Apple: Jobs bestätigt iPhone-Hintertür

Apple-Chef Steve Jobs hat bestätigt, dass das Unternehmen eine Hintertür zu allen iPhones offenhält: Dadurch könnten nachträglich Anwendungen deaktiviert werden, die sich ein iPhone-Nutzer heruntergeladen und installiert hat.

"Hoffentlich müssen wir diesen Hebel niemals umlegen", sagte Jobs dem "Wall Street Journal", "aber es wäre unverantwortlich, so einen Hebel nicht zu haben". Die Hintertür funktioniere über den Zugriff auf eine bestimmte Webseite: Geht ein Nutzer mit seinem iPhone online, stellt das Telefon ab und zu eine Verbindung zu dieser Seite her. Dort kann Apple eine Liste mit Anwendungen ablegen, die als unerwünscht oder gefährlich gelten. Im Bedarfsfall setzt die Webseite auf dem Telefon dann einen Deinstallationsvorgang in Gang.

Apple-Chef Steve Jobs: Bekannte Farbe, nachdem die Gerüchte um Apples "Kill-Switch" nicht verstummen wollten
REUTERS

Apple-Chef Steve Jobs: Bekannte Farbe, nachdem die Gerüchte um Apples "Kill-Switch" nicht verstummen wollten

Jobs sagte dem "Wall Street Journal", man habe diese Hintertür ausschließlich eingebaut, um die iPhone-Käufer zu schützen. Um beispielsweise eine Anwendung aus Apples "App Store" entfernen zu können, die heimlich private Nutzerdaten ausspäht und verschickt - sollte so etwas jemals geschehen.

Den App Store lobte Jobs in den höchsten Tönen. Er habe "etwas Derartiges noch nie in meiner Karriere im Software-Geschäft erlebt", so der Apple-Chef. Er prognostizierte Umsätze von mindestens 360 Millionen US-Dollar im Jahr. "Vielleicht wird das irgendwann sogar ein Eine-Milliarde-Dollar-Markt", sagte er dem "Wall Street Journal".

Der App Store ist in den vergangenen Wochen mehrfach in die Kritik geraten. So beschwerten sich externe Entwickler, dass ihre Anwendungen zuerst zum Verkauf auf Apples Plattform zugelassen, dann aber ohne Begründung entfernt wurden. Vergangene Woche geriet dann eine Anwendung namens "I Am Rich" in die Schlagzeilen, die 1000 Dollar kostete - aber rein gar nichts tat, außer ein rotes Edelstein-Icon aufs Handydisplay zu zaubern.

Lebhafte Diskussionen über Apple und die Produkte des Unternehmens gibt es in diesem Jahr auch auf dem Security-Kongress Defcon in Las Vegas. Laut Cameron Hotchkies, Sicherheits-Analyst bei der Zero Day Initiative, wachse das Interesse krimineller Cracker an Apple-Produkten, seit deren Marktanteile stiegen. Gefahr drohe der Apple-Plattform aber auch durch die Portierung von Windows-Programmen auf den Mac. Laut Hotchkies könnten die Programmierer "potentielle Sicherheitslücken mit hinübernehmen".

Apples Anteile auf dem weltweiten PC-Markt sind in den letzten Jahren von rund drei Prozent Anfang des Jahrzehnts auf über acht Prozent im Sommer 2008 gestiegen. Der Marktanteil in Deutschland liegt knapp über 10 Prozent, wobei Macs bei den Privatrechnern stärker vertreten sind als in Unternehmen: An den Wochenenden erreicht der Mac-Anteil in den Log-Statistiken von SPIEGEL ONLINE seit einiger Zeit rund 14 Prozent.

cis/pat

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