ThemaFacebookRSS

Alle Artikel und Hintergründe

  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
07.04.2010
 

Kritik an Datenschutzlücken

Verbraucherschützer raten zum Facebook-Boykott

Facebook: Das Unternehmen wehrt sich gegen Kritik von VerbraucherschützernZur Großansicht
AFP

Facebook: Das Unternehmen wehrt sich gegen Kritik von Verbraucherschützern

Scharfe Kritik an Facebook: Verbraucherschützer werfen dem Netzwerk vor, sich nicht an Absprachen zum Datenschutz zu halten, Facebook weist den Vorwurf zurück.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) wirft dem weltgrößten sozialen Netzwerk Facebook vor, wiederholt datenschutzrechtliche Bestimmungen zu missachten. Der vzbv hatte im vergangenen Sommer wegen mangelhafter Vertrags- und Datenschutzbestimmungen einige soziale Netzwerke, darunter auch Facebook, abgemahnt. Alle Anbieter erklärten daraufhin, die beanstandeten Klauseln nicht mehr verwenden zu wollen.

Doch an diese Erklärung hält sich Facebook nicht, erklärt der vzbv. Der vzbv-Vorsitzende Gerd Billen rät zum Facebook-Boykott: "Momentan können wir den Nutzern nur raten, den geplanten Änderungen zu widersprechen und sich gemeinsam mit ihren Freunden einen neuen Anbieter zu suchen, wenn ihnen der Schutz ihrer persönlichen Daten wichtig ist."

Auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE widersprach eine Facebook-Sprecherin der Behauptung, das Unternehmen halte sich nicht an Absprachen zum Datenschutz. Man sei mit den Verbraucherschützern im vergangenen Sommer übereingekommen, für deutsche Nutzer spezielle Ergänzungen der Geschäftsbedingungen umzusetzen.

So wurde zum Beispiel der Passus gestrichen, dass Kunden "Ansprüche, Klagegegenstände oder Streitfälle" gegen Facebook vor "einem Staats- oder Bundesgericht in Santa Clara County" klären. Stattdessen steht in der Passage für deutsche Nutzer: "Diese Erklärung unterliegt deutschem Recht." Facebook weist darauf hin, dass diese speziell für Deutschland formulierten Abschnitte weiterhin gelten und Teil der Geschäftsbedingungen sind.

Reaktion auf die Kritik der Verbraucherministerin

Auch auf die Kritik der Ministerin für Landwirtschaft und Verbraucherschutz Ilse Aigner reagierte Facebook. Die Ministerin hatte in einem offenen Brief unter anderem gefordert, Facebook müsse

  • sicherstellen, dass die persönlichen Daten aller Mitglieder umfassend geschützt werden
  • geplante Änderungen der Nutzungsbedingungen allen Mitgliedern "klar und deutlich" bereits vor jeder Änderung mitteilen
  • persönliche Daten nur mit ausdrücklicher Einwilligung der Betroffenen an Dritte zu kommerziellen Zwecken weiterleiten

Facebook-Manager Richard Allan, in Europa für Beziehungen zu Regierungen und Behörden zuständig, hat Ministerin Aigner auf den Brief geantwortet und ihr ein Treffen in Berlin angeboten. Anders als die Ministerin veröffentlicht Facebook diesen Brief nicht. Allan verweist darauf, dass Facebook die geplanten Änderungen der Nutzungsbestimmungen vorab den Nutzern zur Diskussion stelle: "Wir teilen die Ansicht von Ministerin Aigner über die Bedeutung der Kommunikation mit den Nutzern sowie ein transparentes Verhalten."

In dem derzeit im Raum stehenden Vorschlag für eine Neuformulierung der Datenschutzrichtlinien ist von einer Weitergabe einzelner Daten an ausgewählte Partner die Rede. Weitergegeben werden können demnach unter anderem der Name, das Geschlecht, Profilbilder oder der Computerstandort einzelner Nutzer. Aigner kritisierte, mit solchen Entscheidungen könne ein Unternehmen "auf Dauer kein Vertrauen gewinnen".

Facebook-Manager Allan bemerkt dazu, der vorgeschlagene neue Wortlaut in den Datenschutzrichtlinien beziehe sich nicht auf "einen massenhaften Austausch von Anwenderdaten für kommerzielle Zwecke", sondern auf einen "äußerst begrenzten Vorschlag, mit einigen vorab genehmigten Partner-Websites zusammenzuarbeiten".

lis

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Netzwelt
alles aus der Rubrik Netzpolitik
alles zum Thema Facebook

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Die bekanntesten Netzwerke

Facebook

Facebook
Facebook ging Anfang 2004 als soziales Netzwerk für Harvard-Studenten online. Zunächst konnten nur Menschen mit E-Mail-Adressen ausgewählter US-Hochschulen Mitglieder werden, seit 2006 ist die Seite für alle Über-13-Jährigen offen. Nach eigenen Angaben hat Facebook derzeit 600 Millionen aktive Mitglieder weltweit.(Stand: Januar 2011). Mehr zu Facebook auf der Themenseite...

WKW

MySpace

Xing

StudiVZ

Lokalisten

Spin.de







TOP



TOP