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Überwachung: Regierung will heimliche Handy-Ortung verbieten

"Finde heraus, wo er sich herumtreibt" - mit solchen Werbesprüchen bieten Anbieter Dienste feil, die das heimliche Orten von Handys erlauben sollen. Nun will die Bundesregierung der heimlichen Überwachung per Funktelefon einen Riegel vorschieben.

Berlin - Die Bundesregierung will Bürger besser vor der heimlichen Ortung ihrer Handys durch private Dienste schützen. Die Übermittlung von Standortdaten an Dritte soll künftig nur noch dann möglich sein, wenn der Handy-Besitzer solch einer Ortung "ausdrücklich, gesondert und schriftlich" zugestimmt hat, teilte das Bundesministerium für Verbraucherschutz am Mittwoch mit.

Strand statt Konferenz: Wer Ausreden per Handy-Ortung aufdecken will, braucht die schriftliche Zustimmung des Telefonbesitzers
DPA

Strand statt Konferenz: Wer Ausreden per Handy-Ortung aufdecken will, braucht die schriftliche Zustimmung des Telefonbesitzers

Derzeit gebe es Ortungsdienste, die für die Einwilligung nur eine SMS von dem gesuchten Handy verlangen. Eine SMS sei jedoch einfach zu fälschen und belege nicht, dass sie tatsächlich vom Inhaber des Handys versendet wurde.

Nach dem Willen der Regierung muss nun der Handyinhaber bewusst solch einer Ortung einwilligen. Zusätzlich soll über die Zahl der erfolgten Ortungen spätestens bei der fünften Standortfeststellung informiert werden.

Eltern können ihre minderjährigen Kinder weiter per Handy orten lassen. Solch einen Service bietet etwa die Björn-Steiger-Stiftung ab monatlich 9,90 Euro an. Dabei wird der Standort eines Handys aufgespürt. Verlässt das Kind dann einen vorher festgelegten "Grünen Bereich", werden die Eltern benachrichtigt.

cis/AFP

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