Solarhandys Mobilfunk mit grünem Gewissen

Sonnenstrom macht Handys umweltaktiv: Wenn am Montag die Handymesse Mobile World Congress beginnt, spielt neben neuer Technik auch der Umweltschutz eine Rolle. Schon jetzt sickerten Details zu drei Solarhandys durch, die auf der Messe Premiere feiern.

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Samsung macht vor wie's geht. Am Montag will das südkoreanische Unternehmen auf der Handymesse Mobile World Congress in Barcelona ein Handy mit einem grünen Gewissen vorstellen. Blue Earth, blaue Erde, soll das Gerät heißen, mit dem man vorbildlich umweltfreundlich mobil Telefonieren können soll. Solarstrom und Recyclingmaterialien sollen den Trick möglich machen, Softwarefunktionen dafür sorgen, dass man unterwegs Karmapunkte sammeln kann.

Denn den Strom zum Betrieb des Mobiltelefons erzeugen Samsung zufolge Solarzellen auf der Rückseite des Handys. Deren Energieausbeute soll ausreichen, um den Akku des Geräts unabhängig von Ladegeräten und Steckdosen mit Strom zu befüllen. Für den Fall, dass Wolken den Himmel verhängen oder es schlicht und einfach Nacht ist, liegt dem Mobiltelefon ein besonders sparsames Ladegerät bei. Nicht mehr als 0,03 Watt soll der Stromwandler im Standby-Betrieb vergeuden - ein vorbildlicher Wert.

Damit nicht genug - der Hersteller gibt an, das Gehäuse des Öko-Telefons werde aus einem Recycling-Plastik namens PCM hergestellt, das aus wieder verwerteten Wasserflaschen gewonnen werde. Bei der Produktion von Handy und Ladegerät werde zudem auf schädliche bromierte Flammhemmer sowie auf Beryllium und Phtalate verzichtet. Die Verpackung schließlich, soll aus Altpapier produziert werden.

Ein Schrittzähler für die Umwelt

Besonderen Wert legt das Unternehmen aber darauf, dass seine Ingenieure auch die Software des Blue Earth auf Energiesparen getrimmt haben. Einer Samsung-Pressemeldung zufolge sei die Benutzeroberfläche auf eine besondere Weise gestaltet worden, "um die Aufmerksamkeit auf Schutz der empfindlichen Umwelt zu lenken".

Deshalb sei es besonders leicht, die Helligkeit des Bildschirms zu verändern, die Leuchtdauer der Bildschirmbeleuchtung zu verkürzen und die Bluetooth-Funktion in einen Energiesparmodus zu versetzen. Mit einem einzigen Klick könne man das Gerät in einen "Öko-Modus" schalten.

Das Blue Earth verfügt außerdem über einen Schrittzähler. Der ist allerdings nicht wie man denken könnte dazu gedacht, sportliche Leistungen zu protokollieren. Stattdessen soll er über zu Fuß zurückgelegte Strecken Auskunft geben und sofort ausrechnen, wie viel CO2 man eingespart hat, indem man gegangen ist statt das Auto zu benutzen. Nebenbei soll damit vorgerechnet werden, wie viele Bäume man durch seine Spaziergänge gerettet hat. Niedlich, nicht?



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