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24.02.2010
 

Verurteilung in Italien

Google-Manager haften für Prügel-Clip auf Videoseite

Google-Produkt YouTube: Richter ahndet Verletzung der PrivatsphäreZur Großansicht
AFP

Google-Produkt YouTube: Richter ahndet Verletzung der Privatsphäre

Ein Gericht in Italien hat drei Google-Top-Manager aus den USA zu Bewährungsstrafen verurteilt, weil ein menschenverachtender Clip auf Googles Videoportal zu sehen war. Der Richter bemängelte, dass das Video nicht gleich gelöscht wurde.

Mailand - Zwei Monate lang war der Clip auf Googles Videoseite im Jahr 2006 abzurufen, auf dem zu sehen war, wie ein behinderter Junge aus Turin misshandelt wird: Schulrowdys schlugen einen autistischen Mitschüler und beschimpften ihn. Einer der Schläger tat so, als riefe er mit seinem Handy bei Vivi Down an, einer Hilfsorganisation für Menschen mit Down-Syndrom. Diese Organisation war es auch, die Klage gegen Google einreichte.

Jetzt hat ein Gericht in Italien drei Top-Manager des Unternehmens zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt - eben weil das Unternehmen die Verbreitung des menschenverachtenden Videos nicht verhindert habe. Die Staatsanwaltschaft machte geltend, die Aufnahmen hätten auf einer Liste der meistgesehenen Filme gestanden und daher bemerkt werden müssen. Das Recht des Jungen auf Privatsphäre sei massiv verletzt worden.

Richter Oscar Magi folgte der Anklage und sprach Googles Datenschutzchef Peter Fleischer, den Firmenjuristen David Drummond und Ex-Finanzchef George Reyes der Verletzung der Privatsphäre des Opfers schuldig. Vom Vorwurf der Beleidigung wurden sie freigesprochen, ein vierter Google-Vertreter entging einer Strafe. Die schriftliche Begründung des Richters liegt noch nicht vor.

Das Unternehmen kündigte umgehend Berufung an. "Keiner der vier hatte irgendetwas mit dem Video zu tun. Sie haben es nicht gefilmt, sie haben es nicht ins Netz gestellt, sie haben es nicht überprüft. Trotzdem wurden sie zur Verantwortung gezogen", sagte ein Google-Sprecher und nannte das Urteil einen Angriff auf das Prinzip der Meinungsfreiheit. Die Staatsanwaltschaft argumentierte dagegen, die Meinungsfreiheit müsse gegen die Rechte einzelner abgewogen werden.

"Als ob man Angestellte eines Postdienstleisters belangen will"

Der Schuldspruch könnte weitreichende Folgen haben - nicht nur für Google. Bislang können Nutzer bei Facebook, YouTube und Co. Videos hochladen, ohne dass deren Inhalt kontrolliert wird. Anstößiges Material wird erst entfernt, wenn es von Usern gemeldet wird. Bei Rechtsverstößen schreiten die Unternehmen ein, wehren sich aber dagegen, für alle Nutzerinhalte zu haften.

Google hatte im Juni 2009 dazu erklärt, man halte es für "vollkommen verkehrt", dass das Verfahren überhaupt stattfinde: "Das ist, als ob man Angestellte eines Postdienstleisters belangen will, weil mit der Post auch Hassbriefe geschickt werden." YouTube sei eine "neutrale Plattform". Diese für die dort eingestellten Inhalte verantwortlich machen zu wollen, wäre somit ein "direkter Angriff auf ein freies, offenes Internet".

In dem Verfahren hatte Google betont, dass Mitarbeiter binnen weniger Stunden nach einem Hinweis der Polizei das Video vom Netz genommen hätten. Auch habe man den lokalen Behörden erfolgreich geholfen, die Person ausfindig zu machen, die den Clip ins Netz gestellt hatte.

Die vier Schläger mussten sich vor einem Jugendrichter verantworten.

ore/Reuters/APD/afp

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Die neuesten Beiträge:
26.02.2010 von Silverhair: Schutz der Täter

Ob sie es glauben oder nicht, das Bild der Iranischen Studentien die von Sicherheitskräften brutal ermordet wurden war bis heute noch im I-Net zu lesen. Und auch die Brutale Schlägerei von Polizeibeamten in deutschland die [...] mehr...

25.02.2010 von Flari: Blödsinn!

Sie können erst einmal überall Ihre Meinung im Internet kundtun, solange das der jeweilige Plattformbetreiber zulässt. Falls Sie da keinen finden, können Sie auch Ihre eigene Seite aufmachen. Allerdings sollten Sie eben [...] mehr...

25.02.2010 von Bornholmer: Das Internet ist kein rechtsfreier Raum, auch wenn das manche gerne hätten

Ich wäre dafür, dass man von Usern und Bloggern erst einmal "nachgewiesenen minimalen Sachverstand" für solche tendenziell Strafrecht berührende Fälle einfordern würde. Dann wären wir ein Stück weiter. Das Internet [...] mehr...

25.02.2010 von Papa_Oystein: .

Wie Ihnen eine übrigen Beiträge erläutert haben, richtet sich das Urteil in letzter Konsequenz gegen restlos alle Videoportal und gegen die allermeisten Betreiber von Foren aller Art und ist ein massiver Angriff gegen Ihre und [...] mehr...

25.02.2010 von gnutz: korr

Ich meinte, dass dieser Planet ohne YouTube (als auch ohne jenes diesen Dienst anbietende Unternehmen) nicht aus der Bahn gerät. Zur o.g. Anmerkung vollste Zustimmung. mehr...

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Google Video

2005 startete Google einen eigenen Videodienst, der es Nutzern ermöglichte, Clips und ganze Filme ins Netz zu stellen und auch auf fremden Seiten einzubetten. Ein Jahr später übernahm das Unternehmen YouTube. 2009 kündigte Google an, künftig keine neuen Uploads auf Google Video zu erlauben und sich auf Suchfunktionen zu konzentrieren.

Googles Geschichte

1995 - When Larry met Sergey

Angeblich konnten Larry Page und Sergey Brin einander erst einmal nicht besonders gut leiden, als sie sich im Jahr 1995 zum ersten Mal trafen. Der 24-jährige Brin war übers Wochenende in Stanford zu Besuch, der 23-jährige Page gehörte angeblich zu einer Gruppe von Studenten, die Besucher herumführen mussten. Der Legende nach stritten Brin und Page ununterbrochen miteinander.

1996 - Es begann mit einer Rückenmassage

1998 - Finanzierung

1999 - Mehr Geld und ein neues Heim

2000 - AdWords

2001 - Profit und ein neuer Eric Schmidt

2002 - Corporate Search, Google News, Froogle

2003 - AdSense und Blogger

2004 - Picasa, Googlemail, Bücher und ein Börsengang

2005 - Google Maps und Google Earth

2006 - Google Video, Web-Applikationen , YouTube - und Kritik

2007 - Googlemail für alle, DoubleClick, Streetview und Android

2008 - Knol, Chrome und kein Ende






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