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06.01.2010
 

GEZ-Web

NDR-Chef nennt iPhone-"Tagesschau" Grundversorgung

GEZ-Anmeldeformular: Verlage kritisieren gebührenfinanzierte iPhone-AppsZur Großansicht
dpa

GEZ-Anmeldeformular: Verlage kritisieren gebührenfinanzierte iPhone-Apps

Streit um GEZ-Inhalte fürs iPhone: Medienpolitiker verlangten einen Dreistufentest für die gebührenfinanzierte "Tagesschau"-App, der verantwortliche NDR-Intendant Marmor widersprich der Kritik: Die iPhone-"Tagesschau" sei gar kein neues Angebot.

Die Verlage experimentieren mit Bezahlinhalten für das iPhone: Erst führte der Axel-Springer-Verlag kostenpflichtige iPhone-Anwendungen von "Bild" und "Welt" ein, nun zieht die "Süddeutsche Zeitung" nach. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk will gegen diese Angebote mit vermeintlichen Gratis-Apps angehen. Die iPhone-"Tagesschau" soll nichts kosten - finanzieren werden das Zusatzprogramm alle Gebührenzahler, zwangsweise.

Verleger hatten das Vorgehen der Öffentlich-Rechtlichen scharf kritisiert, von "einer nicht tolerierbaren Marktverzerrung" sprach zum Beispiel der Axel-Springer-Verlag. In der aktuellen Ausgabe der "Zeit" fragt nun der für Medien zuständige Chef der Mainzer Staatskanzlei, Martin Stadelmaier, warum der NDR die geplante iPhone-Applikation der "Tagesschau" nicht einem Dreistufentest unterzogen habe. Der sei seiner Ansicht nach erforderlich.

Mit diesem Test hatten die Ministerpräsidenten der Länder Vorgaben der EU-Kommission umgesetzt und Grenzen für die Online-Angebote von ARD und ZDF definiert. Der damals geschlossene Rundfunkänderungsstaatsvertrag sollte verhindern, dass die Sendeanstalten online machen, was sie wollen. Der Test soll prüfen, ob geplante Angebote

  • vom öffentlich-rechtlichen Auftrag gedeckt sind,
  • zum publizistischen Wettbewerb beitragen
  • und wie viel Geld sie kosten werden.

Der Intendant des für die "Tagesschau" verantwortlichen NDR, Lutz Marmor, lehnt einen solchen Test für die iPhone-"Tagesschau" ab. In der "Zeit" führt er aus, man müsse solche iPhone-Anwendungen der GEZ-Sender nicht prüfen lassen. Marmors Argumentation: "Weil man schon jetzt alle Inhalte vom iPhone abrufen kann, die wir bald auch mit der App zur Verfügung stellen werden, braucht es keinen Dreistufentest. Wir machen gar nichts Neues, sondern aus drei Klicks einen. Es wird einfacher, komfortabler."

Der Intendant sieht die Versorgung von iPhone-Nutzern mit einer eigenen Anwendungen als Teil des Auftrags der Öffentlich-Rechtlichen: Wörtlich sagt er der "Zeit": "Wir haben nicht nur einen Grundversorgungsauftrag, sondern auch eine Bestands- und Entwicklungsgarantie. Und wenn etwas zur Grundversorgung gehört, dann ja wohl die "Tagesschau". Ihre Inhalte sollten auf allen relevanten Ausspielwegen zugänglich sein."

Nutzungszahlen deutscher News-Sites: Wie sich das GEZ-Web breit macht
Angebot Visits (Millionen) PIs (Millionen)
Bild.de 103,1 1360,4
SPIEGEL ONLINE 102,6 526,1
ARD Online gesamt* 34,5 204
FOCUS ONLINE 22,2 132,8
sueddeutsche.de 21,7 151
Tagesschau.de allein 20,2 61,5
WELT ONLINE 18,6 142,8
FAZ.NET 17 91,8
stern.de 14,6 152,3
ZEIT online 10,3 60,4
rp-online (Rheinische Post) 9 71,3
DerWesten.de (WAZ) 6,8 78,4
Hamburger Abendblatt Online 5,1 47
* zu ARD Online zählen die fünf Online-Gemeinschaftseinrichtungen der ARD: ARD.de, tagesschau.de, sportschau.de, boerse.ARD.de und DasErste.de. Für das ARD Netzwerk (sämtliche Onlineangebote der ARD) veröffentlichen die Rundfunkanstalten keine Visits. Die PIs sind aber mit 505 Millionen im August 2009 doppelt so hoch wie die für ARD online.
Quellen: ARD Online Nutzungszahlen August 2009, IVW Online Nutzungsdaten August 2009

lis

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Die neuesten Beiträge:
17.11.2009 von fpa: Qualität ohne Zwangsgebühren

Warum nehmen Sie nicht das Beispiel DMAX? Das Geld für die Qualität des Tagesprogramms wird dort wohl auch damit verdient, dass sie nachts Appetizer für Ihre Branche senden. Kommt mir irgendwie bekannt vor. Von der Pokerwerbung. [...] mehr...

16.11.2009 von Steve Holmes:

Qualität kann es auch ohne Zwangsgebühren geben. Ein gutes Beispiel ist NPR (http://www.npr.org) und PBS (http://www.pbs.org) die sich von *freiwilligen* Beiträgen der Zuschauer und Hörer finanzieren und ein hervorragendes [...] mehr...

16.11.2009 von hofnarrflorian:

Ich glaube nicht, dass wir eine öffentlich-rechtliche Netzpresse brauchen. Die privaten Angebote sind doch vollkommen ausreichen. Zudem gibt es noch zahlreiche Blogs von Bürgern, die Leser auch mit Infos versorgen. Ich denke [...] mehr...

16.11.2009 von Hans Bergman:

Noch mehr von diesem privaten Dreck? Um Gottes Willen, bitte nicht. Öffentliche Anstalten haben auch einen Bildungsauftrag. Entfällt das, dann ist es um die Kultur hier im Land völlig geschehen. Die Jüngeren werden es nicht [...] mehr...

16.11.2009 von Steve Holmes:

Es wird Zeit ARD und ZDF zu privatisieren und die GEZ Gebühren abzuschaffen! mehr...

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Erklärung: Der Dreistufentest

DPA

Der Public-Value-Test oder Dreistufentest soll neue und veränderte Online-Angebote von ARD und ZDF auf drei Kriterien überprüfen.

Erstens soll sichergestellt werden, dass "das Angebot den demokratischen, sozialen und kulturellen Bedürfnissen der Gesellschaft entspricht",

zweitens soll "das Angebot in qualitativer Hinsicht zum publizistischen Wettbewerb beitragen" und

drittens soll "der finanzielle Aufwand" dargelegt werden. Die Gremien müssen das mit einer Zweidrittelmehrheit beschließen.






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