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28.11.2009
 

Internetsperren

Köhler verweigert Unterschrift fürs Filtergesetz

Stoppschild: "Das Internet darf kein rechtsfreier Raum sein"Zur Großansicht
BKA

Stoppschild: "Das Internet darf kein rechtsfreier Raum sein"

Kritiker halten das Internetsperrgesetz für unvereinbar mit dem Grundgesetz, nun hat auch Bundespräsident Köhler Bedenken: Er will nach SPIEGEL-Informationen das Gesetz nicht ohne weiteres unterzeichnen, verlangt eine Stellungnahme der Bundesregierung.

Hamburg - "Ergänzende Informationen" hat Bundespräsident Horst Köhler von der Bundesregierung zum umstrittenen "Gesetz zur Erschwerung des Zugangs zu kinderpornografischen Inhalten in Kommunikationsnetzen" erbeten. Nach Informationen des SPIEGEL will Köhler erst nach Auswertung der Reaktion der Regierung entscheiden, ob er das von der bisherigen Familienministerin Ursula von der Leyen initiierte Gesetz unterschreibt oder nicht.

Zahlreiche Rechtsexperten betrachten das Internetsperrgesetz als verfassungswidrig (siehe Hintergrundkasten links). Auch Rechtspolitiker der neuen Regierungskoalition wie Max Stadler (FDP) halten es für unvereinbar mit dem Grundgesetz.

Im Koalitionsvertrag hatten Union und Freidemokraten vereinbart, das Sperrengesetz vorläufig nicht zur Anwendung zu bringen. Ein von Bundestag und Bundesrat verabschiedetes Gesetz kann jedoch nicht einfach zurückgezogen werden. Gesucht wird nun ein juristisch korrekter Ausweg: Möglich wäre etwa, dass Bundestag und Bundesrat eine neue Regelung verabschieden, mit dem das Gesetz über die Internetsperren wiederaufgehoben wird.

Köhler könnte warten, bis dieses Änderungsgesetz bei ihm eingeht, dann könnte er dieses ausfertigen - und das Internetsperrgesetz hätte sich erledigt. Der Berliner Staatsrechtslehrer Ulrich Battis hielte ein solches Vorgehen im vorliegenden Fall sogar "für sinnvoll", vor allem unter dem Gesichtspunkt, eine "unnötig" gewordene, weil politisch nicht mehr gewollte Norm "zu vermeiden".

Die Regierungskoalition könnte sich damit zugleich aus einem anderen Dilemma befreien: Eine Nichtanwendung des Gesetzes, wie es der Koalitionsvertrag vorsieht, so Battis, sei "hochproblematisch". Wäre das Gesetz erst einmal ausgefertigt, könnte die Bundesregierung es allenfalls für unanwendbar erklären, "wenn sie es für verfassungswidrig hält". Der Schwarze Peter liegt nun bei der Regierung, nicht beim Präsidenten.

lis

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17.02.2010 von Knut Olsen: 3qz5q3zhqertz

Eine schallende Ohrfeige für die Zensurbefürworter, die es jetzt wohl über den Umweg des "Jugendschutzes" versuchen werden. mehr...

09.12.2009 von jdm11000: Der Bundespräsident...

a) Der Bundespräsident ist kein Mitglied dieser Regierung. b) Der Koalitionsvertrag hat auch nichts mit dem Koalitionsvertrag zu tun. Werter Schreiber - bevor Sie sich äussern, sollten Sie mal die Verfassung dieses Landes [...] mehr...

08.12.2009 von splotch: Der letzte Sperrbefürworter

Ich hatte schon befürchtet, Sie kämen auf den richtigen Weg. Tatsächlich sollte man aber an dieser Stelle (Kindersicherung) ansetzen. Das hier nichts getan wird, unterstreicht vdL's Ignoranz. Die technischen Mittel sind da, man [...] mehr...

08.12.2009 von e-center: Kritische Stellungnahme zu derzeitigen Entwicklung auf dem Gebiet des Internets

Europaweite Debatten und Diskussionen der letzten Zeit haben eine gewisse Verunsicherung im Umgang mit dem Massenmedium Internet nach sich gezogen. Vermehrt wurden Stimmen laut, die mit dem Argument der Gefährlichkeit des Internet [...] mehr...

06.12.2009 von Adran: Stimmt..

Regierungen und Firmen, die sich für eine stärkere Überwachung der Aktivitäten im Internet einsetzen, stellen eine große Gefahr für Freiheit und Demokratie dar, so Tim Berners-Lee einer der Erfinder des World Wide Web [...] mehr...

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