Flatrate-Evolution DSL und Internet via Handy im Paket

Vodafone bietet ab sofort DSL mit mobiler Erweiterung in der Heimzone an. Das Ziel der General-Flarate für Sprach- und Datendienste im Mobil- und Festnetz lässt sich damit bereits erahnen.


"Konvergenz" war eines der Lieblingswörter des Internet-Hypes. Dder Begriff ist seit dem Platzen der New Economy-Blase gründlich diskreditiert. Das ist bedauernswert, weil dieser Tage Dienste lanciert werden, die die Bezeichnung konvergent wirklich verdienen: Mobil- und Festnetz, Sprach- und Datendienste verschmelzen endlich zu konsistenten Produkten.

Das letzte Beispiel für diesen Trend lieferte Vodafone mit der Ankündigung von drei Paketen, die DSL, Festnetztelefonie und Mobilfunk aus einer Hand versprechen. Das ist zunächst einfach praktisch, da man es nur noch mit einem Anbieter zu tun hat, der eigentliche Clou offenbart sich allerdings erst auf den zweiten Blick: Der konvergente und unkomplizierte Internet-Zugang via DSL und UMTS.

Freiheit in der "Heimzone"

Der Trend zum Einheits-Zugang in alle Netze von beliebigen Orten ist mit Produkten wie "Vodafone DSL" oder "T-One" zwar deutlich vorgezeichnet, genauso klar ist dabei allerdings, dass die Netzbetreiber ihr Pulver nicht auf einmal verschießen wollen und können, weshalb die aktuellen Angebote die zukünftige Flexibilität schon erahnen lassen, aber noch nicht voll umsetzen.

So kann man mit dem großen "Vodafone DSL"-Paket für rund 50 Euro im Monat sofort nach Vertragsabschluss via Handy online gehen, und zwar je nach gewähltem Mobiltelefon mit UMTS-Übertragungsraten von 384 KBit/s oder sogar mit HSDPA-Geschwindigkeiten von bis zu 1,8 MBit/s - diese mobile Erweiterung des DSL-Radius ist aber noch auf eine "Heimzone" von rund zwei Kilometern rund um den eigenen Wohnsitz begrenzt.

Die General-Flatrate

Das große Vodafone-Paket enthält gleich mehrere Flatrates (Mobil ins Festnetz, Internet-Telefonie ins Festnetz, Surfen ohne Limit, etc.), und in der aktuellen Angebots-Landschaft wird dem Unternehmen kaum vorgeworfen werden können, ein unattraktives Paket geschnürt zu haben.

Wenn man allerdings die Produktlogik konsequent weiterspinnt, kommt man nicht umhin, als Ziel der Entwicklung eine Art "General-Flatrate" zu erkennen: Denn natürlich ist die Begrenzung des mobilen Netzzugangs auf die Heimzone eine künstliche Grenze, die dafür sorgt, dass andere Vodafone-Services nicht kannibalisiert werden. Zu den fast zwingend kommenden Folge-Paketen ohne diese Einschränkung will man bei Vodafone daher auch aktuell noch nichts sagen.

Sascha Koesch / Fee Magdanz / Robert Stadler

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