Nutzer-Ortung: Hilfe per Handy dank Sturzsensor

Der neue Handy-Dienst "mobiCare" verspricht Kranken und anderen hilfsbedürftigen Personen durch ein Endgerät mit Sturzsensor Hilfe in jeder Notlage. Damit die Rettung auch punktgenau kommt, wurde die Verbindung zwischen GPS und Handy-Datendiensten aufgebohrt.

Bereits für Ende 2005 hatte Siemens die Verfügbarkeit einer Lösung angekündigt, die sich "Secure User Plane Location" (SUPL) nennt und auf einem "Assisted Global Positioning System" (A-GPS) basiert: Die Abkürzung bezeichnet die Kombination von GPS-Satellitendaten mit denen eines weiteren Funknetzwerks, im Fall von SUPL der datenbasierten Mobilfunktechnologie.

MobiCare: Auf Hilfsfunktionen reduziertes Elementarhandy mit Sturzsensor und GPS-Ortung
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MobiCare: Auf Hilfsfunktionen reduziertes Elementarhandy mit Sturzsensor und GPS-Ortung

Klassische Navigationssysteme müssen - unter speziell für Handy-Akkus heftigem Stromaufwand - zeitaufwendig die Daten von mindestens drei quer über den Himmel verstreuten GPS-Satelliten auswerten, um zu einer Positionsbestimmung zu kommen, und besonders innerhalb von Gebäuden oder in engen Straßenschluchten sind die ausgesendeten Signale oft so schwach, dass eine exakte Ortung gar nicht möglich ist. Stark vereinfacht gesagt, nutzt SUPL nun den meist vorhandenen Handy-Empfang, um eine Art Schnappschuss des Satellitenempfangs an einen Server zu übermitteln, der aufgrund seines Wissens um die genauen Positionen der Satelliten schnell eine sehr präzise Ortung ermöglicht.

Programmiertes Hilfsprogramm

Muss man aber wirklich, noch genauer als durch eine Handy-Ortung möglich, wissen, wo sich jemand zu jedem beliebigen Zeitpunkt befindet? Im Notfall ja, und genau dort setzt das "mobiCare"-System ein. Denn bei einem Sturz aus dem Hochsitz könnte es das Leben des verunglückten Jägers retten, dass seine Position automatisch, in Echtzeit und nicht nur durch die ländliche Ungenauigkeit einer Handy-Funkzelle bestimmt werden kann - jedenfalls im Beispiel aus der Pressemeldung des mobiCare-Anbieters Mobitell.

Sollte also jemand aus gesundheitlichen Gründen befürchten, gelegentlich nicht in der Lage zu sein, in Notfällen 110 zu rufen, lässt sich ein komplettes Hilfsprogramm programmieren.

Drei Tasten für die Sicherheit

Bei Stürzen meldet sich das System je nach Voreinstellung automatisch beim Arzt, Verwandten oder dem Notdienst, dazu gibt es auch noch die Möglichkeit, prophylaktisch Kontrollanrufe durchzuführen, die mit dem Druck auf eine der drei Tasten des mobiCare-Handys mit "Ich bin OK" beantwortet werden können.

Solange das System auf diese Weise eingesetzt wird - und nicht zur Überwachung von Kindern oder allzu umtriebigen Rentnern - dürfte mobiCare einer sehr speziellen Gefahrengruppe ein nicht zu unterschätzendes Sicherheitsplus bieten - das allerdings seinen Preis hat: Für das mobiCare-Telefon werden zunächst bis zu 249 Euro fällig, dazu kommen monatliche und nutzungsabhängige Gebühren.

Sascha Koesch / Fee Magdanz / Robert Stadler

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