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Protestkultur Anonymer Angriff aus dem Web

Anonymous: Cyber-Protest gegen die Regierung Rudd
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2. Teil: Radikalisiert sich jetzt der Web-Protest?

Für Anonymous, die auch in Deutschland mehrere Demonstrationen im Monat durchführen, wäre beides nicht ohne Risiko - denn Anonymous kann eben jeder sein, der sich so nennt: Die Anti-Scientology-Demonstranten in Düsseldorf, Berlin oder Hamburg sind nicht verantwortlich für die Attacken auf Australiens Regierung. Von denen gibt es angeblich eine ganze Flut, die nun öffentlich Anonymous zugerechnet werden.

Das ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit falsch: Abgesehen von der Attacke auf die Rudd-Web-Seite gehen wohl alle Angriffe auf das Konto von Defacern - Cyber-Vandalen, die aus der Übernahme und Veränderung vor allem von Regierungsseiten einen Sport gemacht haben. Das klingt politischer, als es ist.

Ein Blick ins Defacement-Archiv von Zone-H dokumentiert die Attacken. Die richten sich aber weder spezifisch gegen australische Regierungsseiten, noch gehen sie von Gruppen aus, die es besonders auf Australien abgesehen hätten. Von den 100 (Stand 13.9.2009, 13 Uhr) dokumentierten und erfolgreichen Attacken seit Freitag, dem 10. September, richteten sich 91 Prozent gegen Regierungsseiten in aller Welt.

Web-Vandalismus produziert immer wieder Schlagzeilen über "Cyberwars"

Mit Vorliebe attackiert werden Polizeiseiten sowie Selbstdarstellungsseiten von Regierungen und Ministerien. Immer wieder gelingen auch Hacks gegen australische Regierungs- oder Amtsseiten, meist erwischt es eher kleine. Am Samstag etwa fegte die "linuXploit_crew" die Web-Seite des Gesundheitsamtes von Cobaw im Bundesstaat Victoria aus dem Netz, sie ist noch immer unerreichbar.

Mit der Anonymous-Bewegung, der auch solche Attacken nun zugerechnet werden, hat all das nichts zu tun - aber es birgt Gefahren für die Bewegung, die sich mit dem Rudd-Hack und den angekündigten Netzwerk-Einbrüchen angeblich in ähnliches Fahrwasser begeben hat. Es gibt genügend Chaoten, die das Potential dazu hätten, zum Cyber-Äquivalent des schwarzen Blocks zu werden, der am Rand legitimer Demonstrationen Randale sucht. Was Anonymous bisher davor schützte, von jedem Hack und Crack für jedes Ziel gekapert zu werden, war das klar definierte Ziel der Bewegung.

Wie Anonymous zu alldem steht, ist schwer herauszufinden: Wo eine formelle Struktur fehlt, ist ein Ansprechpartner schwer auszumachen. Wir haben mehrere Gruppierungen angeschrieben. Wir wollten wissen, ob sich die ja aus einer Anti-Zensur-Aktion entstandene Bewegung mit den Aktionen in Australien solidarisiert? Ob man sie als Aktionen von Anonymous sehen kann? Ob sich der Fokus der Bewegung verschiebt, hin zu Protestaktionen, die über das Ziel Scientology hinausgehen? Bisher blieb eine Antwort aus.

Anzeichen dafür gibt es aber.

Zusammen mit der Pirate Bay protestierte Anonymous im Sommer 2009 gegen angebliche Manipulationen bei der iranischen Präsidentschaftswahl. Seit diesem Wochenende listet Wikipedia den Rudd-Hack als "Operation Didgeridie" Anonymous zu - Widerspruch dagegen gibt es bisher nicht. Sollte der dort und in den Anonymous-Foren ausbleiben, wären Tatsachen geschaffen. Egal, wer den Rudd-Hack tatsächlich durchgeführt hat, ob so etwas als Anonymous-Aktion akzeptiert wird, entscheidet sich in einem gruppendynamischen Prozess - durch Zustimmung, Ablehnung, am Ende aber vor allem durch Mitmachen.

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insgesamt 13 Beiträge
me_ 14.09.2009
"... Dahinter steht angeblich..." Wer gibt den das an? Das ist doch eine neue Masche das Netz im Sinne der Regierbarkeit mit Angst zu überladen. ANONYMOUS - hahaha -wer hat unser GELD?: ANONYMOUS, aber darauf wird [...]
"... Dahinter steht angeblich..." Wer gibt den das an? Das ist doch eine neue Masche das Netz im Sinne der Regierbarkeit mit Angst zu überladen. ANONYMOUS - hahaha -wer hat unser GELD?: ANONYMOUS, aber darauf wird nicht eingegangen. Herr Bin Laden ist ja gerade auch wieder aufgetaucht. Der 'Schreckens'winter kann also wieder kommen für die 80% die glauben das man sich am Gruseln wärmen kann. Viel Spaß dabei
jones2000 14.09.2009
Die Proteste richten sich doch in erster Linie gegen die Praktiken von Scientology - es dürfte doch klar sein warum das nur "anonym" möglich ist? Dass öffentlich bekannte Kritiker mit Rufmordkampagnen und [...]
Die Proteste richten sich doch in erster Linie gegen die Praktiken von Scientology - es dürfte doch klar sein warum das nur "anonym" möglich ist? Dass öffentlich bekannte Kritiker mit Rufmordkampagnen und Gerichtsprozessen belästigt werden ist hinlänglich dokumentiert - warum schreibt Spiegel nicht mal etwas dazu? In praktisch jedem "Anonymous"-Video das ich gesehen habe wird lediglich zu friedlichen "Spassprotesten" aufgerufen - aggressivere Formen wie z.B. die von manchen als Spass empfundene DoS-Attacke wurde im Nachhinein als Fehler gebrandmarkt. Natürlich sind "vermummte" Demonstranten eine Sache die man kritisch beleuchten muß, aber ich finde seltsamerweise auf Spiegel Online immer wieder Artikel (so zuletzt im Rahmen Tom Cruise/Operation Walküre) die sich dem Phänomen Scientology gegenüber doch zumindest recht naiv gegenüber stehen. Gottseidank scheint in Deutschland wenigstens die Regierung die Gefahr erkannt zu haben.
copic_marco 14.09.2009
Zunächst mal halte ich die Aussage das ein hack gegen eine Regierungsseite nicht politisch ist für blödsinn! Man muß sich kein 3 Buchstaben Parteikürzel auf die Jacke kleben um politisch zu sein. Gegen das System und alle ihre [...]
Zunächst mal halte ich die Aussage das ein hack gegen eine Regierungsseite nicht politisch ist für blödsinn! Man muß sich kein 3 Buchstaben Parteikürzel auf die Jacke kleben um politisch zu sein. Gegen das System und alle ihre Vertreter zu sein ist auch politisch. Ob das intelligent, sinnvoll oder gar produktiv ist sei dahingestellt. Wenn ich der Aussage überhaupt zustimme, dann nur insofern das ein mittelmäßiger Hacker es wohl kaum schaffen wird die Homepage eines Megakonzerns zu sabotieren, weil dieser eine echte Profiabteilung zu seinem Schutzunterhält. sollte der Angriff dann doch gelingen wird sich der Konzern sowiso an seine Schoßhündchen in der Regierung wenden und einen Gesetz fordern. Politik ist also das einfachere und ungefährlichere ziel, den Moral und Idiologie wird von unserem Rechtssystem weniger verteidigt als Kapital. Aus diesem Grund wird auch mehr gegen Raubkopieen unternommen als gegen Kinderpornografie. Wenn ich so darüber nachdenke... vielleicht sollten wir Anonymus moralisch motivieren, sich die Server vorzunehmen für die die Regierung nur ein erbärmliches Stoppschild übrig hat.
Fabian G 14.09.2009
lustig der autor. er schreibt eine gruppierung an die keine ist um eine stellungsnahme zu bekommen. ist das qualitäts journalismus? sehr komisch. anonymus ist eben keine wirkliche bewegung sondern ein synonym für menschen die sich [...]
lustig der autor. er schreibt eine gruppierung an die keine ist um eine stellungsnahme zu bekommen. ist das qualitäts journalismus? sehr komisch. anonymus ist eben keine wirkliche bewegung sondern ein synonym für menschen die sich wehren gegen eine regierung die macht was sie will. das ist erste bürgerpflicht. ebenso immer dieses gefasel von "netzaktivisten" mann. es sind die bürger der länder selber nicht irgendwelche spinnerten netzaktivisten die das internet als medium nutzen um gehört zu werden.
roflem 14.09.2009
Die Regierung in Dunkeldeutschland hat gar nix erkannt! Wieso würde sonst in Berlin eine riesengrosse "Kirche" von dieser Psychosekte stehen????? Was die Vermutungen um Anonymus angeht, die der Autor hier von sich [...]
Die Regierung in Dunkeldeutschland hat gar nix erkannt! Wieso würde sonst in Berlin eine riesengrosse "Kirche" von dieser Psychosekte stehen????? Was die Vermutungen um Anonymus angeht, die der Autor hier von sich gab: die nicht vorhandenen Strukturen, das quasi nicht existieren der "Gruppe", die Behauptung, dass wenn niemand dagegen Einspruch erhebe, es also Anonymus wäre, das sind alles Vermutungen.... Interessanter wäre gewesen, die DDos Attacken genau zu analysieren um herauszufinden ob sie einem botnet zuzuordnen sind und zu welchem! Die Gefahr ist doch nix neues: schaut Euch doch bloss mal an, was RBN und andere russische Banden im Baltikum und in Georgien mit den Webseiten gemacht haben....
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