Handy-Hochkultur Japan Duftschalen und Doppel-Displays

Handy-Haute-Couture in Japan. Die Winterkollektion der Mobiltelefone ist da, und sie ist extrem chic. Die Designerstücke aus Fernost beweisen den Niveau-Unterschied zu anderen Handy-Kulturen - und dass das iPhone so innovativ gar nicht ist.


Während in Europa und den USA gerade Apples iPhone als Gipfel der Handy-Innovation bestaunt wird, läuft in Japan das reguläre Mobilfunkgeschäft der dritten Generation mit Produktfeuerwerken, die Steve Jobs ziemlich alt aussehen lassen. Während Apple mit einer aufgebohrten Netzanbindung der zweiten Generation herauskommt, ist 3G in Japan schon ein vitaler Massenmarkt. Allein die beiden japanischen Marktführer NTT DoCoMo und KDDI haben zusammen über 30 Millionen UMTS-Kunden.

Konsequenterweise werden in Japan bereits die Claims für die vierte Netzgeneration abgesteckt mit deutlich besseren Übertragungsraten als das hiesige DSL. Die gerade vorgestellten japanischen Winterkollektionen scheinen aus europäischer Perspektive reine Science-Fiction.

Alles Bildschirm

NTT DoCoMo geht mit zehn neuen Modellen in den Endspurt des japanischen Geschäftsjahres, das am 31. März endet. Am augenfälligsten: das Klapp-Handy "D800iDS" von Mitsubishi, bei dem die Tastatur durch einen Touchscreen ersetzt wurde - derzeit ein einmaliges Konzept, während Apples reines Touchscreen-Konzept auch schon von LG angekündigt wurde, dessen Prada-Telefon wie ein iPhone-Zwilling aussieht.

Unter den neun weiteren neuen DoCoMo-Modellen sind das "SO903iTV" und das "SO703i" hervorzuheben, beide von SonyEriccson. Ersteres setzt die "Bravaria"-TV-Linie Sonys mobil fort. Sein Drei-Zoll-Display erlaubt die Video-Wiedergabe im 16:9-Format und kommt unter anderem mit einer Wiedergabefunktion für hektische U-Bahn-Fahrten in 1,3facher Abspielgeschwindigkeit. Das "SO703i" soll unterdessen mit auswechselbaren Duftschalen für besonders entspannte Telefonate sorgen, wobei die Nutzer zwischen neun verschiedenen Aromen wählen können.

Designerstückchen

KDDI, insgesamt Nummer Zwei auf dem japanische Handy-Markt, aber mit 17,4 Millionen UMTS-Kunden bei 3G führend, buhlt ebenfalls mit zehn neuen Modellen um Neukunden.

KDDI setzt vor allem auf Design. Allein die Online-Präsentation der aktuellen Kollektion ist sehenswert, so edel wurden Telefone für den Massenmarkt wohl noch nie vorgeführt. Die Modellriege wird vom "Media Skin" des Designers Tokujin Yoshioka angeführt. Und auch die Farbwahl des Casio-Handys "W51CA" lässt europäische Handy-Nutzer wie Mobilfunk-Barbaren aussehen: Zur Wahl stehen "Bloom Pink" oder "Cashmere White".

Sascha Koesch / Fee Magdanz / Robert Stadler



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