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Sensor-Patent: Handy riecht Pollen und Bomben

Handys haben nicht nur einen spezifischen Geruch, der von abgerichteten Hunden aufgespürt werden kann, sie sollen bald auch mit einem eigenen Geruchssinn ausgestattet werden. Das Mobiltelefon wird so zum persönlichen Sensor für gesundheitsgefährdende Stoffe in der Luft.

Schnuppern: Ab jetzt kann's auch das Telefon

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In Großbritannien wird derzeit der wohl erste Spürhund ausgebildet, der auf Handys abgerichtet ist. Der Springer-Spaniel namens Murphy soll Mobiltelefone in Haftanstalten entdecken, um die einfache Kommunikation zwischen Häftlingen und Komplizen außerhalb der Gefängnismauern zu verhindern - allein in Südengland wurden 2005 nach einem BBC-Bericht rund 500 Handys in Gefängniszellen entdeckt.

Laut Hundetrainer Phil Bowyer hat sich Murphy bereits recht vielversprechend an seine Aufgabe gewöhnt, und wenn er sich in den kommenden Monaten bei Einsätzen in verschiedenen südenglischen Gefängnissen bewährt, sollen weitere Hunde auf Handys abgerichtet werden.

Handys bekommen Spürnase

Passend zur Erkenntnis, dass Handys offensichtlich einen spezifischen Geruch besitzen, stellt die Firma Gentag jetzt Handys mit Geruchssinn in Aussicht: Das Unternehmen hat ein Patent für einen Sensor angemeldet, mit dem eine ganze Palette von Chemikalien in der Luft aufgespürt werden kann.

Der Mini-Sensor ist speziell für den Einsatz in Handys oder Handhelds konzipiert. Gentag hält sich zwar im Bezug auf technische Details mehr als bedeckt, entwirft dafür aber gleich mehrere Szenarien für den möglichen Einsatz: Zum einen sollen die Handy-Sensoren Terror-Anschläge verhindern, indem explosive oder toxische Stoffe einfach und dezentral aufgespürt werden können. Daneben sollen Asthmatiker und andere Allergiker von ihren Handys rechtzeitig vor einer erhöhten Konzentration heikler Substanzen in der Luft gewarnt werden.

Persönliche Sensoren-Sammlung

Gentag ist auf mobile und kostengünstige Sensoren spezialisiert, und auch wenn der Nutzen des bereits realisierten UV-Strahlensensors im Handy eher fragwürdig ist, dürfte der Sektor in den nächsten Jahren boomen, vor allem in der Kombination mit den RFID-Funkchips. Hier besitzt Gentag ein Patent für in das Handy integrierte RFID-Lesegeräte.

Im resultierenden Zukunftsszenario lauern unsere Handys nicht nur auf Spuren von Chemikalien, gegen die der Besitzer allergisch ist, die Geräte kommunizieren darüber hinaus auch via RFID mit einem ganzen Netzwerk von Sensoren, die medizinische Parameter wie die Herzfrequenz oder Umweltfaktoren wie die Temperatur überwachen.

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