Übermäßiger Druck, Verformungen, Quetschungen und Kratzer können die inneren Strukturen beschädigen, zu Kurzschlüssen oder chemischen Reaktionen führen. Im Zweifel sollten Sie den Akku lieber ersetzen - und den alten korrekt entsorgen.

mak



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