Handy-Nutzer in China müssen die Worte, die sie in Textnachrichten (SMS) benutzen, künftig offenbar besonders vorsichtig auswählen. Wie der britische "Telegraph" und die staatliche chinesische "Global Times" melden, werden viele der von chinesischen Handys verschickten Kurznachrichten ab sofort mitgelesen. Demnach durchsuchen sowohl der größte Mobilfunkanbieter der Welt, China Mobile, als auch dessen Mitbewerber China Unicom ab sofort alle SMS-Nachrichten, die über ihre Netze verschickt werden.
Werden dabei bestimmte, als illegal eingestufte Schlüsselbegriffe gefunden, wird die jeweilige Nachricht an die Polizeibehörden weitergeleitet, erklärte ein nicht namentlich genannter Mitarbeiter von China Mobile in Shanghai der "Global Times". "Wir werden zunächst den Versand und Empfang von Textnachrichten für den jeweiligen Handy-Nutzer sperren während die Polizei den Sachverhalt beurteilt", erläuterte der Mann das Vorgehen weiter. Würde die Polizei dabei feststellen, dass die Nachricht beispielsweise schlüpfrige Worte enthält, würde die Telefonnummer des Anwenders gelöscht, er damit aus dem Mobilfunknetz ausgesperrt werden.
Dem "Telegraph" zufolge ist genau das einem Mann aus dem südchinesischen Dongguan bereits passiert. Der Kundendienst von China Mobile habe den Handy-Nutzer darüber informiert, dass ihre Computer unzüchtige Worte in seinen Textnachrichten entdeckt hätten. Um wieder Zugriff auf das Mobilfunknetz zu bekommen, solle er beim nächsten Polizeirevier vorstellig werden. Zudem müsse er schriftlich garantieren, zukünftig keine derartigen Nachrichten mehr zu verschicken.
Eine halbe Milliarde Kunden
Sollte China Mobile künftig tatsächlich alle von ihren Kunden verschickten Textnachrichten nach Begriffen, die auf Pornografie, Gewaltverherrlichung oder Terrorismus hindeuten, analysieren wollen, steht das Unternehmen einer gewaltigen Aufgabe gegenüber. Derzeit zählt der Konzern mehr als eine halbe Milliarde Menschen zu seinen Kunden, die etwa 1,7 Milliarden SMS pro Tag verschicken.
Beobachter werten die Maßnahme als neuerliche Ausweitung der ohnehin schon strikten Maßnahmen zur Internetzensur in China. Erst Mitte Januar hatte Google wegen staatlicher Zensurauflagen sehr werbewirksam mit einem Rückzug aus dem bevölkerungsreichsten Land der Erde gedroht. Unterdessen meldeten chinesische Regierungsmitarbeiter am Wochenende, dass die seit Juli 2009 vom Internet und den Mobilfunknetzen abgeschnittene westchinesische Provinzhauptstadt Ürümqi wieder Kontakt zu den modernen Datennetzen habe.
In Ürümqui war es im Juli 2009 zu ethnischen Auseinandersetzungen gekommen, bei denen mindestens 200 Menschen starben. Die Regierung hatte damals Mobilfunknetze abgeschaltet und den Internetzugang gesperrt, weil sie vermutete, die Aufständischen hätten sich über Textnachrichten und Internetforen organisiert.
Vollkommen wiederhergestellt ist der Netzzugang in der Region allerdings nicht. So wird Internetnutzern lediglich Zugriff auf einige Regierungsinternetseiten und regierungstreue Nachrichtenseiten gewährt. Handy-Nutzer dürfen Kurznachrichten nur innerhalb des Landes verschicken. Zudem müsste man sich in einem örtlichen Büro der Telefongesellschaft persönlich anmelden, um Auslandsgespräche führen zu können. Ein Sprecher von China Mobile erklärte zudem, dass nicht mehr als 20 Textnachrichten pro Tag und Person verschickt werden dürften.
mak
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Man wird in China gerne Amtshilfe leisten, wenn unser Innenminister endlich soweit ist. Man versteht sich dort wahrscheinlich als Pionier. mehr...
Könnte ein Vorwand sein. Es lassen sich in einem vorhandenen Filtersystem auch andere Wörter wie "Demonstration" filtern. mehr...
Dazu ist Geld zu attraktiv. Und Geld läßt sich für die "Bekannten" unserer Regierenden mit Diktaturen immer machen. Gehen Sie in den Handel und suchen Sie chinesische Waren. Da wird sicher nicht aus purer [...] mehr...
Genau. Die Chinesen sind ein "Ameisenvolk" und wollen deshalb im Grunde ihres Herzens keine Menschenrechte - denn seit haben oder wollen "Ameisen" Rechte? Deshalb erfüllt der chinesische Staat nämlich [...] mehr...
Sollte man natürlich nicht tun. Ich würde mir wünschen, dass die geistige Flexibilität, die die 1968er überhaupt möglich gemacht hat, auch mal angewendet würde, wenn es um die Beurteilung von Diktaturen geht. mehr...
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