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Kehrtwendung: Apple öffnet das iPhone

Apple denkt plötzlich um: Eigentlich sollten externe Entwickler keinen Zugriff auf das Innere des Handys bekommen - jetzt hat Steve Jobs seine Meinung geändert. Bald kann jeder fürs iPhone programmieren.

Unabhängige Anbieter dürfen der Ankündigung zufolge künftig ihre Programme auf dem iPhone speichern. Bislang sperrte Apple solche Anwendungen aus, erlaubte nur simple Mini-Anwendungen im iPhone-Browser. Anfang kommenden Jahres soll diese Barriere fallen, verspricht Apple-Boss Jobs auf der Firmenseite und freut sich auf "hundert neue Anwendungen" von einer "lebhaften Entwicklergemeinde".

Apple-Chef Jobs: Träumt von einer "lebhaften Entwicklergemeinde" für das iPhone
DPA

Apple-Chef Jobs: Träumt von einer "lebhaften Entwicklergemeinde" für das iPhone

Im Februar, so Jobs, werde Apple eine Entwickler-Umgebung anbieten, mit der Programmierer Software für das iPhone entwickeln können. Jobs erklärt die lange Wartezeit mit Sicherheitsbedenken. Man versuche, zugleich eine "offene Plattform" für die Entwickler und ein "vor Viren, Schadprogrammen und Angriffen auf die Privatsphäre" sicheres iPhone für die Nutzer zu schaffen. "Das ist keine leichte Aufgabe", so Jobs.

Ende September hatte Apple mit einer aktualisierten Betriebssoftware geknackte iPhones unbrauchbar gemacht und nebenbei alle nützlichen Anwendungen unabhängiger Programmierer ausgesperrt: Instant Messaging, Positionsbestimmung, Diktiergerät, eBook-Darstellung. Steve Jobs hatte bei seiner iPhone-Show in London gesagt: "Leute versuchen, das Gerät aufzubrechen. Unser Job ist es, sie zu stoppen."

Das rabiate Vorgehen erzürnte Apple-Fans. Die Reaktionen waren alles andere als wohlwollend. Die Apple-Fans selbst und auch die Presse, von "Wired" bis zur "New York Times" schimpften, Apple habe das iPhone mit der Aussperrung verkrüppelt.

Und wie schon beim Proteststurm nach der drastischen Preissenkung, die Frühkäufer für ihren Eifer bestrafte, reagierte das Unternehmen aus Cupertino auch dieses Mal. Kein Unternehmen erfährt derzeit so stark am eigenen Leib, was es heißt, in Zeiten der Internet-Öffentlichkeit Produkt-PR zu machen.

lis/cis

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