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16.03.2010
 

Kriminell dumm

'Ndrangheta-Killer nach Facebook-Posting gefasst

USB-Stick: Mobiler Netzzugang verrät Position eines gesuchten KillersZur Großansicht
Corbis

USB-Stick: Mobiler Netzzugang verrät Position eines gesuchten Killers

Der Polizei in Süditalien ist ein gefürchteter Profikiller ins Netz gegangen. Einst tötete Pasquale "Scarface" Manfredi einen rivalisierenden Gangsterboss mit Hilfe einer Bazooka - nun verriet er der Polizei seinen Aufenthaltsort mit einem Facebook-Posting.

Mit Kriegswaffen kannte er sich aus - mit moderner Kommunikationstechnologie offenbar nicht ganz so gut. In Kalabrien hat die Polizei den 33-jährigen Pasquale Manfredi, genannt "Scarface", gefasst. Der Berufskiller hatte sich durch allzu soziale Aktivitäten verraten: Weil er für ein Facebook-Posting einen Internet-USB-Stick verwendete, konnten Fahnder seinen Aufenthaltsort ermitteln. In der Nacht von Sonntag auf Montag schlug ein Sondereinsatzkommando in dem Örtchen Isola Capo Rizzuto in Süditalien zu. Inwieweit Facebook und der Mobilfunkanbieter des Killers an der Verhaftung beteiligt waren, wurde nicht mitgeteilt.

Die Ortung von Manfredis mobilem Internetzugang führte die Beamten italienischen Zeitungsberichten zufolge zu einem dreistöckigen Gebäude in dem Ort nahe der Mittelmeerküste. Manfredi, der sich in einer Wohnung im zweiten Stock aufgehalten hatte, versuchte noch, über die Hausdächer zu entkommen, wurde von Polizisten aber gestellt und verhaftet. Der Killer und lokale Boss des sogenannten Nicoscia-Clans der kriminellen Organisation 'Ndrangheta stand auf einer Liste der 100 meistgesuchten Verbrecher Italiens.

Nun muss sich der Mann, den man nach der Hauptfigur von Brian de Palmas Film-Klassiker "Scarface" nannte, vor Gericht verantworten. Neben Waffenhandel, Erpressung und anderen Straftaten wirft man ihm auch mindestens zwei Morde vor: Unter anderem soll Manfredi an der Tötung des rivalisierenden Clanchefs Carmine Arena beteiligt gewesen sein - der wurde im Oktober 2004 mit Hilfe eines Raketenwerfers und mehrerer Kalaschnikows umgebracht. Arenas gepanzerte Limousine konnte ihn vor den schweren Waffen nicht schützen: Das Killerkommando hatte drei Raketen auf seinen Wagen abgeschossen, bevor sie ihr Opfer mit automatischen Waffen niederstreckten.

Manfredi soll sogar eine Spezialausbildung für die Handhabung von Kriegswaffen bekommen haben - finanziert von seinem 'Ndrangheta-Clan, der damals mit dem Arena-Clan im Krieg lag.

cis/dpa

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