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05.12.2009
 

Italien

Blogger organisieren riesige Demonstration gegen Berlusconi

Italiens Regierungschef Berlusconi: Immer wieder im Konflikt mit der JustizZur Großansicht
AP

Italiens Regierungschef Berlusconi: Immer wieder im Konflikt mit der Justiz

"No Berlusconi Day": Mindestens 90.000 Italiener demonstrierten in Rom gegen den konservativen Regierungschef Silvio Berlusconi. 700 Busse und vier Sonderzüge brachten die Protestler aus ganz Italien in die Hauptstadt - es war die erste über das Internet organisierte Kundgebung in Italien.

Rom - Riesenaufmarsch in Rom: Bei einer Demonstration gegen die rechtsgerichtete Regierung von Silvio Berlusconi sind am Samstag nach Angaben der Veranstalter mehr als 350.000 Menschen auf die Straße gegangen. Die Kundgebung stand unter dem Motto "No Berlusconi Day" - mit 700 Bussen und vier Sonderzügen wurden die Demonstranten aus ganz Italien angekarrt. Die Polizei sprach von 90.000 Teilnehmern.

Veranstalter waren weder Parteien noch Gewerkschaften, sondern eine Bloggergemeinschaft, die Anfang Oktober über das soziale Netzwerk Facebook einen Appell lanciert hatte, den umstrittenen 73-Jährigen zum Rücktritt aufzufordern. Innerhalb weniger Tage zählte die Gruppe Tausende von Mitgliedern. Für die Demonstration hatten die Organisatoren dazu aufgefordert, sich violett zu kleiden, weil diese Farbe in Italien nicht politisch einzuordnen sei.

Die größte italienische Oppositionspartei PD entschied sich dafür, nicht an den Protesten teilzunehmen. Gewerkschaften, Mitglieder der kommunistischen Partei sowie die kleine Anti-Korruptionspartei "Italien der Werte" von Antonio Di Pietro schlossen sich der Initiative an.

Kritisiert wurde vor allem, dass mehr über Berlusconis Skandale gesprochen werde als über seine Politik. Dies sei durchaus in der Absicht des Regierungschefs. Unbeachtet unterminiere der Premier so die Verfassung und die Demokratie, sagte der Sprecher der Veranstalter, Massimo Malerbo aus Catania.

Berlusconi gerät immer wieder in Konflikt mit der Justiz. Erst vor einem Monat scheiterte sein Versuch, durch ein umstrittenes Immunitätsgesetz gleich mehreren Prozessen zu entgehen. Italiens Oberstes Gericht erklärte die Norm für nicht verfassungskonform. Erst in dieser Woche wurde er zudem von einem Ex-Mafioso schwer belastet: Berlusconi solle sich kurz vor dem Einstieg in die Politik mit den Verbrechern verbündet haben.

vme/dpa/AFP

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insgesamt 318 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
23.03.2010 von stefan4632: endlich...

Endlich mal einer der nicht alles nachplappert was die ausländischen Medien über Berlusconi schreiben. Die meisten wissen nähmlich gar nicht dass in Italien ein Medienkrieg zwischen Murcoch und Berlusconi herscht. Murdoch [...] mehr...

21.03.2010 von Saccargia: Herr/Frau "benevolens"

Wenn sich ein Herr B. auf Kosten seiner Partei und die seiner Alliierten die "Demonstranten" nach Rom, in 3000 Bussen, Fährenm und Charterflügen herankarren läßt, ist das ein Zeichen von politischer Schwäche. Seine [...] mehr...

21.03.2010 von BPC:

Eine Mio? Wer sagt das? Sie? Silvo Berlusconi ad personam? Wenn man einen Vergleich der Bilder zieht, als auf dem gleichen Platz nach Angaben 650.000 Demonstranten waren und die Aufnahmen von gestern, kann man eindeutig sehen, [...] mehr...

21.03.2010 von dayo:

solange wir uns einen westerwelle leisten, sollten wir mit solchen äusserungen zurückhaltender sein. so einen riesenunterschied sehe ich da nicht. mehr...

21.03.2010 von benevolens: Nur mal so ein oder zwei Gedanken........

Was wissen wir denn schon tatsächlich? Bis auf diejenigen, die sich tatsächlich vor Ort informieren können, sind wir doch für gewöhnlich auf das angewiesen, was uns die im wesentlichen gleichgeschalteten hiesigen Medien als wahr [...] mehr...

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Immunitätsgesetze in Italien

"Lex Berlusconi"

Der italienische Regierungschef, der Staatschef und die Präsidenten der beiden Parlamentskammern sollten während ihrer Amtszeit Immunität genießen und nicht strafrechtlich verfolgt werden können – das besagten zwei praktisch identische Immunitätsgesetze, die unter Ministerpräsident Silvio Berlusconi 2003 bzw. 2008 verabschiedet worden waren.
Doch das italienische Verfassungsgericht erklärte das erste der Gesetze, den "Lodo Schifani", 2004 für verfassungswidrig und damit unwirksam. 2009 folgte die danach erlassene Regelung, der "Lodo Alfano".
Die Immunitätsgesetzgebung ist höchst umstritten: Die Opposition hatte gegen die Regelung protestiert und sie als "Lex Berlusconi" verurteilt. Zwar gibt es auch in anderen Ländern wie Frankreich, Portugal und Griechenland ähnliche Gesetze. Die Immunitätsgesetze in Italien wurden jedoch auf Drängen von Regierungschef Berlusconi erlassen und führten dazu, dass gegen ihn laufende Verfahren wegen Bestechung und Steuerhinterziehung für die Dauer seiner Amtszeit ausgesetzt wurden und damit zum Teil zu verjähren drohen.

"Lodo Schifani"

"Lodo Alfano"


Aus SPIEGEL 27/2003

A. Scattolon / A3 / Contrasto / Agentur Focus
Silvio Berlusconi - Der Pate

Die Akte Berlusconi

Die deutschen Geschäfte des Silvio B.

Leoluca Orlando über Berlusconi





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