Das Internet verursacht einen globalen Wandel, der vermutlich mindestens so tiefgreifend sein wird wie die Folgen der Einführung des Buchdrucks oder der Industrialisierung. Wir stehen nach wie vor am Anfang dieser rasanten Entwicklung, deren langfristige Auswirkungen heute niemand ernsthaft vorhersagen kann. Für die Gesellschaft, für die Politik und für viele Wirtschaftszweige hat dieser Wandel bereits jetzt massive, deutlich spürbare Folgen. Gerade die Branchen, die bislang am Verkaufen geistigen Eigentums Geld verdient haben, stehen vor schweren Zeiten.
Diesem fundamentalen Wandel jedoch mit einer prinzipiellen Abwehrhaltung zu begegnen, mit Rückzugsgefechten und ständigen Verweisen auf die gute alte Zeit, bringt rein gar nichts. Das Internet ist da, es ist global, es ist ein Hort für Information - und zwar auch für solche, die man vielleicht ekelhaft, geschmacklos oder geschäftsschädigend findet. Es gilt, Wege zu finden, mit diesem Wandel in konstruktiver Weise umzugehen. An diesem Punkt ist man in Deutschland noch nicht angekommen - bislang wird vor allem lamentiert, mehr oder minder sinnvoll reglementiert - und die neue Infrastruktur wird vom Gesetzgeber vor allem als neues Überwachungsinstrument in Stellung gebracht (Vorratsdatenspeicherung, Bundestrojaner).
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