Angriff aufs iPhone: Das Super-Handy kommt aus Russland
Es wird eng für Apple: Designer wie der Russe Artemy Lebedev entwickeln neue Smartphones, die ebenso schick aussehen wie das iPhone - und es technisch teilweise sogar übertrumpfen. Nun sind erste Bilder der Hightech-Handys im Netz aufgetaucht.
Der russische Designer Artemy Lebedev ist kein Unbekannter. Mit Konstruktionen wie der Hightech-Tastatur Optimus Maximus oder dem Lautsprecher Sonicum hat er schon häufig auf sich aufmerksam gemacht. Jetzt scheint ihm der nächste Geniestreich gelungen zu sein: Ein Mobiltelefon, das selbst iPhone-Jünger begeistern könnte.
Der Look des Handys ist gewohnt schlicht: Vollkommen schwarz hat Lebedev es gefärbt, eine schlichte Quaderform gewählt. Nur ein winziger Joystick und zwei schmale LED-Anzeigen durchbrechen die Front. Ansonsten wird das Gerät von seinem großen Bildschirm beherrscht, ganz wie das iPhone.
Technisch freilich gibt es einige Unterschiede zu dem Apple-Handy. Das fängt schon beim Touchscreen an, dessen Auflösung Lebedev mit 850 x 480 Pixel angibt. Das ergäbe fast dreimal so viele Bildpunkte wie beim iPhone, würde für ein gestochen scharfes, detailreiches Bild sorgen.
Schneller als UMTS
Aber auch an die Kleinigkeiten haben die Russen gedacht. An der linken Schmalseite des Handys ist ein Schacht für microSD-Karten zu erkennen, Speicherplatzprobleme sind damit ausgeschlossen. Ebenso ist ein TV-Ausgang vorgesehen, der das Telefon zum mobilen Videoplayer macht. Praktisch für Musikfans: Wie bei MP3-Playern ist seitlich eine "Hold"-Taste eingebaut, die sämtliche Tasten sperrt, versehentliche Eingaben damit unterbindet.
Interessant wird das Lebedev-Handy aber vor allen Dingen aufgrund seiner Netzwerktechnik. Dass es sich via Triband in GSM-Netze einwählen soll ist dabei ebenso wenig erstaunlich wie die Fähigkeit, Daten aus W-Lan-Netzwerken zu saugen. Ungewöhnlich aber ist die Integration der superschnellen Wimax-Datenübertragungstechnik. Denn während Wimax in Europa und den USA bestenfalls in kleinen Testnetzen nutzbar ist, wird sie in Russland seit wenigen Wochen aktiv genutzt und vermarktet.
Der Mobilfunkanbieter Scartel hat gemeinsam mit Samsung zunächst zwei Städte, Moskau und St. Petersburg, mit der schnellen Drahtlosetechnik überzogen und sich damit 20 Millionen potentielle Kunden erschlossen. Wohl, um denen einen verlockenden Anreiz zum Einstieg in das neue Netz zu bieten, wurde Lebedev mit der Entwicklung des Konzept-Handys beauftragt. Bisher hat der Anbieter nur drei unterschiedliche USB-Sticks für Laptops im Angebot, passende Handys gibt es nicht. Darüber, wann das Gerät tatsächlich auf den Markt kommt, was es dann kosten wird und welche Software darauf laufen soll, schweigen sich Scartel und Art Lebedev noch aus.
Ähnlich schweigsam gibt sich auch der kanadische Handy-Hersteller Blackberry, wenn es um sein erstes Touchscreen-Modell geht. Dass es Storm, also Sturm heißen wird und nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen dürfte, legen Informationen auf der Web-Seite Stormreviews nahe. Demnach wird der Storm nicht nur Datenübertragungen per UMTS und HSDPA beherrschen, sich per Fingerzeig bedienen lassen und auf Bildschirmeingaben sogar ein fühlbares Feedback liefern.
Zusätzlich soll der Storm auch das spezielle Mailbox-System des iPhone, die Visual Voicemail, handhaben und Musik aus dem iTunes-Store abspielen können. Gekaufte und kopiergeschützte Songs dürften davon aber wohl ausgeschlossen bleiben. Für Blackberry-Fans und E-Mail-Abhängige dürfte ein solches Gerät die Erfüllung aller Wünsche sein. Dass es bis zur offiziellen Ankündigung nicht mehr lange dauern kann, legen Berichte nahe, wonach bereits die Verpackung des Blackberry Storm fertiggestellt sein soll.
Motivation für Apples Ingenieure?
Schon lange in Kartons gepackt und auf dem Weg in die Regale ist dagegen das Xperia X1, Sony Ericssons neues Edel-Handy. Auch dieses Touchscreen-Gerät dürfte etliche Freunde finden. Dies vor allem, weil es wirklich schick aussieht und mit einer robusten Metalltastatur auch zu längeren Mail-Texten einlädt.
Unter der ungewöhnlichen Oberfläche, auf der Miniatursymbole von insgesamt neun Arbeitsseiten abgelegt werden können, werkelt freilich ein ordinäres Windows-Mobile-Betriebssystem. Diese Kombination aus moderner Touch-Oberfläche und Windows-Unterbau ist jedoch typisch für das taiwanesische Unternehmen, bei dem Sony Ericsson das Xperia für sich bauen lässt.
Dieser Hersteller ist nämlich HTC, jenes Unternehmen, das für seine Windows-basierten "Touch"-Handys schon reichlich Lorbeeren erntete und das jetzt auch das erste Google-Handy für T-Mobile fertigt. Anders als das 179 Dollar teure T-Mobile G1 wird das Xperia allerdings zum echten Luxusartikel. Mit einem Preis von 699 Euro wird es aktuell zur Vorbestellung angeboten. Daran dürfte sich noch einiges ändern, wenn man es bei gleichzeitigem Abschluss eines Mobilfunkvertrags kauft, billig wird es dadurch aber nicht.
Doch machen Geräte wie das Xperia, das T-Mobile G1, der Blackberry Storm und möglicherweise bald das Wimax-Handy von Art Lebedev eines klar: Die Apple-Konkurrenz holt mit Riesenschritten zum technologischen Vorsprung des iPhone auf. Und das ist gut so, denn diese Konkurrenz könnte Apple dazu antreiben, beim nächsten iPhone wieder mit ein paar echten Innovationen aufzutrumpfen.
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