Apple-Handy: Telekom-Chef verrät iPhone-Tarif

Apples erstes Mobiltelefon wird in Deutschland nicht so teuer wie vielfach befürchtet. Im Gespräch mit dem SPIEGEL machte Telekom-Chef René Obermann erstmals konkrete Angaben über die monatlichen Kosten des Kult-Handys.

"Das Einsteigerpaket wird unter 50 Euro pro Monat kosten und schon massig Internet-Surfen beinhalten", sagte der Telekom-Chef. Damit bestätigt er indirekt Gerüchte, die sich in den vergangenen Tagen verdichtet hatten. Weitere Details wollte Obermann nicht nennen - kündigte aber an, man werde die Tarife bald vorstellen.

Bisher war offiziell nur bekannt, dass das Gerät selbst 399 Euro kosten soll - die monatlichen Gebühren kommen dann noch dazu. Der Verkauf wird am 9. November beginnen, und zwar ausschließlich in Läden der Deutschen Telekom oder von T-Mobile, nicht aber in Apples eigenem Online-Shop.

Schon am Mittwoch hatte das Apple-Blog Macnotes.de mit Verweis auf vertrauenswürdige Quellen berichtet, der günstigste iPhone-Tarif liege wohl unter 50 Euro. SPIEGEL ONLINE hatte ähnliche Hinweise schon kurz nach Bekanntgabe der Kooperation zwischen Apple und der Telekom.

MacNotes.de will weitere Details über die iPhone-Tarife erfahren haben. Angeblich sollen diese den Mitarbeitern in den T-Punkten und bei der T-Mobile-Hotline bereits bekannt sein. Man habe die Mitarbeiter jedoch zu Stillschweigen verpflichtet, berichten Blogger.

Drei Tarife und eine Daten-Flatrate für alle

Käufern des iPhone sollen demnach drei Tarife zur Auswahl stehen, die sich durch die Zahl der Freiminuten und Frei-SMS unterscheiden. Eine Daten-Flatrate für das GPRS-Netz der Telekom soll in allen Preismodellen enthalten sein.

Im billigsten Tarif für 49,95 Euro wären demnach 100 Gesprächsminuten und 40 SMS-Kurznachrichten enthalten. Für 69,95 Euro bekäme man 200 Inklusivminuten sowie 150 SMS. Der teuerste Tarif schließlich soll für knapp 90 Euro 1000 Gesprächsminuten sowie 300 Inklusiv-SMS enthalten.

Die Nutzung des iPhone-Anrufbeantworters "Visual Voicemail" soll, ebenso wie das Surfen an einem der 8600 W-Lan-Hotspots der Telekom, im Preis enthalten sein. Für zusätzliche Gesprächsminuten, die über das im Preis enthaltene Kontingent hinausgehen, sollen je 39 Cent berechnet werden.

Amerika, du hast es besser

Sollten diese Angaben stimmen, würden die deutschen iPhone-Tarife etwa auf demselben Niveau liegen wie in Großbritannien. Beim dortigen Apple-Partner O2 liegen die monatlichen Kosten für das iPhone zwischen 35 und 55 Pfund (50 bis 80 Euro) pro Monat.

Im Vergleich zu den US-Tarifen stechen die Telekom-Preise allerdings nicht besonders löblich hervor. In den USA kostet der günstigste iPhone-Vertrag knapp 60 Dollar pro Monat, also etwa 42 Euro. Auf diesen Preis ist allerdings die je nach Bundesstaat unterschiedliche Mehrwertsteuer zu addieren. Vom Preis her liegt dieser Tarif also in etwa gleichauf mit dem der Telekom, allerdings bekommt man dafür von AT&T in den USA 450 Freiminuten sowie 200 Inklusiv-SMS. Von diesem Kontingent müssen in den USA freilich auch die eingehenden Anrufe und SMS bezahlt werden.

Trotz dieser Unterschiede scheint das iPhone weiter auf großes Interesse zu stoßen. In den USA sollen mittlerweile 1,325 Millionen Exemplare des Apple-Handys verkauft worden sein. Damit belegt Apple nach Angaben der Marktforscher von Strategy Analytics auf Anhieb den vierten Platz in den amerikanischen Handy-Verkaufscharts. René Obermann ist sicher, dass dem Hightech-Telefon ein ähnlicher Erfolg auch in Deutschland beschieden sein wird.

Das vollständige Interview mit dem Telekom-Chef finden Sie im aktuellen SPIEGEL, der ab Montag am Kiosk zu bekommen ist.

mak

Ergänzung: Wie einigen Lesern aufgefallen ist, haben wir es in einer früheren Version dieses Textes versäumt darauf hinzuweisen, dass in den USA eingehende Mobilfunkgespräche vom Angerufenen bezahlt werden müssen. Wir bitten das zu entschuldigen.

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