Von Konrad Lischka und Matthias Kremp
Was für ein Unterschied. Wer ganz offiziell Software für Apples iPhone programmieren will, muss sich erst mal für 99 Dollar als Entwickler registrieren. Bei Google winkt dagegen Geld für alle, die Anwendungen für das Handy-Betriebssystem Android erstellen - und zwar reichlich, wenn man ein besonders gutes, originelles oder wichtiges Programm entwickelt.
Fünf Millionen Dollar erhalten die Programmierer der jetzt offiziell gekürten 50 besten Android-Anwendungen. Alles in allem verspricht Google sogar zehn Millionen Dollar:
Natürlich macht der Konzern das nicht ohne Hintersinn. Er will sicherstellen, dass Android-Handys üppig mit neuer Software gefüllt werden können, sobald die ersten Geräte in der zweiten Jahreshälfte auf den Markt kommen.
Fast 1800 Programme wurden für den Wettbewerb eingereicht. Von Anfang Januar bis Mitte Februar hatten die Entwickler Zeit, interessante Konzepte zu erarbeiten und umzusetzen. Die Software muss in Googles Android-Emulator (siehe Video unten) lauffähig sein.
Die Investition hat sich für Google schon jetzt gelohnt, rechnet das US-Fachblog " Silicon Alley Insider" vor: Schließlich habe Google bei 1800 Programmen und fünf Millionen Dollar Preisgeld im Schnitt für jedes nur rund 2800 Dollar bezahlt.
Die Entwickler haben etliche Mobilanwendungen erdacht, die es bisher nicht gab oder zumindest nicht in dieser Form. Bei einigen fragt man sich, wieso nicht schon früher jemand darauf gekommen ist - ein Programm kann zum Beispiel je nach Aufenthaltsort automatisch zwischen Klingelton und Vibrationsalarm umschalten.
Unter den 50 Gewinnern könnten noch einige andere großartige Ideen versteckt sein. Vier Entwicklerteams wollten gar nicht öffentlicht genannt werden, viele geizen mit Informationen zu ihren Programmen - niemand will der Konkurrenz im jetzigen Stadium des Wettbewerbs zu viel verraten.

Wenn es jetzt auch noch die Hersteller schaffen, schicke und technisch ausgereifte Android-Handys zu konstruieren, könnte Apples iPhone gegen Jahresende eine mächtige Konkurrenz erwachsen. Zumindest aber müssen sich jene Programmierer, die iPhone-Anwendungen entwickeln, ins Zeug legen, um der wahrscheinlich recht großen Software-Vielfalt für Android-Geräte etwas entgegensetzen zu können.
Preisprüfer, Klingelton-Automatik, Wikipedia-Reiseführer - SPIEGEL ONLINE zeigt die interessantesten Ideen der Android-Programmierer:
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