Jugendgefährdende Inhalte Initiativen zum Schutz im Netz

Die Bundesregierung wünscht sich medienkompetentere Eltern. Eine Werbekampagne soll ein erster Schritt in diese Richtung sein. Auch die führenden europäischen Handyfirmen haben sich zu einem stärkeren Schutz von Kindern und Jugendlichen verpflichtet.


Kulturstaatsminister Bernd Neumann hat Eltern dazu aufgerufen, ihre Kinder beim Surfen im Internet besser zu kontrollieren. Das Netz biete Kindern und Jugendlichen heute viele Chancen, berge aber auch Risiken, sagte der CDU-Politiker am Dienstag in Berlin anlässlich des Safer Internet Day. "Sicherheit im Umgang mit dem Internet kann es nur durch die gezielte Förderung von Medienkompetenz geben", erklärte Neumann.

Unter anderem mit einer groß angelegten Fernseh- und Kinokampagne sollen Eltern vor pornografischen, gewaltverherrlichenden und rechtsextremen Webseiten gewarnt werden. Auf bundesweit 200 Kinoleinwänden wird derzeit der von Bundesregierung und Filmförderungsanstalt unterstützte Kinospot "Wo ist Klaus?" gezeigt. In dem Film stehen Nazi-Schläger, Prostituierte und ein um sich schießender Roboter vor einer Haustür und werden von der Mutter freundlich ins Kinderzimmer gebeten. "Im normalen Leben würden Sie ihre Kinder schützen. Tun Sie es doch auch im Internet", heißt es am Schluss des Spots.

Handyanbieter wollen Kinder schützen

Um den Jugendschutz sorgen sich auch die europäischen Mobilfunkanbieter. Sie unterschrieben jetzt einen entsprechenden Verhaltenskodex. Zu den 15 Mobilfunk- und Inhalteanbietern gehören auch die Deutsche Telekom, Vodafone und O2. Die Unternehmen wollen in den nächsten zwölf Monaten jugendgefährdende Inhalte identifizieren und sperren. Zudem wollen sie Eltern und Kinder mit Werbekampagnen auf Gefahren hinweisen. In Deutschland haben nach EU-Angaben rund die Hälfte aller 6- bis 13-Jährigen ein Mobiltelefon.

EU-Medienkommissarin Viviane Reding rief alle Internetanbieter auf, sich dem Vorbild der Handyfirmen anzuschließen. Nach ihren Angaben sind die Gefahren für Minderjährige durch den Internetzugang auf vielen Handys deutlich gestiegen. Die jugendgefährdenden Angebote reichen laut Reding von nicht kindgerechten Spielen bis hin zu Pornoseiten.

cis/AP/AFP



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